Bremen im Achtelfinale des DFB-Pokals / Bartels und Di Santo treffen beim 2:0 in Chemnitz

„Viktory“ – Werder siegt mit Skripnik

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Der Mann mit dem Turban feiert sein Tor mit ausgestreckter Zunge: Werders Stürmer Franco Di Santo sorgte gestern mit dem 2:0 kurz nach der Halbzeit für klare Verhältnisse. Bei diesem Spielstand blieb es.

Chemnitz - „Viktory“ – der SV Werder kann doch noch gewinnen. Im ersten Spiel unter seinem neuen Trainer Viktor Skripnik ist der Bundesliga-Letzte gestern Abend ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Bei Drittligist Chemnitzer FC gewannen die Bremer nach einer konzentrierten Leistung mit 2:0 (1:0) – es war der erste Erfolg nach zuvor neun sieglosen Spielen in der Liga und zugleich daserste Saisonspiel ohne Gegentor.

„Es waren viele kleine Fortschritte zu sehen“, sagte Skripnik anschließend, „vielleicht reicht das irgendwann, um die große Kurve zu kriegen.“ Nach der Partie gestern von einer Wende zu sprechen, wäre freilich zu weit gesprungen. Der Gegner war schließlich ein Drittligist, das Spiel trotzdem lange offen. Skripnik: „Es hat jeder gesehen, wie schwierig es heute für uns war. Aber zum Glück haben wir zur richtigen Zeit die Tore gemacht“ Verantwortlich dafür: Fin Bartels, der in der 31. Minute ein schönes Zuspiel von Izet Hajrovic per Lupfer verwertete, und Franco Di Santo. Der Argentinier traf nach Vorarbeit von Clemens Fritz (51.) aus halbrechter Position mit einem satten Schuss ins kurze Eck.

„Das tut gut, das können Sie mir glauben“, meinte Fritz und wirkte schwer erleichtert: „Dieser Sieg sollte uns jetzt Freude geben und den Spaß, den man zum Fußballspielen braucht.“

Als eine Stunde vor dem Anpfiff die Aufstellungen verteilt wurden, war klar, wem Viktor Skripnik das Vertrauen schenkt. Und kleine Überraschung: Ludovic Obraniak gehörte nicht dazu. Der Franzose, mit dessen Einsatz gerechnet worden war, saß doch nur auf der Bank. Statt ihm bekam Levent Aycicek, Skripniks Zögling aus der U23, in der Mittelfeld-Raute die Spielmacher-Rolle zugewiesen. Erklärung des Trainers: „Levent kennt mich aus der U23, er weiß, was ich erwarte.“ Und: „Levent hat Spielpraxis, Ludovic nicht.“

Auf den Halbpositionen musste Skripnik zudem ungewollte Wege gehen. Weil Zlatko Junuzovic mit Kniebeschwerden kurzfristig ausfiel, rückte Fin Bartels nach links, Clemens Fritz übernahm die rechte Seite. Theodor Gebre Selassie rückte rechts in die Viererkette, in der Alejandro Galvez neben Sebastian Prödl innen verteidigen durfte.

So weit die Änderungen. Was es brachte? Erstmal nicht viel. Zwischen dem Erstligisten aus Bremen und dem Drittligisten aus Chemnitz war vor 10000 Zuschauern der Zwei-Klassen-Unterschied nur auf dem Papier zu erkennen. Auf dem Platz herrschte zunächst das Gleichgewicht der Kräfte – mit dem ersten Knalleffekt durch den CFC. Ein Distanzschuss von Anton Fink klatschte an den Pfosten (29.).

Über Viktor Skripnik lässt sich sagen, dass er in diesem Moment genauso wenig zuckte wie zwei Minuten später, als Fin Bartels die erlösende Führung für Werder erzielte. Kaugummikauend lehnte Skripnik an der Trainerbank, registrierte das Tor stoisch, nicht euphorisch. Oder wie er es sagte: nach innen gekehrt: „Ich habe mich schon gefreut, hatte aber nicht die Mimik.“

Einer tat in der Folge viel dafür, dass Werder nicht mal an der Blamage schnuppern musste: CFC-Schlussmann Philipp Pentke – der gestern ein kleiner Pannen-Philipp war. Einen Ball warf er sich fast selbst ins Tor (40.), dann landete sein Befreiungsschlag bei Fritz, der anschließend Di Santo das 2:0 auflegte. Und beinahe hätte Pannen-Philipp auch noch das 0:3 verschuldet, als er Aycicek die Kugel zu Füßen legte. Der Bremer ließ die Gelegenheit aber aus (55.).

Werder-Noten zur Skripnik-Premiere

Szenen, die zeigten: Werder hatte die Partie mehr und mehr in den Griff bekommen. Doch dass ein 2:0 gegen Chemnitz keine sichere Sache ist, hatte in Runde eins der FSV Mainz 05 zu spüren bekommen. Am Ende stand es nach Verlängerung 5:5 – und Mainz schied im Elfmeterschießen aus. „Aber das kann man nicht immer schaffen“, sagte Chemnitz-Coach Karsten Heine, dessen Team zwar anrannte, aber keine Chancen kreierte.

Skripnik-Premiere: Werder gewinnt in Chemnitz

Mit Abpfiff war dann klar: Werder ist heute im Topf, wenn nach der Partie des HSV gegen Bayern München das Achtelfinale ausgelost wird. Der Bremer Wunsch? Ein Heimspiel. Das hat es im DFB-Pokal zuletzt am 23. März 2010 gegeben. Es war das Halbfinale gegen den FC Augsburg, Werder gewann 2:0. Wie gestern. Weshalb 2000 Bremer Fans sangen: „Der SVW ist wieder da.“ Wenn dem tatsächlich so wäre, wäre „das sehr schön“, meinte Skripnik.

csa

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