Neuzugang fährt mit nach Hamburg

De Bruyne fühlt sich bereit für sein Debüt: „Ich bin fit“

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Die Integration hat begonnen. Nach seinem Wechsel zu Werder hofft Kevin De Bruyne (l.) nun auf den ersten Einsatz im Bremer Trikot. 

Bremen - Was kann Kevin De Bruyne? Wo wird er spielen? Nach den Lobeshymnen der Werder-Bosse bei der Präsentation des belgischen Neuzugangs könnte heute die erste Leistungs- und Positionsüberprüfung anstehen. Wenn De Bruyne im „Liga-total-Cup“ in Hamburg gegen Bayern München denn ran darf. Trainer Thomas Schaaf wollte sich gestern noch nicht festlegen: „Kevin wird auf jeden Fall dabei sein. Ob er spielt, wird man sehen.“

Ob er will, wird man nicht sehen – das weiß man. „Ich bin fit, habe bei Chelsea die ganze Vorbereitung mitgemacht. Ich kann spielen“, sagt De Bruyne. Aber natürlich weiß er, dass er sich als gerade erst verpflichteter Spieler und nach nur zwei Trainingseinheiten hinten anstellen muss: „Ich bin neu im Team. Es wäre also normal, wenn ich nicht von Beginn an spielen würde.“ Die Vergangenheit hat allerdings gezeigt, dass Schaaf neuen Spielern meistens schnell die Chance gibt, sich durch Einsätze zu akklimatisieren. Auch wenn er jetzt sagt, dass „noch viel Zeit“ sei bis zum Bundesliga-Start.

Training am Freitag

Kevin De Bruyne im Training und beim Liga-Total-Cup dabei

20 Tage, um genau zu sein. 20 Tage, in denen De Bruyne eingeflochten werden muss in die neuen taktischen Systeme. Wobei Schaaf klarstellt, dass der 21-Jährige seinen Platz im Mittelfeld haben wird. „Er ist kein Stürmer – genausowenig wie Elia oder Arnautovic Mittelfeldspieler sind“, sagt der Coach. Heißt: De Bruyne steigt mit Aaron Hunt, Mehmet Ekici und Zlatko Junuzovic in den Ring – vier Spieler für zwei Planstellen, die gemeinsam den Motor des Angriffspiels bilden sollen. Wo genau er schließlich eingeplant wird, „ist egal“, sagt er. Beim KRC Genk habe er eine Zeitlang links gespielt („weil es auf der Position keinen anderen gab“), später zentral. „Beides hat gut funktioniert“, meint De Bruyne.

Das Urteil bezieht sich aber fast ausschließlich auf Einsätze in der belgischen Liga – angereichert durch vier Gruppenspiele in der vergangenen Champions-League-Saison und zwei Länderspiele. Mehr Erfahrung hat der 21-Jährige in seiner noch jungen Karriere nicht gesammelt. Dennoch kommt er ziemlich kess daher, hat angeblich vor nichts und niemandem Angst – auch nicht vor einem Debüt ausgerechnet gegen die Bayern. „Je höher du kommst, desto größer werden die Gegner. Für mich ist es normal, gegen solche Teams zu spielen“, sagt De Bruyne. Woher die Gewohnheit kommt, bleibt allerdings schleierhaft. Die vier Champions-League-Partien mit dem KRC Genk – darunter ein 0:7 gegen Valencia sowie ein 0:5 gegen Chelsea – können es allein nicht sein.

Wie auch immer – Kevin De Bruyne versucht, sich bei seiner ersten Auslandsstation von neuer Mannschaft, neuem Umfeld, neuer Liga nicht beeindrucken zu lassen. Und von der ungewohnten Sprache auch nicht. In der Schule, sagt er, habe er ein bisschen Deutsch gelernt. „Ich verstehe nicht alles, aber meistens doch den Zusammenhang“, erklärt er – auf Englisch allerdings, das geht ihm deutlich leichter über die Lippen. Innerhalb der Mannschaft klappt die Verständigung deshalb einigermaßen. Mit dem Niederländer Elia und dem ehemaligen Holland-Legionär Marko Arnautovic könne er sich auf „Dutch“ – also Niederländisch – unterhalten, mit dem Rest geht‘s irgendwie – zur Not mit Händen und Füßen. „Alle hier sind sehr freundlich“, meint De Bruyne. Jetzt muss er sich nur noch fußballerisch eingewöhnen. Vielleicht bekommt er schon heute die erste Gelegenheit dazu. · csa

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