Klemm-Brett vor Werder gegen Dortmund

BVB-Keeper Roman Bürki im Interview: „Das Derby hat uns sehr weh getan“

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Dortmund-Torhüter Roman Bürki verrät: BVB hat großen Respekt vor Werder.

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner der Grün-Weißen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 32. Spieltag geht es um Borussia Dortmund.

Interview mit BVB-Torhüter Roman Bürki

Wie sehen Sie den Kampf um die Meisterschaft?

Natürlich hat uns das Derby mit seiner - ich sag‘s mal so - außergewöhnlich speziellen Dramaturgie sehr weh getan. Auf der anderen Seite haben wir einen Tag später durch das Unentschieden der Bayern in Nürnberg eine zweite Meisterchance erhalten. Wir müssen kämpfen bis zum Schluss. Das ist unsere Pflicht.

Warum hat die Borussia den komfortablen Vorsprung auf die Bayern verspielt?

Zum einen, weil die Bayern zwischenzeitlich alles gewonnen haben. Dann ist es selbstverständlich immer schwer, den Vorsprung zu halten. Sie dürfen nicht vergessen, dass wir gemessen an den Punkten in einer Neustart-Saison Stand jetzt eine der besten Spielzeiten der Vereinsgeschichte spielen. Das gehört zur Wahrheit. Allerdings haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass wir in der Rückrunde nicht immer konstant waren. Insbesondere gegen Teams, die gegen den Abstieg kämpfen, haben wir uns sehr schwer getan.

Wieso ist in der Rückrunde die Leichtigkeit im Dortmunder Spiel verlorengegangen?

Wir haben in der Hinrunde auch Fehler gemacht, aber diese Fehler sind mitunter nicht bestraft worden. Du bekommst dann irgendwann so einen Flow, der Erfolg trägt Dich. Dann kam die Rückrunden-Vorbereitung mit vielen kranken und verletzten Spielern, das eine oder andere fußballerische Problem.

Werder hat den BVB aus dem Pokal geworfen. Wie beurteilen Sie die Mannschaft?

Wir hätten das Spiel damals entscheiden und stabil nach Hause fahren müssen. Ganz klar! Das ist uns leider nicht gelungen.  Werder ist eine spielstarke Mannschaft, die sich nicht hinten reinstellt. Grundsätzlich mögen wir es, wenn sich ein echtes Fußballspiel entwickelt. Wir respektieren Werder sehr. Aber wir werden alles dafür tun, um den Meisterkampf weiter spannend zu halten.

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Spruch von Marco Reus

„War Köln heute besetzt?“

BVB-Kapitän Marco Reus zum Videoassistenten in Köln angesichts umstrittener Szenen beim 1:1 in Hoffenheim.

Wissenswertes zum Werder-Spiel gegen Borussia Dortmund: Hans-Günter notiert es auf seinem Klemm-Brett.

Werder gegen den BVB: So lief das Hinspiel

Teuer verkauft, dennoch verloren: 1:2 im Meisterschaftsspiel in Dortmund. In der Hinrunde gelang Werder nicht das Kunststück, das später im Pokal glückte. Zu jenem Zeitpunkt agierten die Borussen sehr souverän, blieben unangefochten Tabellenführer und sicherten sich vorzeitig die Herbstmeisterschaft. Doch die Hanseaten enttäuschten in Westfalen keineswegs, hielten ansprechend mit und witterten nach dem Anschlusstreffer von Max Kruse sogar nochmals Morgenluft. 

Im Detail: Mit seinem elften Tor im zehnten Ligaspiel brachte Paco Alcacer die Gastgeber in Front, ein Tor nach Videobeweis. Marco Reus erhöhte schnell, Kruse glückte das 1:2. Werder ging Risiko, Chancen hüben wie drüben, eine Vollgasveranstaltung. Am Ende totale Bremer Offensive mit Yuya Osako und Joshua Sargent, ohne Erfolg. Daten: Laufleistung: 118,91 Kilometer für den BVB, 122,63 km für Werder; Ballbesitz 52 Prozentz für den BVB; Zweikampfquote 55 % für Dortmund; Chancenverhältnis: 10:3 für den BVB.

Spieler des Spiels: Axel Witsel

Sein Einkauf zahlt sich mehr und mehr aus für die Dortmunder. Axel Witsel ist zur tragenden Figur im Spiel der Borussia aufgestiegen. Der Nationalspieler aus Belgien erfüllt dabei eine Fülle von Aufgaben, die er alle ohne Fehl und Tadel bewältigt. Der 30-Jährige, im zentralen Mittelfeld mit der Unterstützung des Ex-Bremers Thomas Delaney, organisiert die Abwehrt, steuert das Pressing als Impulsgeber und initiiert die Angriffe. Ein kompletter Spieler durch und durch.

Dortmunds Rekordmann Jadon Sancho

So jung war noch nie einer, als er sein achtes Tor in der Bundesliga erzielte. Jadon Sancho, der von der britischen Insel ausgeliehene Offensivstar, stellte diesen Rekord auf: Sage und schreibe 18 Jahre und 312 Tage alt war er, als er diese Bestmarke erreichte. Der bisherige Rekordhalter entzaubert: Christian Wück, der 18 Jahre und 335 Tage jung war, als er für den Nürnberger Club getroffen hat.

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BVB-Bestmarke

Erst am 16. Spieltag kassierte Dortmund die erste Saisonniederlage: 1:2 in Düsseldorf, ausgerechnet beim Aufsteiger. So lange war der Club in einer Bundesliga-Saison noch nie ungeschlagen geblieben.

Statistik Werder gegen Dortmund

Fast ausgeglichen ist die Werder-Bilanz gegen Dortmund. Die Borussia hat nur leicht die Nase vorn. In der Liga gewann sie 43 von 101 Spielen, Werder siegte 41-mal. Ein deutliches Plus für die Bremer bei den Heimspielen: 31 Erfolge bei acht Remis und elf Niederlagen bei einem Torverhältnis von 105:69. Ausgeglichen das Abschneiden im Pokal; je drei Siege für die Clubs in sechs Partien. Der letzte Heimsieg in der Meisterschaft gegen den BVB liegt indes schon übe vier Jahre zurück: 2:1 am 20.12.2014, Davie Selke und Fin Bartels trafen bei einem Gegentor von Mats Hummels. In der letzten Spielzeit endete die Partie 1:1. Am 29.4.2018 hießen Thomas Delaney, der Neu-Dortmunder, und Marco Reus die Torschützen.

Julian Weigl im Fokus

Thomas Tuchel gilt als Fan und Förderer von Julian Weigl. Der Coach von Paris Saint Germain hatte daher im Winter den Mittelfeldspieler auf dem Zettel, der kaum noch Einsatzmöglichkeiten bei Lucien Favre erhalten hatte. PSG unterbreitete ein Angebot für den bis 2021 unter Vertrag stehenden Nationalspieler. Manager Michael Zorc verweigerte die Freigabe. Weigl kam wieder mehr zum Einsatz, wegen der Personalsorgen in der Defensivabteilung sogar mit Erfolg in der Innenverteidigung. Das neueste Gerücht: Pep Guardiola, bekanntlich ein Bewunderer von Weigl, soll interessiert sein, den Dortmunder als Nachfolger für den in die Jahre gekommenen Fernandinho zu Manchester City zu lotsen. In England wird von einem 25-Millionen-Angebot für den 23-jährigen Allrounder gemunkelt.

Delaneys Selbstbewusstsein

Unter mangelndem Selbstbewusstsein leidet Thomas Delaney ganz gewiss nicht. So brachte es der Ex-Bremer in seiner ganz speziellen Art in humorvoller Weise auf den Punkt bei der Frage, wie hoch sein Anteil am Erfolgsweg der Dortmunder in dieser Serie sei: „Ich bin nicht der Typ, der sagt, es läuft so gut beim BVB, weil Thomas Delaney da ist. Aber es stimmt natürlich.“

BVB im Form-Check

Die Borussia strauchelte ausgerechnet im Revier-Derby, ausgerechnet gegen den eine fürchterliche Saison spielenden Abstiegskandidaten aus der Nachbarschaft: 2:4 gegen Schalke. Ein denkwürdiges Derby mit einer diskussionswürdigen Elfmeterentscheidung pro Gelsenkirchen, die den BVB aus dem Takt brachte, mit zwei durchaus berechtigten Platzverweisen gegen die Dortmunder Marco Reus und Marius Wolf. Beide sind in der Partie gegen Werder gesperrt: Reus für zwei Spiele im Titelkampf, Wolf gar bis Saisonende, da er dreimal aussetzen muss. Dortmund verliert die Nerven im Titelkampf, ein herber Dämpfer für alle Träume von der Meisterschale. In diesem Kalenderjahr haben die Dortmunder neun Punkte Vorsprung auf Bayern verspielt.

Favres Kapitulation

„Ja, klar. Titel verspielt“, hakte Lucien Favre direkt nach der grenzenlosen Enttäuschung gegen Schalke alle Ambitionen im Meisterschaftsrennen ab. Ein wenig voreilig, wie sich tags drauf zeigte. Auch die Bayern strauchelten in süddeutschen Derby gegen den 1. FC Nürnberg: nur 1:1. Zwei Punkte Vorsprung für die Münchner bei noch drei Spielen. Favres Kapitulation kam bei den Oberen nicht gut an. Sie widersprachen, vor allem in Person von BVB-Vormann „Aki“ Watzke: „Wir geben erst dann auf, wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist.“

Quelle: DeichStube

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