Nicht nur (fauler) Zauber

Sechs Brasilianer in Bremen – doch nur bei Naldo und Diego (oben) war‘s richtig erfolgreich.

BREMEN - von Björn Knips. Thomas Schaaf hat Wesley einen Denkzettel verpasst, ihn nicht in den Mainz-Kader berufen und damit auch ein altes Thema wieder aktuell gemacht: Warum ist Werders Brasilianer-Bilanz in der Ära Thomas Schaaf und Klaus Allofs (seit Sommer 1999) so durchwachsen?

Zwei Volltreffern (Naldo und Diego) und einem Glücksschuss (Julio Cesar) stehen zwei Rohrkrepierer (Carlos Alberto und Gustavo Nery) sowie ein Irrläufer (Wesley) gegenüber.

Diego

Bei Werder: 07/2006 - 06/2009

Ablöse: 6 Millionen Euro

Alter: 26 Jahre

Spiele/Tore für Werder: 132/54

Aktueller Verein: Atl. Madrid

„Das ist absoluter Bundesliga-Schnitt“, verteidigt sich Allofs. Mit Zahlen belegen kann er das nicht. Aber natürlich haben auch andere Clubs ihre brasilianischen Flops erlebt. Bei Werder gilt Carlos Alberto als bestes Beispiel, wie es nicht laufen sollte. Er war ein Ballzauberer, aber kein Fußball-Profi. Nach zahlreichen Eskapaden und gesundheitlichen Problemen war schon nach einem halben Jahr Schluss und die Ablöse von 7,8 Millionen Euro praktisch futsch. Nery gab‘s billiger (2,3 Millionen Euro), aber ebenso kurz. Sein Heimweh war einfach zu groß.

Wesley

Bei Werder: seit August 2010

Ablöse: 7,5 Millionen Euro

Alter: 24 Jahre

Spiele/Tore für Werder: 28/2

Nun heißt das Sorgenkind Wesley. Einem guten Start vor einem Jahr folgte ein Sehnenriss im Oberschenkel und eine mehrmonatige Pause. „Die Verletzung hat ihn extrem zurückgeworfen“, sagt Thomas Schaaf. Körperlich ist Wesley zwar längst wieder fit, aber offenbar hat er das Werder-Spiel vergessen. In seinen wenigen Einsätzen in dieser Saison irrte der 24-Jährige meist orientierungslos über den Platz. Schaaf verzichtete folglich auf Wesley, und der schmollte und ließ im Training immer mehr nach oder überdrehte – wie vor einer Woche. Schaaf schickte ihn vorzeitig zum Duschen und strich ihn später aus dem Mainz-Kader.

Die Saison 2011/ 2012 in Bildern

Werders Bremens Saison 2011/2012 in Bildern

Naldo

Bei Werder: seit Juli 2005

Ablöse: 2,4 Millionen Euro

Alter: 29 Jahre

Spiele/Tore für Werder: 243/33

„Wesley brauchte diesen Denkzettel, die Korrektur war notwendig“, sagt Allofs, stellt aber auch klar: „Er ist damit nicht abgestempelt. Er spielt in unseren Planungen eine feste Rolle.“ Natürlich, schließlich kann Werder die Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro nicht einfach mal so abschreiben. Doch da widerspricht Allofs: „In der Bewertung eines Spielers spielt der Preis keine Rolle. Den sollte man immer ganz schnell vergessen, es geht nur um die Leistung.“

Gustavo Nery

Bei Werder: 07/2004 - 01/2005

Ablöse: 600 000 Euro

Alter: 34 Jahre

Spiele/Tore für Werder: 4/0

Aktueller Verein: Karriereende

Von Wesley fordert Allofs nun, dass er sich „anpassen muss wie jeder andere Spieler, ohne seine Identität zu ändern“. Natürlich sei es für Brasilianer schwieriger, sich in Deutschland zurechtzufinden als für Österreicher, „aber auch nicht unbedingt schwieriger als für andere ausländische Neuzugänge von uns“.

Carlos Alberto

Bei Werder: 07/2007 - 01/2008

Ablöse: 7,8 Millionen Euro

Alter: 26 Jahre

Spiele/Tore für Werder: 5/0

Aktueller Verein: E. Cl. Bahia

Der Verein würde sich ausreichend um die Spieler kümmern, betont Allofs. Wie gut das funktionieren kann, zeigen die Beispiele Diego und Naldo. Beide reiften in Bremen zu Stars. „Es kommt immer darauf an, wie sehr ein Spieler begreift, was von ihm erwartet wird“, erklärt Allofs und fügt noch an: „Jeder Spieler muss begreifen, dass mit der Unterschrift bei uns das schöne Leben nicht eingeläutet wird, sondern die Arbeit erst richtig losgeht.“

Julio Cesar

Bei Werder: 07/1999 - 06/2000

Ablöse: ablösefrei

Alter: 48 Jahre

Spiele/Tore für Werder: 20/0

Aktueller Verein: Karriereende

Besonders hart bekam das 1999 Julio Cesar zu spüren. Nur durch Zufall landete der einstige Weltklasse-Verteidiger im Herbst seiner Karriere in Bremen – und wurde nur pro Einsatz entlohnt, das allerdings fürstlich. „Das war eine der wichtigsten Verpflichtungen überhaupt“, schwärmt Allofs noch heute, denn Cesar entpuppte sich als Stabilisator der Abwehr.

Ärgerlich für Allofs: „Kugelblitz“ Ailton würde die Bilanz der Brasilianer so viel besser machen, doch der Torschützenkönig von 2004 war schon da, als die Ära Schaaf/Allofs begann.

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