Stammplatz futsch, Werder will Vertrag trotzdem verlängern

Boenisch gefrustet, aber verständnisvoll

Auch gestern gab Sebastian Boenisch im Training Vollgas, um sich seinen Stammplatz zurückzuholen.

Bremen (kni) · Am Samstag geht’s zum Ex-Club Schalke 04, bei dem Sebastian Boenisch vor vier Jahren sein Bundesliga-Debüt feierte. Während sich Profis oft auf ein Wiedersehen mit den alten Bekannten freuen, hält sich die Begeisterung beim Werder-Profi in Grenzen.

Das liegt weniger an Schalke, sondern mehr an Bremen. Denn dort ist Boenisch nur noch Ersatz. Petri Pasanen hat sich den Stammplatz auf der linken Abwehrseite geschnappt – und Boenisch ist gefrustet: „Ich bin kein Mitläufer, der nur trainiert. Ich will spielen.“

Die Forderung ist eindeutig, doch sie soll keine öffentliche Kritik an Trainer Thomas Schaaf sein. „Petri hat gespielt, wir haben gewonnen – also gibt es keinen Grund für den Trainer, etwas zu verändern. Das ist absolut richtig“, sagt Boenisch. Der 23-Jährige muss sich an die eigene Nase fassen. Denn Schaaf hatte ihm nach seiner dreimonatigen Verletzungspause wegen einer Knieoperation schnell wieder eine Cchance in der Startelf gegeben. Doch Boenisch wurde zum Risikofaktor – und „Notnagel“ Pasanen wieder ins Team gesteckt. „Nach einer so langen Pause funktioniert eben nicht sofort alles wieder“, entschuldigt sich Boenisch und versichert: „Ich gebe im Training Vollgas, um wieder zu spielen.“

Das Training am Mittwoch

Das Werder-Training am Mittwoch

Sein Vorteil: Der Club steht hinter ihm. Werder-Boss Klaus Allofs hatte im Winter betont, dass Boenisch die Zukunft auf der linken Bremer Abwehrseite gehöre. Deshalb wurde im Winter in Aymen Abdennour nur ein Talent und keine erfahrene Fachkraft als Ersatz für den verletzten Boenisch verpflichtet. „Diese Rückendeckung hat mir gut getan“, erinnert sich Boenisch. Teil zwei des Bremer Vertrauensbeweises folgte in diesen Tagen. „Werder hat mir das Signal gegeben, dass sie meinen Vertrag verlängern wollen. Deshalb hat sich Klaus Allofs mit meinem Berater getroffen“, verrät Boenisch, der noch einen Kontrakt bis 2011 besitzt. Den möchte er nur zu gerne verlängern. Der Zeitpunkt sei da nicht so wichtig: „Ich glaube nicht, dass das noch in dieser Saison klappt. Aber dann machen wir das eben erst im Sommer.“

In der Zwischenzeit will sich Boenisch noch mit einem anderen Thema beschäftigen – der Nationalmannschaft. Die Polen buhlen vor allem mit Blick auf die EM 2012 im eigenen Land weiter um die Dienste des Werder-Profis, der in Gliwice geboren ist. Bislang kickte Boenisch für diverse Nachwuchsteams des DFB, nur bei Bundestrainer Joachim Löw spielte er noch keine Rolle. Deshalb ist der 23-Jährige unschlüssig: „Ich weiß wirklich noch nicht, wie ich da entscheiden werde. Darüber mache ich mir im Urlaub Gedanken.“

Bei einer anderen Geschichte ist sich der Abwehrspieler dagegen ganz sicher: „Wenn Schalke Meister wird, dann gibt’s ein Fest, das hat die Bundesliga noch nicht gesehen. Viele Leute geben schließlich ihr letztes Geld für eine Dauerkarte und damit alles für ihren Verein.“

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