Ohne Krawall und Radau

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Die Bremer Polizei ist mit Nordderby-Verlauf zufrieden.

Bremen - Von Carsten Sander. Sprengstoffhunde, die an Autos schnüffeln. Polizeifahrzeuge, die mit Blaulicht den Osterdeich hoch und runter flitzen und mehr als 1 000 Einsatzkräfte, die ihre Augen überall haben.

All das für diese eine Meldung: Nix passiert! Das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV verlief am Samstag – Stand früher Abend – ohne größere Zwischenfälle. Weder die Bundespolizei noch die Bremer Landespolizei vermeldeten bis zwei Stunden nach Abpfiff Ausschreitungen oder Festnahmen.

Die Einlasskontrollen, die im ersten Spiel im Weserstadion nach den Terroranschlägen von Paris und der Länderspielabsage in Hannover deutlich intensiviert worden waren, hatten ebenfalls funktioniert. Das Spiel begann pünktlich. Auch, weil sich die 42.100 Besucher diszipliniert und verständnisvoll zeigten.

„Sehr zufrieden“ war die Polizei mit den Abläufen bis Spielbeginn, sagte Dirk Siemering, Sprecher der Polizei Bremen. Wegen der grundsätzlichen, aber nicht konkreten Terrorgefahr wurden keine „überspitzten Maßnahmen“ ergriffen: „Unser vorrangiges Ziel war die Trennung der Fan-Gruppen. Das haben wir erreicht“, erklärte Siemering. Der Bus-Shuttle für die HSV-Fans vom Bahnhof zum Stadion sei „reibungslos“ verlaufen. Rund ums Stadion sei es nur zu kleineren Scharmützeln gekommen. Siemering: „Das hatten wir schnell im Griff.“

Einzig nennenswerter Zwischenfall: Nach Spielende gerieten Bremer und Hamburger Fan im Steintor in der Straßenbahnlinie 10 aneinander. Es kam zu Körperverletzungen und in der Straßenbahn gingen mehrere Scheiben zu Bruch. Zu diesem Vorfall sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, erklärt die Polizei am Sonntag.

Polizei sichert das 103. Nordderby

Anderer Brennpunkt, gleiches Fazit: Auch die Bundespolizei, die für die Sicherheit in den Zügen und auf den Bahnhöfen zuständig ist, meldete eine nahezu störungsfreie An- und Abreise der Fans. Es gab auf dem Hinweg kaum Sachbeschädigungen, nicht ein Fan musste aus dem Verkehr gezogen werden. Und als am Abend der Großteil aller HSV-Fans in den Zügen zurück nach Hamburg saß, vermeldete Holger Jureczko, Sprecher der Bundespolizei Bremen: „Alles gut gelaufen.“ Auch während der Rückfahrt von Bremen nach Hamburg gab es keine nennenswerten Zwischenfälle in den „Fußballzügen, wie ein Metronom-Sprecher am späten Abend mitteilte. Praktisch alle Fußballfans hätten gültige Fahrkarten gehabt, seien friedlich geblieben und hätten sich an das Alkoholverbot gehalten.

Ein Erfolg der Vernunft der Fans oder der hohen Polizeipräsenz? Beides, meinte Hauptkommissar Thomas Bruns von der Bundespolizei. Vor allem habe „das zwischen Polizei, Bahn-Unternehmen und dem HSV abgestimmte Konzept“ gegriffen. So hatte der HSV erstmals 50 eigene Sicherheitsleute in die Züge geschickt. „Das ist ein gutes Beispiel, wie es gehen kann“, sagte Bruns.

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