Steffen Landsberg twittert für Werder

"Die 'Meckeropas' von der Haupttribüne sollten sich das mal ansehen"

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Steffen Landsberg berichtet als Fanreporter für Werder Bremen aus dem Trainingslager.

Bremen - Von Pascal Faltermann. Der Twitter-Account des SV Werder Bremen (twitter.com/werderbremen) wird derzeit unter dem Hashtag #fanreporter zusätzlich von einem Anhänger geführt. Der Bremer Steffen Landsberg hatte das Glück und wurde vom Fußball-Bundesligisten ausgewählt, um aus dem Trainingslager in Zell am Ziller aus Fansicht zu berichten. Wir sprachen mit Landsberg.

Wie kommt es, dass Werder Bremen, Sie als Fanreporter mit nach Österreich ins Trainingslager gekommen hat? 

Steffen Landsberg: Werder hat diese Aktion ins Leben gerufen, als die Followerzahl des offiziellen Werder-Kanals bei Twitter 100.000 erreicht hatte. Auf werder.de wurde dann veröffentlicht, dass ein Twitter-Fanreporter mit einem von VW gestellten Wagen mit ins Trainingslager hier nach Zell am Ziller fahren darf und dort vom Zillertaler Tourismus-Verband im Hotel untergebracht und verpflegt wird. Werder hat dann geschaut, welche Follower besonders aktiv waren und vielleicht auch nicht ständig irgendwelchen Unsinn schreiben. Werders Social-Media-Manager Dominik Kupilas hat mich gefragt, ob ich Interesse habe, und ja, natürlich hatte ich das!

Was sind Ihre Aufgaben in der Funktion als Reporter? 

Landsberg: Die "Aufgabe" ist es als Fan für Fans zu berichten. Ich begleite das Trainingslager, genieße die Zeit hier und immer, wenn ich aus Fansicht etwas spannend finde, sende ich einen entsprechenden Tweet. Die allgemeinen Infos über den Kanal sendet Werder selbst - von mir kommt zum Beispiel etwas zur für die Entfernung doch imposanten Fankurve am Trainingsplatz oder von meinem Ausflug mit dem Cabriolet auf der Zillertaler Höhenstraße. Die Follower bekommen so halt einen guten Eindruck, was man hier so erleben kann als Fan, was hinter einem Trainingslager steckt.

Wie sieht ihr Tagesprogramm aus? 

Landsberg: Wer mich kennt, der weiß, dass ich gerne gut esse, Fußball sehe, an der frischen Luft bin, Fotos mache und entspanne. Von daher ist der Tagesablauf mit Frühstück im Hotel, normalerweise zwei Trainingseinheiten von Werder, Zeit für Ausflüge und zum Relaxen auf dem Hotelbalkon mit bester Sicht auf die Berge und dann Abendessen für mich natürlich optimal. Ein vorgegebenes Programm habe ich nicht, aber ich kann zum Beispiel an den Aktivitäten der Fanreise teilnehmen, morgen steht abends ein Testspiel auf dem Programm und ansonsten schaue ich mir einfach das an, was ich gerade spannend finde.

Wie dicht sind Sie an der Mannschaft dran? 

Landsberg: Eben gerade fuhren einige Spieler mit dem Fahrrad unter meinem Balkon entlang. Beim Training nehmen sich Spieler und Trainer viel Zeit für die Fans, schießen Fotos, schreiben Autogramme. Ich bin hier als Fan unterwegs und nicht direkt mit dem Team im Hotel beim Essen oder so. Aber gestern Abend habe ich zum Beispiel an einem Google Hangout mit Fin Bartels teilgenommen und auch sonst bekomme ich den einen oder anderen Einblick, den man vielleicht nicht hat, wenn man einfach auf dem Weg in den Urlaub hier stoppt.

Was und wer ist Ihnen am positivsten aufgefallen? Was gefällt ihnen nicht so gut? 

Landsberg: Zur Halbzeit meines Aufenthalts bin ich vollends begeistert. Besonders auffällig finde ich die gute Stimmung aller Werderaner hier und den wahnsinnig intensiven Einsatz beim Training. Man hat wirklich den Eindruck, dass jeder alles gibt und sich hier eine Mannschaft zusammenfindet, die gemeinsam etwas erreichen will. Schade war nur, dass gestern der große Regen mit wahren Sturzbächen vom Himmel einsetzte, weshalb am Nachmittag nur eine Laufeinheit angesetzt wurde und nicht auf dem Platz trainiert wurde. Heute hängen die Wolken zwar noch im Tal, es ist aber wieder trocken und bestes Fußballwetter.

Inwiefern hat sich Ihre Sicht auf Werder Bremen durch die Nähe zu dem Verein geändert? 

Landsberg: Ich bin Werderfan durch und durch, seitdem ich denken kann. Allerdings bin ich niemand, der ständig die große Nähe zu den Spielern sucht, weil ich immer denke, dass die auch lieber mal ihre Ruhe haben und einfach ihr Ding machen wollen. Hier bin ich nun täglich ganz nah dran und bekomme mit, dass hier vom Busfahrer, über die Fanbetreuung und die Medienabteilung sowie die Spieler bis zum Geschäftsführer jeder voll eingebunden ist und es bei Werder zwar hochprofessionell, aber trotzdem irgendwie familiär abläuft. Das wirkt alles sehr sympathisch und bestärkt mich darin, dass ich mir als Zweijähriger den richtigen Verein ausgesucht habe.

Haben Sie nicht den Wunsch mitzutrainieren und beispielsweise Raphael Wolf mal ein paar Bälle aufs Tor zu knallen? 

Landsberg: Landsberg: Nein, so ein hobbymäßig kickender Wilde-Liga-Bremen-Mittelstürmer wie ich hat auf dem Trainingsplatz der Profis definitiv nichts verloren. Ich habe schon nach dem ersten Trainingstag gesagt, dass jeder der vielzitierten "Meckeropas" von der Haupttribüne sich nur einmal so ein Trainingslager ansehen müsste, um nie wieder von den faulen überbezahlten Profis zu brüllen. Das ist extra harte Arbeit hier, die ich mir wirklich lieber von der anderen Seite des Zaunes ansehe, obwohl mir so ein Programm vielleicht mal gut täte. Aber da bin ich beim Donnerstagskick von Interruptus Connection echt besser aufgehoben. Torschusstraining würde ich mir so gerade noch zutrauen, wenn Robin Dutt den Anlauf nicht zu weit gestaltet. Natürlich wäre das ne spannende Sache, wenn man den eigenen Abschluss mal gegen einen solchen Klassemann testen könnte. Der fischt schon einiges von seinen Kollegen weg.

Zu Landsbergs Werder-Kolumne geht es hier. 

Steffen Landsbergs Twitter-Account

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