BVB demontiert Werder

Schaaf: „Das tut weh“

+
Dortmunds Mario Götze im Kampf mit Clemens Fritz.

Bremen - Von Peter Hübner. Selbst Jürgen Klopp konnte seinen geknickten Kollegen Thomas Schaaf nicht aufrichten. „Wenn wir ins Rollen kommen, wird es für die Gegner schwierig“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund zu der beeindruckenden Tor-Gala seiner Mannschaft bei Werder Bremen.

Klopps Worte sollten die Bremer etwas trösten, die am Samstagabend beim 0:5 (0:2) gegen den wie entfesselt aufspielenden deutschen Meister ihre zweithöchste Bundesliga-Heimpleite erlitten.

„Die Mannschaft sitzt in der Kabine und ist genau so wütend wie ich. Wütend über die Situation, wütend über das Spiel, wütend über die eigene Leistung“, haderte Schaaf. Noch am Sonntag war auch Aufsichtsratschef Willi Lemke bedient. „Wir müssen uns konsolidieren. Wir müssen es schaffen, Ruhe zu bewahren“, sagte Lemke bei Sport1.

Die Bremer Taktik gegen den BVB ging nur zehn Minuten auf. Lediglich in der Anfangsphase klappte das frühe Stören und das Pressing. Das frühe 0:1 in der 9. Minute durch einen direkt verwandelten Freistoß von Marco Reus durchkreuzte den Plan, ohne eine richtigen Mittelstürmer dem BVB Paroli bieten zu können.

„Nach dem dritten Tor haben wir uns nicht mehr gewehrt. Das tut weh“, gestand der Werder-Trainer. Die Lücken in der Abwehr und die Harmlosigkeit im Angriff nahmen mit zunehmender Spielzeit zu. „Wir hatten zu viel Respekt vor den Dortmundern, haben mutlos gespielt und die Bälle viel zu leicht verloren. Das ist sicher eines der frustrierendsten Erlebnisse für mich im Werder-Trikot“, analysierte Kapitän Clemens Fritz die bittere Klatsche vor 42 100 Zuschauern.

Werder verliert gegen Dortmund: die Einzelkritik

Werder verliert gegen Dortmund: die Einzelkritik

Trotz eines Ballbesitzes von 56 Prozent sprang für die Hanseaten nur eine halbe Chance durch einen Kopfball von Nils Petersen heraus. Der gesperrte Marko Arnautovic fehlte im Angriff. Petersen sollte sich daher zurückfallen lassen und mit den anderen Mittelfeldspielern Vorstöße starten. Das sogenannte spanische System, von der Mannschaft im Trainingslager in Belek mit Erfolg in Testspielen erprobt, erwies sich gegen das starke Dortmunder Mittelfeld als ungeeignetes Mittel.

Mit ihrem schnellen Umschaltspiel zerlegten die BVB-Profis das Werder-Team. Die weiteren Treffer von Mario Götze (19.), Felipe Santana (48.), dem mit Gesichtsmaske ein Kopfballtor gelang, Robert Lewandowski (81.) und Jakub Blaszczykowski (85.) machten die höchste Heim-Pleite seit 1987 perfekt. Damals gab es ein 1:7-Debakel gegen Mönchengladbach - mit Thomas Schaaf als Abwehrspieler.

„So ein Spiel steckt man nicht so leicht weg“, gab der Werder-Trainer zu. Für Panik-Reaktionen sei aber kein Anlass. „Wir werden jetzt nicht durchdrehen“, versicherte Schaaf mit Blick auf das anstehende Nord-Duell beim Hamburger SV. „Wir sind alle sehr geknickt, aber ab Mitte der Woche müssen wir die Köpfe frei haben für das Spiel in Hamburg“, sagte Aaron Hunt.

Angesichts der offensichtlichen Schwächen in allen Mannschaftsteilen sind weitere Wintertransfer nicht auszuschließen. Auch auf den zukünftigen Manager Thomas Eichin, der die Partie auf der Tribüne verfolgte, dürfte noch viel Arbeit warten. Ein Europa-League-Platz ist mit dem derzeitigen Kader kaum zu erreichen.

Einen Spieler wie den bisherigen Dortmunder Ivan Perisic, der für acht Millionen Euro zum VfL Wolfsburg wechselte, hätte Schaaf gerne gehabt. „Da hat uns aber das nötige Kleingeld gefehlt“, gestand der Werder-Trainer. „Wir wollten alle diesen Umbruch, weil wir aufgrund finanzieller Mängel nicht anders konnten. Jetzt dürfen wir deswegen nicht mosern“, sagte Lemke. dpa

Trump stößt G7 in eine tiefe Krise

Trump stößt G7 in eine tiefe Krise

Piazzetta 2017 - Kunst bei bestem Sommerwetter

Piazzetta 2017 - Kunst bei bestem Sommerwetter

„Stelle di Notte“ an der Bassumer Freudenburg

„Stelle di Notte“ an der Bassumer Freudenburg

Open-Air-Sommerfestival am Weichelsee

Open-Air-Sommerfestival am Weichelsee

Meistgelesene Artikel

Franke auf dem Weg zu Werder?

Franke auf dem Weg zu Werder?

Wegen Caldirola – keine Chance für Ü 22-Kicker

Wegen Caldirola – keine Chance für Ü 22-Kicker

Entspannter Entscheider

Entspannter Entscheider

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Schierenbeck sucht nach neuem Bruns

Kommentare