Werder siegt in Dortmund, verliert aber Fin Bartels

2:1 - wichtiger Sieg mit Wermutstropfen

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Gebre Selassie und Max Kruse jubeln nach dem 2:1 für Werder Bremen.

Dortmund. In einem Spiel mit schlimmen personellen Rückschlägen ist Werder Bremen ein enorm wichtiger Sieg im Abstiegskampf gelungen.

Der Vorletzte der Fußball-Bundesliga gewann bei Borussia Dortmund nach Toren von Maximilian Eggestein (26.) und Theodor Gebre Selassie (65.) mit 2:1 (1:0). Pierre-Emerick Aubameyang hatte zwischenzeitlich den Ausgleich für den BVB erzielt. Die Bremer sackten zwar die Punkte ein und feierten den ersten Auswärtssieg der Saison, verloren aber Fin Bartels (Verdacht auf Achillessehnenriss) und Kapitän Zlatko Junuzovic durch Verletzungen. Durch den Sieg kletterte Werder wenigstens bis heute Nachmittag auf den Relegationsrang

Das Ergebnis in Dortmund war die finale Überraschung, das erste Mal zogen die knapp 9000 Werder-Fans im Signal-Iduna-Park aber schon direkt nach dem Anpfiff die Augenbrauen hoch. Denn Coach Florian Kohfeldt schickte zwar die gleiche Startelf wie beim 1:0-Sieg über den VfB Stuttgart eine Woche zuvor aufs Feld, organisierte sein Personal aber etwas anders. Statt einer Viererkette baute sich vor Schlussmann Jiri Pavlenka eine Dreierkette auf – und in der übernahm Philipp Bargfrede den zentralen Part. Es war ein Experiment, eine dieser Kohfeldt-Ideen.

Maxi Eggestein mit seinem großen Moment

Zur Halbzeit ließ sich sagen: Die Idee war gut. Denn Werder ließ so gut wie überhaupt keine Dortmunder Torchancen zu. Erst in der 39. Minute gab Andriy Yarmolenko den ersten Schuss Richtung Bremer Tor ab. Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang, in der Champions League noch mit einem Doppelpack beim 2:3 gegen Real Madrid, kam überhaupt nicht zur Entfaltung.

Bremer Jubel nach dem 1:0 durch Maximilian Eggestein.

Mit dem Begriff Gefahr war zunächst also nur Werder Bremen in Verbindung zu bringen. Zlatko Junuzovic (9.) und Max Kruse (12.) versuchten es aus der Distanz. Junuzovic zog dann von der Strafraumgrenze nochmal knapp drüber (22.), ehe Maxi Eggestein seinen großen Moment hatte. Nachdem Max Kruse das Spiel von der linken auf die rechte Seite verlagert hatte, schlug Eggestein einen Haken, ließ Raphael Guerreiro ins Leere laufen und zog mit links ab. Wie an der Schnur gezogen sauste der Ball ins lange Eck – es war ein Tor der Marke Arjen Robben und ein Schuss, in dem das ganze Selbstvertrauen steckte, das Eggestein in den vergangenen Wochen gesammelt hat.

Wie im kompletten Bremer Spiel das unter Kohfeldt erworbene Selbstbewusstsein zum Tragen kam. Werder spielte vor 81 160 Zuschauern im BVB-Tempel ausgesprochen mutig, war aktiver und einfach besser als die in einer Krise steckende Borussia.

Verdacht auf Achillessehnenriss bei Fin Bartels

Dann aber ein Schock für Werder: Fin Bartels blieb nach einem Zweikampf mit dem Ex-Bremer Sokratis liegen, hatte erkennbar Schmerzen. Bartels wurde noch am linken Fuß behandelt, musste aber ausgewechselt werden (33.). Bei ihm besteht der Verdacht eines Achillessehnenrisses – sollte sich das bewahrheiten, würde Bartels, der sich gerade wieder in Top-Form befand, für Monate ausfallen. Für ihn kam Florian Kainz in die Partie.

Werder hatte noch eine Chance durch Kruse, dann war Pause, und der nach einer Serie von acht sieglosen Pflichtspielen in der Kritik stehende BVB-Trainer Peter Bosz hatte die Gelegenheit, personell und taktisch nachzujustieren. Er brachte Andre Schürrler und Nuri Sahin für Yarmolenko und Guerreiro. Fortan spielte ein anderer BVB. Die Dortmunder machten Druck, kamen durch Shinji Kagawa (49.) und Schürrle (52.) zu Chancen, die Pavlenka vereitelte. Werder wackelte, und Werder musste den zweiten personellen Tiefschlag verkraften. Nach Bartels schied auch der starke Junuzovic aus (53.). Gondorf ersetzte den Kapitän und tauchte ein in ein Spiel, das längst einen anderen Charakter hatte als vor der Pause.

Nach 57 Minuten änderte sich auch der Spielstand. Ob der Treffer von Aubameyang allerdings regelkonform war, muss infrage gestellt werden. Der BVB-Torjäger setzte sich nach Kopfballablage von Kagawa erst gegen Bargfrede durch und blockte dann Pavlenka auf der Torlinie, während der Ball über die Linie trudelte. Als Zwischenfazit nach einer Stunde stand für die Gäste also: Zwei Leistungsträger verloren, umstrittenen Ausgleich kassiert. Und dennoch war Werder weiter voll im Spiel, hatte nach Kontern durch Gondorf (63.) und Kruse (64.) zwei hochkarätige Möglichkeiten. Vor allem die durch Gondorf hätte die Führung bringen müssen. Das Tor fiel dann aber doch. Nach einer Eckball rammte Gebre Selassie den Ball ins Netz (65.). Werder wieder auf Siegkurs, Werder aber nicht in Sicherheit. Denn mit den Kontermöglichkeiten ging das Kohfeldt-Team fahrlässig um.

Erster Auswärtssieg seit April

Platz eins in der Rubrik „Chancen versemmeln“ sicherte sich jedoch Shinji Kagawa. Aus vier Metern kam er frei zum Abschluss, schoss aber dem am Boden liegenden Teamkollegen Aubameyang an – Ball drüber, Ausgleich verschenkt (72.). Unfassbares Glück für den SV Werder!

Nach vier Minuten Nachspielzeit war schließlich der erste Bremer Auswärtssieg seit dem 22. April (4:2 beim FC Ingolstadt) perfekt.

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Die Stimmen zum Spiel: „Wir sollten jetzt in diesem Flow bleiben“

Quelle: DeichStube

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