Immer noch Frust über das Pokal-Aus, aber auch wachsende Gier auf Nürnberg

Bremer Gefühlswelt

Zwischen Frust und Lust: Werder-Verteidiger Sebastian Prödl.

Werder-Bremen - Von Arne Flügge · Klaus Allofs betrat gestern mit einem freundlichen Lächeln den Pressekonferenzraum im Weserstadion. Doch es war nur gute Miene zum bösen Spiel. Die 1:2-Niederlage im DFB-Pokal bei den Bayern nagte weiterhin kräftig am Sportchef von Werder Bremen.

„Ich bin noch immer sauer, stinksauer sogar, dass wir ausgeschieden sind“, brummte Allofs im Rückblick auf die vergebenen Chancen, vor allem aber auf das nicht gegebene Tor von Sebastian Prödl.Doch fast im selben Atemzug blickte der 53-Jährige auch schon wieder nach vorn. Denn morgen (15.30 Uhr) steht bereits das nächste Spiel an. In der Bundesliga empfängt Werder den 1. FC Nürnberg.

Die Bilder vom Training

Werder trainiert für Heimspiel gegen Nürnberg

„Vielleicht ist es ganz gut, dass wir uns jetzt gleich wieder der nächsten Aufgabe stellen müssen“, sagte der Werder-Boss. Und Trainer Thomas Schaaf fügte hinzu: „Die Mannschaft war total enttäuscht, doch durch den Prozess, fast jeden dritten Tag zu spielen, sind Konzentration und Gedanken schnell wieder auf Nürnberg ausgerichtet.“

Wie Schaaf und Allofs ging es gestern auch den meisten Bremer Spielern. Zwei Tage nach dem bitteren Aus in München und zwei Tage vor dem Spiel gegen den „Club“ war die Gefühlslage der Profis geteilt. Auf der einen Seite herrschte noch Frust über das Ausscheiden, auf der anderen Seite begann aber schon wieder die Lust, sich jetzt gegen Nürnberg gleich wieder beweisen zu können. „Wenn ich ehrlich bin, dann habe ich zuletzt schlecht in den Schlaf gefunden“, berichtete Sebastian Prödl, „doch wir können die Zeit nicht zurückdrehen. Wir müssen das Positive aus dem Bayern-Spiel mitnehmen und auf die Liga projizieren. Wir müssen nach vorn schauen und jetzt gegen Nürnberg gewinnen.“

Eine Einschätzung, die Sebastian Mielitz teilt. Für den Bremer Torwart ist das Bayern-Spiel aber schon „komplett abgehakt“, obwohl der 21-Jährige einräumte: „Am Mittwoch hatte ich noch ganz schön an der Niederlage zu knabbern.“ Jetzt aber, so „Miele“, kämen die „Spiele hart auf hart, und die müssen wir positiv gestalten“. Der Keeper hat bereits eine „viel bessere Stimmung“ ausgemacht: „Die war in München am Tiefpunkt. Jetzt sind wir schon wieder hochmotiviert.“

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