Entscheidungen am 34. Spieltag

Viel Frust, viel Freude: Werders Bundesliga-Finals seit 2000

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Die Werder-Profis bedanken sich vergangene Saison nach dem geschafften Klassenerhalt mit einem Banner bei den Fans für die einmalige Unterstützung.

Bremen - Ring frei zur letzten Runde! In der Fußball-Bundesliga ist Samstag der Tag der Entscheidungen – und Werder Bremen ist eines von fünf Teams, für die es heißt: Europa League - ja oder nein?

Die Antwort gibt es ab 15.30 Uhr, wenn die Bremer bei Borussia Dortmund antreten. Klar ist: Die grün-weißen Chancen, es zu schaffen, sind gering. Klar ist aber auch: Werder ist, was letzte Spieltage betrifft, ein absoluter Experte. Allein in diesem Jahrtausend stand beim Saisonfinale elfmal etwas auf dem Spiel – in sechs Fällen kamen die Bremer grinsend ins Ziel, viermal schoben sie Frust, einmal war letztlich doch alles egal.

2015/16: Das Spiel, das niemand jemals vergessen wird, der das Glück hatte, dabei sein zu dürfen. Letzter Spieltag, Werder steht auf dem Relegationsplatz, muss sogar noch den direkten Abstieg befürchten. Gegner ist ausgerechnet den nur um einen Punkt bessere Tabellennachbar Eintracht Frankfurt. Nur ein Sieg verhilft Werder also zur sicheren Rettung. Und es gelingt. Papy Djilobodji drückt den Ball in der schönsten 88. Spielminute der Club-Geschichte zum 1:0 über die Linie. Das Weserstadion explodiert, die Freude ist unermesslich, die Erleichterung auch.

Papy Djilobodji drückt den Ball in der 88. Spielminute zum 1:0 über die Linie. Das Weserstadion tobt.

2011/12: Werder hat noch die Aussicht auf Platz sieben und damit auf die Europa League. Dafür müssen die Bremer daheim gegen Schalke 04 gewinnen und Hannover 96 (gegen Kaiserslautern) sowie der VfL Wolfsburg (beim VfB Stuttgart) verlieren. Die Wölfe tun Werder den Gefallen, doch die Bremer selbst kassieren gegen Schalke eine 2:3-Pleite – es ist das neunte sieglose Spiel in Folge. Macht in letzter Konsequenz aber auch nichts, Hannover gewinnt gegen Lautern 2:1, ein eigener Sieg hätte also auch nichts gebracht.

2009/10: Nervenspiel um die Champions League: Werder steht vor dem letzten Spieltag auf Platz drei, damals noch die Schnittstelle zwischen Champions League und Europa League. Leverkusen liegt als Verfolger zwei Punkte und vier Tore hinter den Bremern. Eine Niederlage, selbst ein Remis gegen den HSV hätte also verhängnisvoll sein können. Tatsächlich schafft Werder nur ein 1:1, profitiert aber davon, dass Leverkusen auch nur 1:1 in Gladbach spielt. Puh, Glück gehabt!

Werder feiert nach dem 1:1 gegen den HSV den dritten Platz und nimmt an der Qualifikation für die Königsklasse teil.

2007/08: Champions League oder Champions-League-Qualifikation – das sind die Möglichkeiten, bevor Werder bei Bayer Leverkusen antritt. Schalke sitzt den Grün-Weißen im Nacken und legt mit dem 2:0 in Nürnberg die Grundlage, um die zwei Punkte besseren Bremer noch abzufangen und in die Qualifikation zu schicken. Es klappt nicht, denn Markus Rosenberg schubst den Tabellenzweiten mit seinem Tor in der 80. Minute über die Ziellinie und sicher in die Königsklasse.

2006/07: Werder gegen Schalke, Teil eins. Aber mit umgekehrten Vorzeichen als ein Jahr später. Schalke ist Zweiter, zwei Punkte vor den Bremern. Die machen ihre Hausaufgaben siegen 2:0 in Wolfsburg, doch die Königsblauen, die noch mit Titelchancen in das Saisonfinale gegangen sind, fahren gegen Bielefeld einen 2:1-Sieg ein. Meister wird durch ein 2:1 über Cottbus der VfB Stuttgart. Werder bleibt Dritter.

2005/06: Der Thriller! Ein großer Tag für Werder-Fans! Als Tabellendritter fahren die Bremer am 34. Spieltag zum Nord-Rivalen Hamburger SV, als Zweiter kehren sie zurück. Und zwischendurch trägt sich Dramatisches zu. Beim Stand von 1:1 vergibt ein gewisser Ailton für die Hamburger die Riesenchance zur 2:1-Führung. Aus acht Metern schießt der Werder-Liebling der Double-Saison am leeren Tor vorbei. Nahezu im Gegenzug trifft Miroslav Klose zum 2:1 für die Bremer. Ein Unentschieden hätten die Hamburger sicher in die Gruppenphase der Champions League versetzt. In diesen Genuss kommt dank des 2:1 der SV Werder. Der HSV nimmt Wochen später erfolgreich den Umweg über die Qualifikation.

Gegen Ex-Club Werder lässt Ailton eine Riesenchance aus.

2004/05: Grün-weiße Glücksgefühle – und zwar in voller Intensität. Werder ist Fünfter, als der Gong zur letzten Runde der Saison ertönt. Hinter dem VfB Stuttgart und Hertha BSC. Hätte einer von beiden einen Sieg eingefahren, wäre Werder „nur“ der Uefa-Cup geblieben. Aber der VfB verliert 1:3 gegen Bayern, Hertha spielt 0:0 gegen Hannover und die Bremer rauschen mit einem 2:1-Erfolg in Kaiserslautern an beiden vorbei auf Platz drei, schlüpft so noch in die Königsklasse.

2002/2003: Ein bitteres Kapitel in der Saga Bremer Liga-„Endspiele“. Durch eine 1:4-Pleite in Gladbach geht die Teilnahme am Uefa-Cup flöten. Hertha BSC zieht durch ein 2:0 in Lautern noch an den Bremern vorbei. Das Ganze hat aber auch sein Gutes: Werder rutscht in den UI-Cup, blamiert sich dort Anfang der neuen Saison gegen den FC Superfund Pasching und startet dann durch zum Double. Mit dem Uefa-Cup als dritte Baustelle wäre das vielleicht nicht möglich gewesen.

2001/02: Als Sechster steuert Werder nach 33 Spieltagen auf Uefa-Cup-Kurs – punktgleich mit Verfolger Kaiserslautern. Die Bremer verlieren am letzten Spieltag 1:2 in Dortmund, werden dort Zeuge der Meisterparty und dürfen sogar mitfeiern. Denn der VfB Stuttgart wird zum Steigbügelhalter für den Ritt nach Europa, fügt Lautern eine 3:4-Schlappe bei. Werder bleibt Sechster.

Paul Stalteri und Werder jubeln trotz Niederlage beim BVB. Denn die Bremer qualifizieren sich für den Uefa-Cup.

2000/01: Dreikampf um zwei Plätze im Uefa-Pokal. Werder liegt hinter Berlin und Freiburg in Lauerstellung, muss auf Patzer der Konkurrenten hoffen. Doch Hertha und Freiburg fahren Siege ein, das Bremer 3:0 gegen Rostock bleibt wertlos und Werder Siebter.

1999/2000: Nur der Vollständigkeit wegen sei erwähnt, dass Werder sich in dieser Saison über die Liga für den Uefa-Pokal hätte qualifizieren können. Was aber wegen einer 1:3-Niederlage beim FC Bayern, dem Münchner Meisterstück, nicht klappt. Schlimm ist das jedoch nicht, denn als Pokalfinalist (und späterer Verlierer) stehen die Bremer bereits sicher im Uefa-Pokal.

Quelle: DeichStube

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