Bremens Sportchef: „Ich bin enttäuscht“

Thomas Eichin schlägt zurück

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Irritiert: Thomas Eichin.

Bremen - Als Werder-Sportchef Thomas Eichin gestern die Zeitung aufschlug, war er nach eigenen Angaben geschockt. „Murren im Aufsichtsrat: Darf Eichin weiter einkaufen?“, hatte diese Zeitung getitelt und von einer am Abend bevorstehenden Aufsichtsratssitzung berichtet.

„Ich bin enttäuscht darüber, dass innerbetriebliche Themen an die Öffentlichkeit dringen“, zürnte Eichin gestern Mittag im Gespräch mit dieser Zeitung. Schon die Tatsache, dass der Termin der Sitzung des Kontrollgremiums öffentlich wurde, war ihm ein Dorn im Auge.

Noch empfindlicher traf ihn allerdings die Kritik an seiner Einkaufspolitik. „Die Einschätzung von Mitgliedern des Aufsichtsrates zu unserer Transferpolitik irritiert mich sehr“, fauchte der 47-Jährige. Ins Detail wollte er nicht gehen – noch nicht: „Mehr werde ich mich zum jetzigen Zeitpunkt dazu nicht äußern, sondern erst zu gegebenem Anlass.“ Es klang wie eine Drohung.

Eichin ist sauer darüber, dass Teile des Aufsichtsrates mit seiner Arbeit nicht zufrieden sind. Ihm wird zur Last gelegt, dass die teuren Transfers nicht gezündet haben – wie Nils Petersen (vier Millionen Euro), Cedrick Makiadi (drei Millionen Euro) und Ludovic Obraniak (knapp zwei Millionen Euro). Dabei ist er für diese Einkäufe nur zum Teil verantwortlich. Petersen war als Leihspieler schon da, als Eichin seinen Dienst antrat. Der Stürmer hatte in seinem ersten Jahr ganz ordentlich funktioniert, das Ziehen der Kaufoption war eine fast logische Folge, weil Ersatz kaum günstiger zu haben gewesen wäre.

Makiadi galt als Antrittsgeschenk für Trainer Robin Dutt, der seinen ehemaligen Spieler aus Freiburger Zeiten haben wollte. Obraniak dagegen geht voll auf die Kappe von Eichin. Der Franzose mit polnischem Pass sollte Werder ab Januar als erfahrener Mittelfeldspieler im Abstiegskampf helfen. Das gelang dem Neuzugang aus Bordeaux nicht, jetzt gilt er als Verkaufskandidat.

Und was ist mit den anderen Eichin-Transfers? Santiago Garcia (zwei Millionen Euro) und Luca Caldirola (2,25 Millionen Euro) funktionieren ganz gut, dürfen sich aber noch steigern. Franco Di Santo hatte Anlaufschwierigkeiten – und so richtig weiß noch keiner, ob der Argentinier ein gefährlicher Bundesliga-Stürmer ist. Immerhin war er ablösefrei – wie in dieser Saison Alejandro Galvez, Fin Bartels und Izet Hajrovic.

Wunschkandidat Bryan Ruiz würde dagegen kosten – und nicht gerade wenig. Der FC Fulham will sieben Millionen Euro für den 29-jährigen Kapitän von WM-Teilnehmer Costa Rica. Meldungen, wonach Werder vier Millionen Euro geboten habe, sorgten im Aufsichtsrat für Verwunderung, weil Werder dieses Geld nicht hat. Laut Eichin gibt es dieses Angebot aber gar nicht. Es besteht zwar Interesse an dem Spieler, doch noch befinden sich die Bremer in Lauerstellung. Ganz im Gegensatz zur Personalie Rafal Wolski vom AC Florenz. Der 21-jährige Mittelfeldspieler war und ist kein Thema bei Werder.

Darüber dürfte auch gestern Abend gesprochen worden sein (Sitzung war bei Redaktionsschluss nicht beendet) – und über den grundsätzlichen Kurs des Clubs. Bislang lautete die oberste Maxime für diese Spielzeit aus finanzieller Sicht: eine schwarze Null, um nicht auch noch das letzte Eigenkapital zu vernichten. Deshalb darf Eichin quasi nichts ausgeben – oder müsste erst im großen Stil verkaufen. Beides ist extrem schwierig, wenn die Mannschaft verbessert werden soll. Es war gestern die Aufgabe des Aufsichtsrats, der auf Urlauber Marco Bode verzichten musste, und der Geschäftsführung, dafür eine Lösung zu finden.

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