Die Tore des Sturmduos schmecken Werder im Abstiegskampf richtig gut / Nürnberg nach 1:3 sauer

Bremen steht auf „Wagner Pizza“

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Sandro Wagner

Nürnberg - Von Björn Knips · Sorry Dr. Oetker, sorry Alberto – aber Bremen steht nur noch auf „Wagner Pizza“. Denn die hat die richtige Rezeptur für einen erfolgreichen Abstiegskampf.

Sie schießen und jubeln Werder aus der Krise: Claudio Pizarro (Foto) und Snadro Wagner

Dank der Treffer von Sandro Wagner (27. und 89.) und Claudio Pizarro (50.) siegte Werder Bremen am Samstag nicht nur 3:1 (1:1) in Nürnberg, sondern darf bei vier Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz auch endlich mal tief durchatmen. „Sandro und ich verstehen uns immer besser“, verkündete ein zufriedener Pizarro nach der Partie. Offenbar hat der Peruaner endlich den richtigen Sturmpartner gefunden, der ihn sogar auch als Torschützen entlastet. Wie zum Beispiel vor dem ersten Strafstoß. Den sollte auf Anweisung von Torsten Frings eigentlich Pizarro schießen, doch der nach zwei Toren in den vergangenen beiden Spielen vor Selbstbewusstsein triefende Wagner bat „Pizza“ um den Ball. „Schließlich hat er schon gefühlte 1 000 Bundesliga-Tore auf seinem Konto“, erklärte der 23-Jährige später mit einem schelmischen Grinsen. Doch so schnell hatte Pizarro die Kugel nicht rausgerückt: „Ich habe Sandro tief in die Augen geschaut. Als ich da ganz viel Selbstvertrauen gesehen habe, habe ich ihm den Ball gegeben.“ Eine gute Entscheidung, wie auch Trainer Thomas Schaaf fand: „Wenn einer so mutig ist, sich die Kugel nimmt, den Ball reinmacht – dann hat er alles richtig gemacht.“

Werder in der Einzelkritik

Die Einzelkritik "Wagner Pizza" in Topform

Logisch, dass Wagner auch beim zweiten Strafstoß antrat und sicher verwandelte. Der Mann hat einfach einen Lauf. Nach Monaten der Torlosigkeit, als er schon als nicht bundesliga-tauglich verspottet wurde, setzte der U 21-Europameister mit seinen vier Treffern in drei Spielen ein Zeichen. Aber er verzichtete anschließend auf eine Retourkutsche vor den Mikrofonen und verkniff sich auch eine Ein-Mann-Show. Den Vorwurf von Werder-Boss Klaus Allofs, sich zu überschätzen und zu sehr an sich zu denken, hat er sich offenbar zu Herzen genommen. Dafür dankte er lieber Pizarro: „Claudio ist der beste Stürmer der Liga. Es ist eine Ehre für mich, mit ihm trainieren und spielen zu dürfen. Er ist der wichtigste Spieler bei Werder.“

Den jüngsten Beweis dafür hatte Pizarro in den 90 Minuten zuvor eindrucksvoll geliefert. Vor Elfmeter Nummer eins war er klar von Philipp Wollscheid gehalten worden. Treffer Nummer zwei erzielte Pizarro selbst. Und an Tor Nummer drei war er wieder maßgeblich beteiligt – allerdings mit äußerst unterschiedlicher Bewertung. Während die Bremer Pizarros zum Elfmeter führenden Faller gegen Keeper Raphael Schäfer als Schlitzohrigkeit einstuften, stempelten die Nürnberger den Peruaner als Schwalbenkönig ab. „Ich bin kein Schauspieler“, wehrte sich Pizarro, sprach von einer Berührung, aber ließ durchaus Zweifel an der Berechtigung des Strafstoßes. Was er denn gemacht hätte, wenn ihn der Schiedsrichter zu der Aktion befragt hätte, wollte ein TV-Reporter wissen – und das gleich dreimal. Doch Pizarro antwortete immer nur: „Er hat mich nicht gefragt . . .“

Und deshalb durfte Wagner seinen zweiten Elfer verwandeln. Die Erfolgsgeschichte von der „Wagner Piz(z)a“ war perfekt – und sie weckte Erinnerungen an den legendären Bremer Lieferservice „Pizza Toni“, als Pizarro und Ailton regelmäßig für Werder trafen. Das Duo ist schon lange getrennt, und auch Wagner ist in zwei Wochen allein. Denn Pizarro hatte sich im Eifer des Gefechts für ein dummes Foul seine fünfte Gelbe Karte eingehandelt und ist gegen Stuttgart gesperrt.

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