Schlechte Erinnerungen an Frankfurt als Warnung und zusätzliche Motivation

Bremen will Revanche: „Die haben uns weh getan“

Auf einem XXL-Banner vor der abgerissenen Westtribüne demonstrierten die Werder-Profis beim Bundesliga-Start schier grenzenloses Selbstbewusstsein, doch die Frankfurter zeigten sich unbeeindruckt und ließen sich am Ende sogar als Sieger von ihren Fans feiern.

„Ja, ja, Frankfurt – da war was“, sagt Clemens Fritz und verdreht ein wenig verschämt die Augen. Diesen 8. August 2009 haben die Profis von Werder Bremen nicht vergessen. Mit großem Selbstbewusstsein waren die Grün-Weißen in die Bundesliga-Saison gestartet, doch nach den ersten 90 Minuten gab’s Frust pur.

Mit einer 2:3-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt hatte wirklich niemand gerechnet. Morgen droht ein Déjà-vu-Erlebnis – Rückrundenauftakt in Frankfurt (15.30 Uhr). Doch einen erneuten Fehlstart wollen die Bremer unbedingt verhindern. Mehr noch: Werder will Revanche!

„Die haben uns damals ziemlich weh getan“, sagt Werder-Boss Klaus Allofs und erwartet natürlich einen Sieg seiner Mannschaft. „Kein Problem“, behauptet Torsten Frings: „Es liegt nur an uns. Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann sind wir besser als Frankfurt.“ Klingt vielversprechend, aber wie gut ist Werder nach der erstmals nur dreiwöchigen Winterpause? Körperlich soll es keine Schwierigkeiten geben, meint zumindest Thomas Schaaf: „Die Spritzigkeit ist noch da.“ Offen sei lediglich, „ob die Automatismen sofort greifen und die Laufwege passen“. Der Coach vertraut dabei dem intensiven Training. Auch gestern ließ Schaaf wieder verschiedene Spielformen üben und forderte dabei lautstark schnelle Ballstafetten. Denn Gegner Frankfurt erwartet er als kompaktes Team, das den Bremern kaum Raum bieten wird. Und die Eintracht werde auf Fehler der Gäste lauern, um dann wie schon im Hinspiel eiskalt zuzuschlagen. „Wir sind gewarnt“, versichert Tim Borowski.

Außerdem will Werder selbst cooler vor dem Tor werden. „Bis zum Strafraum sieht das fast immer ganz gut aus. Aber wir müssen wirklich alles daran setzen, damit die Murmel auch im Tor landet“, fordert Clemens Fritz – genauso wie mehr Einsatzfreude. Die war den Bremern zum Ende der Hinrunde etwas abhanden gekommen, prompt setzte es zwei bittere Pleiten gegen Schalke und den Hamburger SV. Deshalb ist der selbst ernannte Titelanwärter nur noch Tabellensechster mit gerade einmal vier Zählern Vorsprung auf die graue Maus Eintracht Frankfurt. Doch Werder schaut lieber nach oben, wenn auch durchaus realistisch. „Zwischen uns und den Teams ganz oben ist schon eine kleine Lücke. Deshalb brauchen wir diese drei Punkte in Frankfurt unbedingt“, sagt Fritz.

Frankfurt ist dafür gar kein schlechtes Pflaster. Fünf der vergangenen sechs Gastspiele gewannen die Bremer, beim letzten Mal sogar 5:0. Auch das haben die Werder-Profis nicht vergessen – und gegen dieses Déjà-vu-Erlebnis hätten sie ganz bestimmt nichts einzuwenden.

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