Allofs: „Wir verhalten uns korrekt“ / Imageschaden für den Club bleibt aber

Aufschrei der VdV – aber Werder sieht sich im Recht

„Werder verhält sich korrekt“, behauptete Sportchef Klaus Allofs gestern.

Von Arne Flügge (Eig. Ber.) · Per Mertesacker bekam gestern 1000 Euro überreicht. Angesichts der teilweise eingefrorenen Gehälter bei Werder Bremen, entbehrte das nicht einer gewissen Situationskomik.

Nun, das Geld, das Mertesacker vom Fachmagazin „Kicker“ bekam, war freilich nicht dafür gedacht, den vom Club zuletzt nur mit dem halben Gehalt gefütterten Geldbeutel des Innenverteidigers aufzufüllen. „Merte“ bekam den Scheck, den er für einen guten Zweck weiterleitet, als Gewinner der Fair-Play-Wertung 2009/2010.

Eine Auszeichnung für besonders kluges Verhalten wird der Club indes sicher nicht bekommen. Noch immer ist es ein Rätsel, was die ganze Aktion, den Spielern aufgrund derer schlechten Leistungen nur 50 Prozent des Septembergehalts zu zahlen, die andere Hälfte einzubehalten, um sie jetzt mit dem Oktobersalär nachzureichen, eigentlich sollte? Bestraft hat sich Werder damit schlussendlich nur selbst. Zumal die Verantwortlichen auch gestern noch kein Licht ins Dunkel bringen wollten. „Es gibt einen Bereich bei uns, der nicht öffentlich ist. Daran halten wir uns“, bügelte Sportchef Klaus Allofs sämtliche Nachfragen zu dem brisanten Thema ab.

Eine zwar konsequente, im Umkehrschluss aber nicht sonderlich förderliche Haltung. Die heile Werder-Familie hat Dellen bekommen. Und zudem könnte es auch rechtliche Konsequenzen geben. „Es ist rechtlich nicht zulässig, das Gehalt einzubehalten. Die Spieler könnten klagen oder von ihrem Rückbehaltungsrecht der Arbeit Gebrauch machen“, erklärte Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Spielergewerkschaft VdV.

Im Klartext: Die Spieler könnten in den Streik treten – im Training, aber auch bei Spielen. „Platt gesagt könnten die Spieler hingehen und sagen: Wir treten nicht an“, sagte Baranowsky. Ob nun einige Spieler rechtliche Schritte einleiten, sei unklar. Es bestünde ein „enger Kontakt“ zu den Bremer Spielern. „Wir haben uns aber geeinigt, zu dem konkreten Fall keine Stellung zu beziehen, obwohl wir im Bilde sind“, sagte Baranowsky.

Die Bilder vom Training

Vier Rückkehrer bei Werder Bremen

Die Bremer Vereinsführung ließ ein derartiges Szenario gestern kalt. Zum einen waren alle Spieler pünktlich zum Training erschienen, zum anderen ist nicht davon aufzugehen, dass die Profis das Heimspiel morgen (15.30 Uhr) gegen den SC Freiburg boykottieren werden. „Ich kann alle beruhigen, die sich Sorgen um Werder machen. Werder verhält sich korrekt, was die rechtlichen und finanziellen Dinge anbelangt. Und es wird auch keine Probleme geben“, sagte Allofs.

Vermutlich hat der große öffentliche Druck die Bremer Verantwortlichen bereits schon jetzt zum Einlenken gezwungen. Vielleicht ist das einbehaltene Gehalt auch schon auf dem Weg Richtung Spielerkonten. Rechtsverteidiger Clemens Fritz jedenfalls meinte gestern vielsagend: „Es gibt dazu nichts mehr zu sagen. Es ist alles geklärt.“ Doch der Imageschaden, den Werder Bremen erlitten hat, bleibt.

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