Wiese, Mertesacker, Marin und Özil im WM-Kader / „Es hätten mehr sein können“ / Hunt sagt England schon ab

Ein Bremer Quartett reicht Löw

Viermal Freude, einmal Enttäuschung: Während Tim Wiese (oben links), Per Mertesacker (unten links), Mesut Özil (oben rechts) und Marko Marin (unten rechts) zur WM fahren, muss sich Aaron Hunt mit einer Urlaubsreise begnügen.

Von Björn Knips · Einerseits kann Werder Bremen stolz sein: Vier deutsche WM-Teilnehmer aus der Hansestadt, das gab’s noch nie. Andererseits merkte Clubchef Klaus Allofs gestern nach der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders an: „Mit einer etwas anderen Denke hätten es auch ein, zwei Bremer mehr sein können.“

Aber Bundestrainer Joachim Löw reichte ein Bremer Quartett mit Tim Wiese, Per Mertesacker, Mesut Özil und Marko Marin. Torsten Frings war schon vor Wochen ausgebootet worden, und Aaron Hunt erhielt am Abend vor der Nominierung eine Absage des Bundestrainers.

„Joachim Löw hat mich angerufen und mir mitgeteilt, dass er sich gegen mich entschieden hat. Das fand ich okay“, berichtete Hunt. Von großer Enttäuschung kaum eine Spur. „Für mich bricht keine Welt zusammen, weil ich sowieso nicht diese Riesenerwartung hatte. Ich war doch vorher nur zweimal bei der Nationalmannschaft gewesen, deswegen ist es okay, wie es ist“, meinte der 23-Jährige. Sein Selbstbewusstsein hat jedenfalls nicht gelitten. „Ich muss mich vor denen, die jetzt dabei sind, nicht verstecken“, gab sich Hunt kämpferisch, aber keineswegs angesäuert: „Ich akzeptiere die Entscheidung des Bundestrainers.“

Und Hunt steht auch weiterhin zu Deutschland. Der Sohn einer Engländerin könnte nämlich theoretisch auch für das Mutterland des Fußballs bei der WM spielen. Es gab sogar schon einmal Interesse des englischen Verbandes. „Ich dürfte wirklich noch für England auflaufen, aber das ist kein Thema. Sollten die tatsächlich anrufen, werde ich sofort absagen“, versicherte Hunt. Für ihn heißt es nun: Urlaub statt WM. „Bis gestern konnte ich ja noch nichts buchen, aber das werde ich nach dem DFB-Pokalfinale in Berlin ganz schnell nachholen.“

Ein schöne Reise also als kleiner Trost. Aber auch die Kollegen wollen Hunt noch ein wenig aufpäppeln. „Für Aaron tut es mir wirklich leid. Wir werden bestimmt noch mal mit ihm reden und ihn trösten“, meinte Marko Marin. Er selbst hofft diesmal, nicht aufgemuntert werden zu müssen – so wie vor zwei Jahren, als er nach dem Casting auf Mallorca noch aus dem vorläufigen EM-Kader gestrichen wurde. „Ich bin mir absolut sicher, dass ich in Südafrika dabei sein werde. An 2008 denke ich nicht mehr“, verkündete der 21-Jährige gestern voller Überzeugung.

Auch Per Mertesacker, Mesut Özil und Tim Wiese brauchen sich keine Sorgen zu machen, das WM-Ticket doch noch abgeben zu müssen. Sie sind gesetzt – Mertesacker und Özil wahrscheinlich sogar in der Startelf.

Das macht Freude auf die WM. Klaus Allofs will auf jeden Fall hinfahren und sich seine Bremer anschauen. Thomas Schaaf nicht. Das hat aber nicht damit zu tun, dass sein Lieblingsschüler Hunt fehlen wird. „Es war seit Wochen klar, dass Aaron kein sicherer Kandidat ist. Auch wenn wir der Meinung sind, dass er die Mannschaft nach vorne bringen könnte“, sagte der Coach, der persönlich von Löw von den Nominierungen unterrichtet worden war. „Er hat mir seine Gedanken mitgeteilt – und ich habe die eine oder andere Nachfrage gestellt. Aber wir sind nicht unseren ganzen Kader durchgegangen“, berichtete Schaaf mit einem Schmunzeln und würgte damit vor allem das Thema Frings sofort ab.

Schließlich sollten die guten Nachrichten im Vordergrund stehen. Und da gestand Allofs, dass die Nominierung des Bremer Quartetts für Werder extrem wichtig sei: „Wir fühlen uns bestätigt, in der Transferpolitik den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Und natürlich spielt das in Gesprächen mit möglichen neuen Spielern eine Rolle, wenn man ihnen sagen kann: Hier könnt ihr euch entwickeln – manchmal sogar bis zum Nationalspieler.“

Aber auch für ausländische Profis ist Bremen ein gutes Pflaster. So rechnet Allofs fest damit, dass auch Hugo Almeida (Portugal) und Daniel Jensen (Dänemark) Werder bei der WM vertreten werden. Nur bei Naldo gäbe es leider kein Signal aus Brasilien.

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