Bundesliga-Aufsteiger Werder empfängt Meister FC Bayern

Ulbrich: „Das ist natürlich etwas ganz Besonderes“

Werder-Bremen - Von Astrid Labbert. Bei den Männern ein Klassiker, bei den Frauen die Premiere: Aufsteiger Werder Bremen empfängt am Sonntag in der Allianz-Frauen-Bundesliga erstmals den FC Bayern München. Werders Innenverteidigerin Michelle Ulbrich kann also getrost davon ausgehen, ab 14 Uhr gut beschäftigt zu sein. Nicht nur deshalb freut sich die 18-Jährige auf diese spezielle Partie: „Als Bremerin ist es natürlich etwas Besonderes, gegen den großen Südrivalen zu spielen. Man ist ja mit dieser Rivalität aufgewachsen.“

Die Rollen sind am Sonntag im Amateurstadion „Platz 11“ klar verteilt: Die Münchnerinnen haben mit drei gewonnenen Spielen einen souveränen Saisonstart hingelegt und führen die Tabelle an, was anders als bei den Männern ein vergleichsweise neues Phänomen in der Frauen-Bundesliga ist. Auch wenn der Münchner Trainer Thomas Wörle noch zu Saisonbeginn versuchte, die Titelaspirantenrolle dem VfL Wolfsburg zuzuschieben, sind spätestens seit dem 1:0-Sieg vor drei Wochen gegen eben jenen VfL die Karten neu gelegt. Für Werder gilt es dagegen, auf Tabellenplatz 8 mit drei Zählern Ausbeute weiter Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. „Es ist kein Geheimnis, dass der FC Bayern zu den Spitzenmannschaften der Liga zählt“, unterstreicht Werder-Trainer Steffen Rau. „Sie haben Potsdam und Wolfsburg geschlagen und damit ihre Spitzenposition untermauert. Wir wissen, dass ein ganz schwerer Brocken auf uns wartet.“

Für Michelle Ulbrich sind es gerade diese Spiele, in denen die Defensive extrem gefordert ist, die besonders reizen. Ehrfurcht? Fehlanzeige. Das Nachwuchstalent aus den eigenen Reihen sagt vielmehr: „Ich möchte mir weiter Sicherheit holen, besonders gegen solche starken Gegner.“ Bereits gegen den VfL Wolfsburg hatte sie am zweiten Spieltag erstaunlich unaufgeregt ihren Job angesichts der Daueroffensive erledigt. Kantersiege für die Wölfinnen sind in der Liga keine Seltenheit, die Bremerinnen begrenzten die Niederlage auf ein 0:2 und zeigten eine starke Leistung. Rau hatte den Fokus auf zwei Abwehrreihen und gelegentliche Konter gelegt. „In Wolfsburg hat die Mannschaft gezeigt, dass sie dagegenhalten kann. Das muss das Ziel sein“, sagt Rau nun mit Blick auf die Bayern.

Es gilt also, die Torgefahr und Kombinationsfreude der Gäste, darunter Nationalspielerinnen wie Sara Däbritz, Leonie Maier, Melanie Leupolz und Routinier Melanie Behringer, im Zaum zu halten. „Wir werden alles tun, um das zu verhindern und das Spiel möglichst lange offen zu halten“, sagt Ulbrich. Die Bremerinnen wollen sich beim zweiten Heimspiel der Saison bestmöglich verkaufen. „Gegen Bayern wird es extrem schwer, etwas mitzunehmen. Aber man weiß nie, was passiert“, sagt die angehende BWL-Studentin und hofft auf Unterstützung von den Rängen – so wie zuletzt beim fulminanten 6:2-Saisonauftakt gegen Köln mit rund 600 feiernden Fans. „Je mehr Zuschauer da sind, desto schwerer wird es für den Gegner.“

Als bestenfalls suboptimal lässt sich indes der Umstand beschreiben, dass Werder auf vier U18-Auswahlspielerinnen verzichten muss, die zeitgleich mit der Bremer Auswahl beim Länderpokal in Duisburg sind. Darunter auch Sturmtalent Stefanie Sanders, die in ihren ersten Einsätzen bereits das Interesse von Bundesligakonkurrenten auf sich zog, und Ersatztorhüterin Anna Bockhorst.

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