Bremen empfängt Stuttgart – oder: Schießbude trifft auf Schießbude

Aufschwung, Teil drei? Werder braucht den Heimsieg

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Das Weserstadion kennen Viktor Skripnik (Mitte), Torsten Frings (2.v.l.) und Christian Vander (r.) bislang nur aus der Spieler-Perspektive. Heute sitzen sie erstmals als Trainerteam auf der Bank – zusammen mit Fitnesscoach Reinhard Schnittker (li.) und Florian Kohfeldt (2.v.r.).

Bremen - Schießbude trifft auf Schießbude – Viktor Skripnik nimmt diese Umschreibung des Bundesliga-Kellerduells zwischen Werder Bremen und dem VfB Stuttgart mit Humor. „Ich könnte jetzt sagen, der VfB ist genau der richtige Gegner für uns. Aber das kann der VfB auch über uns sagen“, lacht der neue Werder-Chefcoach über die gleichgearteten Probleme der Konkurrenten, die heute (18.30 Uhr) im Weserstadion aufeinandertreffen. Beide kassieren in dieser Saison viel zu viele Gegentore. 24 sind es schon bei Werder, 23 beim VfB – erschreckende Zahlen nach zehn Spielen. In der Liga ist niemand schlechter.

Dass Skripnik der schlimmen Gegentorquote unbelastet begegnet, hat einzig den Grund, dass er sie nicht zu verantworten hat. Sie stammt aus der Zeit unter Robin Dutt, seinem Vorgänger. Skripnik ist nun angetreten, alles besser zu machen. Und nach zwei Siegen in zwei Spielen unter seiner Führung lässt sich sagen: Das Bessermachen macht er gut. Fortsetzung gegen Stuttgart erwünscht.

Für Skripnik und sein Trainerteam wird es nach zuvor zwei Auswärtsspielen in Chemnitz (DFB-Pokal/2:0) und Mainz (2:1) der erste Auftritt vor heimischem Publikum sein. „Nervös“ sei er deshalb, sagt der 44-Jährige: „Es ist zehn Jahre her, dass ich das letzte Mal durch den Spielertunnel ins Stadion gegangen bin. Ich weiß nicht, was mich erwartet.“

Mit Pfiffen wird er bestimmt nicht empfangen – so weit darf man sich wohl aus dem Fenster lehnen. Skripnik ist schließlich auf bestem Weg, der neue Liebling der Fans zu werden. Was ihm, dem zurückhaltenden Mann aus der Ukraine, insgesamt etwas unangenehm ist. „Die Fans sollen sich auf die Mannschaft fokussieren, nicht auf mich“, fordert er.

Es wird sich allerdings kaum vermeiden lassen, dass der Personenkult um Skripnik weiter zunimmt, wenn das Team nach dem ersten Saisonsieg in Mainz heute auch den ersten Heimsieg einfährt. Bislang hat Werder im eigenen Stadion nur zwei Punkte (in vier Partien) geholt – mager, mager. „Wir müssen diesen Heimfluch jetzt verscheuchen. Das ist das nächste Ziel“, erklärt Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic und setzt auf den Schwung, den das 2:1 in Mainz gegeben hat: „Ich hoffe, dass jetzt ein bisschen die Unbekümmertheit zurückkommt, wir einfach drauflosspielen und das Spiel gewinnen.“ Was den schönen Nebeneffekt hätte, dass Werder die Rote Laterne weiterreichen könnte. „Stuttgart hat neun Punkte, wir sieben. Plus drei, dann haben wir zehn Punkte – das lässt sich einfach rechnen“, meint Skripnik und grinst wieder dieses Schießbuden-Grinsen. Aber wer in die andere Richtung rechnet, stellt fest, dass Werder bei einer Niederlage vom VfB abgehängt würde. Das gilt es zu verhindern, fordert Junuzovic: „Wir müssen Stuttgart überholen und den Abstand auf Platz elf, zwölf verkürzen.“

Aufschwung, Teil drei? Bessermacher Skripnik setzt seine Hoffnungen dabei – Schießbude hin oder her – tatsächlich in die eigene Defensive. Die habe schließlich gegen Mainz in der letzten halben Stunde „richtig gut“ gestanden: „Ich will nicht sagen, dass wir uns schon stabilisiert haben. Aber die Tendenz stimmt.“

Beim VfB Stuttgart kann das im Moment niemand ernsthaft behaupten. Zuletzt setzte es ein 0:4 gegen den VfL Wolfsburg, davor hatten das sagenhafte 5:4 bei Eintracht Frankfurt und das fulminante 3:3 (nach 0:3-Rückstand) gegen Bayer Leverkusen für Aufsehen gesorgt. Eher unspektakulär kam das 2:3 bei Hertha BSC daher. In der Summe macht das zwar vier Punkte aus vier Spielen, aber eben auch 14 Gegentore. Werder kassierte im gleichen Zeitraum neun Treffer, holte ebenfalls vier Zähler. Also kleiner Vorteil für die Bremer? Nur wenn man glaubt, dass der Lahme schneller ist als der Hinkende – oder umgekehrt.

csa

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