Garcias großer Wunsch: Viele Jahre für Werder

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Voller Einsatz – auch mit dem noch lädierten rechten Knie: Santiago Garcia (links, hier gegen Hannovers Kapitän Lars Stindl) wollte mit seinem Spiel am Sonntag Eigenwerbung für einen Verbleib an der Weser betreiben. Das gelang ihm bestens. n Foto: nph

Bremen - Eigentlich wollte Santiago Garcia gestern gar keine Zeit vor den Mikrofonen verschwenden. Physiotherapeut Holger Berger hatte dem Argentinier schließlich einen Platz auf der Pritsche reserviert – damit Werders Außenverteidiger nach seinem starken Comeback bei Hannover 96 auch fürs Heimspiel am Samstag gegen Schalke 04 wieder komplett beschwerdefrei die linke Abwehrseite beackern kann.

„In den letzten 20 Minuten hatte ich dann doch leichte Schmerzen am Innenband“, gestand Garcia, während er auf sein rechtes Knie deutete. „Jetzt bin ich ein bisschen müde und muss mit dem Physio sprechen. Aber trotzdem: Die letzten Tage taten mir richtig gut. Ich bin auf einem guten Weg.“

Das war auch Robin Dutt nicht entgangen, so dass sich der Chefcoach nach dem Abschlusstraining am Samstag zu einem Einsatz des 25-Jährigen von Beginn an entschlossen hatte – ungeachtet der vierwöchigen Zwangspause wegen des Innenband-Anrisses. „Die Entscheidung war risikobehaftet“, räumte Dutt nach dem Abpfiff ein. Dementsprechend hatte er auch nicht bis zum Ende mit ihm geplant und war „überrascht, dass er 90 Minuten spielen konnte. Ich hatte ,Theo‘ und ,Luki‘ schon für die Einwechslung im Hinterkopf“, verriet der Werder-Trainer mit Blick auf die später anderweitig eingesetzten Theodor Gebre Selassie und Assani Lukimya, „aber ,Santi‘ hat einfach nicht nachgelassen.“

Der Linksverteidiger mit der steten Kämpfer-Mentalität, am Sonntag in Hannover Werders Mann mit den meisten Ballkontakten, hatte dafür einen simplen Grund parat: „Ich habe lange nicht gespielt. Umso wichtiger war das jetzt für mich, weil ich hier in Bremen bleiben will“, stellte der Defensivmann klar.

Sportchef Thomas Eichin dürfte das gern hören, denn er würde die Leihgabe von Rangers Talca aus Chile nur zu gern an der Weser halten. Allerdings möchte er noch an der Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro drehen – und dann steht da ja noch der Streit zwischen dem chilenischen Verein und US Palermo im Raum.

Für Garcias Teamkollege und Landsmann Franco Di Santo sollte dies alles aber kein allzu großes Problem darstellen: „Wenn Werder clever ist, lassen sie ihn hier unterschreiben“, rät der Stürmer dem Club in der für ihn typischen Unbekümmertheit, nennt dann aber ernsthafte Argumente, die für seinen Kumpel sprechen: „,Santi‘ gibt immer das Beste – auf dem Platz und im Reha-Raum. Das ist eine große Stärke, und deshalb hat es mich nicht überrascht, dass er schon wieder gespielt hat.“

Und damit will sich Garcia bei Eichin unentbehrlich machen: „Ich habe noch nicht mit dem Manager gesprochen, aber wenn ich so weitermache, wird er wissen, was er tun muss.“ Bis Ende des Monats, so habe Eichin signalisiert, soll eine Entscheidung fallen. „Ich muss also einfach weiter gut spielen, und dann werden wir sehen.“ Folglich blickte Werders emsiger Arbeiter und Schütze von bisher zwei wichtigen Siegtoren in der Hinrunde auch gar nicht mehr zurück auf seine tadellose Leistung gegen Hannover, sondern bereits nach vorn aufs Heimspiel am Samstag: „Ich hoffe, dass es auch gegen Schalke wieder bei mir geht. Denn ich muss so weitermachen.“ Damit meint er auch die gesamte Mannschaft: Trotz des jetzt ziemlich komfortablen Acht-Punkte-Vorsprungs auf den Relegationsplatz „dürfen wir jetzt nicht relaxen“.

Stattdessen fordert er das vom Team ein, was ihm zuletzt positiv aufgefallen war: „In den letzten Trainingseinheiten haben wir viel miteinander gesprochen, am Sonntag hat jeder für jeden gespielt. Es ist wichtig, dass das so bleibt.“

Dann sieht Garcia auch den Gesprächen optimistisch entgegen: „Mein Wunsch ist, hier viele Jahre bleiben zu dürfen.“ n ck

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