Guter Vorwärtsdrang, schlechter Rückwärtsgang / Standards machen Mut, aber auch Sorgen

Der Bremer Balance-Akt

Woran Schaaf noch arbeiten muss, war gegen Aston Villa klar zu erkennen. Das Abwehrverhalten ist längst noch nicht perfekt.

Bremen - Jetzt kommt der Endspurt! In nicht mal einer Woche startet Werder in die neue Saison, am Sonntag (16.00 Uhr) mit dem Pokalspiel bei Drittligist Preußen Münster. Und so kurz vor dem Auftakt ist klar: Die Bremer sind in der Offensive schon ziemlich gut drauf, das haben sie beim Test gegen Aston Villa (3:3) gezeigt.

Im Rückwärtsgang und in der Defensivarbeit gibt es aber noch einiges zu verbessern. Die große Schwierigkeit dabei: Etwa ein Drittel der Mannschaft ist in den nächsten Tagen auf Länderspielreisen und kann vorerst nicht an der Balance feilen.

„Wir haben fünf Wochen sehr gut gearbeitet. Dass wir jetzt so kurz vor dem Start auseinandergerissen werden, ist schlecht“, findet Trainer Thomas Schaaf und fügt an: „Die Spieler, die weg sind, werden jetzt drei, vier Tage mit anderen Dingen zugepflastert. Wir müssen zusehen, dass sie sich ab Donnerstag schnell wieder auf Werder konzentrieren – denn Münster wird ein heißer Tanz.“

Woran Schaaf noch arbeiten muss, war gegen Aston Villa klar zu erkennen. Das Abwehrverhalten ist längst noch nicht perfekt. Zuletzt zwei Gegentreffer gegen die Bayern, drei gegen Dortmund – und nun wieder drei gegen den englischen Erstligisten. Zu viel, urteilt Schaaf: „Wir waren teilweise zu leichtfertig, zu hektisch. Bei den Gegentoren hätten wir energischer sein müssen.“ Beim ersten durch Darren Bent (16.) sah Innenverteidiger Sokratis nicht gut aus, das zweite (Ciaran Clark/23.) und dritte (erneut Bent/69.) fiel nach Standards – erst ein Freistoß, dann eine Ecke. Beide Male war der Torschütze ziemlich frei im Bremer Sechzehner. „Da müssen wir besser verteidigen, klar“, sagt Sportchef Klaus Allofs: „Aber wir sind eben noch in der Lernphase.“

Werder Bremen trennt sich 3:3 von Aston Villa

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Die eigenen Standards hingegen sahen vielversprechend aus. Neuzugang Kevin De Bruyne zog die ruhenden Bälle besonders scharf vors Tor, aber auch Aaron Hunt und Zlatko Junuzovic lieferten starke Ecken und Freistöße. Gut möglich, dass die Bremer Offensivstandard-Schwäche aus der vergangenen Saison ein Ende hat. Schaaf hofft natürlich darauf: „Es wäre schön, wenn das so bleibt und es eine neue Waffe von uns wäre. Bei engen Spielen kann eine Standardsituation entscheidend sein.“

Positiv zudem: Werder erweckte gegen die Engländer erneut den Eindruck, dass in der neuen Saison im neuen System ein variables, flottes Offensivspiel zu erwarten ist. Mit wenigen Kontakten kombinierten sich die Bremer mehrfach ansehnlich vor das Tor von Villa-Keeper Shay Given. „Die einen spielen die Pässe, die anderen gehen in die Räume rein. Wir haben viele Möglichkeiten, das sieht gut aus. Wir haben uns viele gefährliche Situationen erarbeitet, uns oft über die Außen durchgesetzt“, lobt Allofs.

Drei dieser Chancen führten zu Toren. Niclas Fülkrug köpfte nach schöner Hereingabe von Zlatko Junuzovic das 1:0 (11.). Eljero Elia (mit einer Flanke, die plötzlich im Netz landete/52.) und Aaron Hunt (Linksschuss aus elf Metern/71.) glichen die Rückstände aus. Mittelfeldmann Hunt hatte zudem Pech mit zwei Aluminiumtreffern binnen drei Minuten (26./28.). Den möglichen Siegtreffer vergab dann Elia, der per Kopf am glänzend reagierenden Given scheiterte (83.).

Obwohl im vorletzten Testspiel der Vorbereitung letztlich kein Sieg heraussprang, war Schaaf insgesamt zufrieden: „Natürlich müssen wir noch das eine oder andere verbessern, aber wir haben schon wieder viele Dinge richtig gemacht.“ · mr

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