Tziolis trauert der vergebenen Werder-Chance nach / In Santander steht der Grieche kurz vor dem Absprung

„In Bremen wäre ich sehr gerne geblieben“

Im Oktober durfte Alexandros Tziolis (Mitte) im Nou Camp des FC Barcelona mal für Racing Santander ran – derzeit ist der Ex-Bremer nur Bankdrücker. ·

Werder-Bremen - SANTANDER · Aus Bremen verschwand Alexandros Tziolis still und leise. Nach einer halbjährigen Ausleihe wollte Werder den defensiven Mittelfeldspieler im Sommer 2009 nicht weiter behalten.

Und auch bei seinem aktuellen Verein Racing Santander, Vorletzter der spanischen Primera Division, ist „Alex“ nicht der erhoffte Leistungsträger. Dort probte Tziolis nun sogar den Aufstand. „Wenn ich nicht spiele, will ich weg. Ich will bei der Europameisterschaft im Sommer im griechischen Kader stehen. Wenn sich die Situation nicht ändert, werde ich mir einen neuen Club suchen“, kündigte der 26-Jährige an.

Und das Ganze nur einen Tag vor einem äußerst wichtigen Duell um den Klassenerhalt. Zielscheibe der Kritik war vor allem Trainer Hector Cuper: „Ich kann nicht verstehen, warum er andere Spieler bevorzugt. Wir haben anscheinend zwei verschiedene Philosophien“, moserte Tziolis. Inzwischen ist der Argentinier Cuper zwar entlassen worden, eine Besserung für den 31-maligen griechischen Nationalspieler jedoch nicht in Sicht. Der neue Coach Juanjo Gonzalez ließ Tziolis beim 1:0 gegen Villarreal und auch am Sonntag in Bilbao (1:1) 90 Minuten lang auf der Bank schmoren.

Der Ex-Bremer hat aber noch ein Problem. Wie Werder-Stürmer Markus Rosenberg, mit dem er in der vergangenen Saison zusammen für die Kantabrier spielte, wartet der Grieche noch auf Gehalt. „Wenn sie mich nicht bezahlen können, bin ich auch weg“, schimpfte Tziolis.

Bei Werder hatte der im Januar 2009 für rund 300 000 Euro von Panathinaikos Athen ausgeliehene Mittelfeldmann dagegen keinen Grund zum Klagen. Er bekam stets pünktlich sein Geld und konnte sich auch nicht über mangelnde Einsätze beschweren. 27 Mal durfte er in den sechs Monaten in Bremen in den unterschiedlichen Wettbewerben ran, darunter waren Kurzauftritte in beiden Endspielen: im DFB-Pokal gegen Leverkusen (1:0) und im UEFA-Cup gegen Schachtjor Donezk (1:2 n.V.). Das große Problem: Tziolis überzeugte selten bis gar nicht. Deswegen verzichtete Werder-Boss Klaus Allofs auf die Option, ihn für 1,6 Millionen Euro fest zu verpflichten – was Tziolis bedauert: „In Bremen wäre ich sehr gerne geblieben.“

Stattdessen ging es für sechs Monate zurück nach Athen. Doch nach nur zwei Einsätzen für Panathinaikos verabschiedete sich Tziolis im Januar 2010 nach Siena. 13 Mal trug der in Stuttgart aufgewachsene Grieche das Trikot der Italiener, die allerdings am Ende der Spielzeit abstiegen. Seit Sommer 2010 läuft er mit bescheidenem Erfolg für Racing Santander auf. 18 Erstliga-Spiele in anderthalb Jahren sind eine magere Bilanz. Auch deshalb wird Tziolis nun wohl erneut das Weite suchen. Nur diesmal nicht heimlich, still und leise, sondern mit ordentlich Geschimpfe und Getöse. · bis

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