Vorfall schon am Samstag / Schwere Kopfverletzungen durch Tritte

Bremen brutal: Hooligans verprügeln Schalke-Fan

Bremen - Was soll dieser Wahnsinn? Die Gewalt rund um den Fußball wird immer roher, am Samstag gab es gleich zwei Schwerverletzte. Einen in Bielefeld (wir berichteten) – und einen auch in Bremen.

Wie die Polizei erst gestern bekanntgab, wurde ein 43-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen nach dem Saisonabschluss zwischen Werder Bremen und Schalke 04 übel verprügelt. Laut der Pressemitteilung deuten Zeugenaussagen darauf hin, dass die Täter der Bremer Hooligan-Szene zuzuordnen sind. Konkrete Tatverdächtige gibt es noch nicht.

Das Opfer erlitt mehrere Frakturen im Gesicht, zudem besteht der Verdacht eines Schädel-Hirn-Traumas. Anders als der in Bielefeld von Hooligans überfallene Werder-Fan befindet sich der Schalke-Anhänger aber nicht in Lebensgefahr.

Werder-Präsident und Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer reagierte entsetzt auf die beiden Vorfälle vom Wochenende: „Das hat null mit Fußball zu tun, das sind null Fußball-Fans. Da fehlt mir jeder Funke Verständnis.“

Nach dem Abpfiff im Weserstadion war der Schalke-Fan am Samstag laut Polizei im Einmündungsbereich Rembertistraße/Rembertiring (Disco-Meile) von mehreren Angreifern umringt und zu Boden gebracht worden. Erst trat ihm einer der Täter gegen den Hinterkopf, so dass der Schalke-Fan regungslos liegenblieb. Trotzdem ließ die Gruppe, die aus mindestens acht Personen bestanden haben soll, nicht vom Opfer ab. Ein weiterer Täter trat dem 43-Jährigen ins Gesicht, dann flüchteten die Männer. Die Polizei beschreibt das Vorgehen als „Auswuchs exzessiver Gewalt“.

Bremens Polizeipräsident Lutz Müller kündigte an, die Ermittlungen, die inzwischen an die Abteilung für Kapitalverbrechen übergeben worden sind, „mit Nachdruck“ zu führen: „Mit dieser Form der Gewaltausübung ist eine klare Grenze überschritten.“ Die Polizei hofft auf weitere Zeugenbeobachtungen. Der Kriminaldauerdienst nimmt Hinweise unter der Rufnummer 0421/36 23 888 entgegen.

Der Schalke-Fan ist inzwischen aus einer Bremer Klinik in ein Krankenhaus in der Nähe von Gelsenkirchen verlegt worden. Dort wird er sich mehrerer Gesichts-Operationen unterziehen müssen.

„Das ist heftig, schrecklich, ein Schock“, sagte Werders Fanbeauftragte Julia Ebert, „und es ist schon der zweite Fall“. Nach dem Auswärtsspiel von Werder Bremen II bei Arminia Bielefeld war ein 26-jähriger Werder-Fan, der aus dem Kreis Lüneburg stammt, von Arminia-Anhängern mit Tritten lebensgefährlich verletzt worden. Sein Zustand ist weiter kritisch. „Er liegt im Koma. Das ist mein Stand von heute Morgen“, sagte Klaus-Dieter Fischer gestern: „Ich bin in engem Kontakt mit der Familie, auch die Arminia kümmert sich sehr.“ · mr/csa

Rubriklistenbild: © dpa

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