Allofs sieht‘s nüchtern

Bremer Jugendstil auf Zeit

Der erst 18-jährige Florian Hartherz gab am Samstag sein Bundesliga-Debüt für Werder Bremen.

Von Björn Knips - So jung war Werder fast noch nie. Genauer gesagt nur dreimal (siehe InfoTextende). Doch Clubchef Klaus Allofs hatte nach dem 1:1 (1:0) gegen Bayer Leverkusen, bei dem zwischenzeitlich sogar drei 18-Jährige auf dem Platz standen, partout keine Lust, nun von einer goldenen Werder-Zukunft zu sprechen.

Denn der Ex-Profi wusste nur zu genau, dass es eher zufällig zu diesem Bremer Jugendstil kam und eine Bundesliga-Premiere eines ganz jungen Spielers noch nicht so viel zu bedeuten hat. Weder für das Talent noch für den Club.

„Die Begeisterung über junge Spieler lässt doch ganz schnell nach, wenn die Ergebnisse nicht mehr stimmen“, mahnte Allofs: „Es ist toll, wenn so junge Burschen ihre Chance nutzen. Aber wir gehen damit ganz nüchtern um.“ Die Debütanten von Samstag, Florian Hartherz und Niclas Füllkrug, würden eben genauso zum Profi-Kader zählen wie der ebenfalls erst 18-jährige Tom Trybull, der gegen Leverkusen seinen zweiten Bundesliga-Einsatz absolvierte. „Wir sagen ja immer, dass man den kompletten Kader für eine Saison braucht“, meinte Allofs mit Blick auf die zahlreichen Ausfälle gestandener Spieler wie Naldo, Aaron Hunt, Sebastian Prödl, Lukas Schmitz, Marko Marin, Sebastian Boenisch und Tim Borowski.

Die Einzelkritik: Sokratis überragend

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Deshalb gibt‘s bei Werder im Moment nur ganz jung (also 18 bis 23) oder schon etwas älter (29 bis 33). „Unser Mittelalter ist verletzt“, stellte Allofs fest und setzte die betroffenen Spieler indirekt unter Druck: „Die, die gegen Bayer gespielt haben, müssen erst einmal von den anderen verdrängt werden.“ Der Werder-Boss liebt den Konkurrenzkampf. Der schien nicht nur aufgrund der vielen Ausfälle schon vorbei zu sein, sondern auch durch das Schwächeln der ersten Ersatzkandidaten wie Wesley, Florian Trinks, Lennart Thy und Felix Kroos. Die erhielten nach dem enttäuschenden Test in Rostock „einen Denkzettel“, wie Allofs bestätigte. Trinks und Wesley hätten die richtige Reaktion gezeigt und seien deshalb zurück im Kader.

Werder holt Punkt gegen Leverkusen

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Zu dem zählt ab heute auch Zlatko Junuzovic. Der 24-Jährige wurde ein halbes Jahr früher als geplant von Austria Wien losgeeist. Allofs will sich eben nicht nur auf die Jugend verlassen – speziell im Mittelfeld. Das ist im kreativen Bereich mit Trybull (18), Aleksandar Ignjovski (21) und Mehmet Ekici (21) sehr jung besetzt und gemeinsam zu grün für die Bundesliga, wie die Partie gegen Leverkusen gezeigt hat. Defensiv war‘s ordentlich, offensiv langweilig. Wirklich Druck konnte Werder nur selten machen. Auch deshalb reichte es nur zum 1:1. Auch deshalb sind die ersten Vier in der Tabelle weit enteilt, die Qualifikation für die Champions League für Allofs kein Thema: „Ich bin doch kein Träumer. Ich weiß auch gar nicht, ob das für unsere Entwicklung so gut wäre, wenn es nach der schlechten Vorsaison so einfach wieder nach oben ginge. Wir befinden uns in der Phase der Neustrukturierung.“ Der aktuelle Jugendstil sei dabei eine Momentaufnahme, kein durchgeplantes und allein geeignetes Zukunftsmodell: „Man muss alle Altersgruppen im Kader haben. Denn es kann doch im Fußball niemand sagen, was in fünf Jahren ist.“

Die jüngsten Werder-Teams

1. 23,81 Jahre: 21. September 1974 beim 0:0 bei RW Essen

2. 24,12 Jahre: 14. September 1974 bei der 0:4-Pleite in Duisburg

3. 24,18 Jahre: 25. September 2007 beim 1:1 in Wolfsburg

4. 24,25 Jahre: 28. Januar 2012 beim 1:1 gegen Bayer Leverkusen

Hinweis: Es zählt das Durchschnittsalter aller im Spiel eingesetzen Akteure.

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