Verletzungsschock verdaut / „Ich vermisse die Mannschaft wahnsinnig“ / Nächste Woche in Bremen

Boenisch denkt wieder positiv

Trotz des schweren Rückschlags blickt Sebastian Boenisch "optimistisch" in die Zukunft - und die soll bei Werder liegen.

Von Malte Rehnert · Eine bessere Pflege könnte Sebastian Boenisch gar nicht bekommen. Werders verletzter Linksverteidiger wohnt momentan wieder bei seinen Eltern in Heiligenhaus – etwa 20 Kilometer entfernt von Düsseldorf, wo der 24-Jährige täglich seine Reha absolviert.

„Natürlich freuen sich meine Eltern, dass der Sohn mal wieder länger da ist“, meinte Boenisch gestern: „Aber unter anderen Voraussetzungen wäre das natürlich schöner. Sie würden mich lieber bei einem Spiel in Bremen besuchen.“

Doch das geht derzeit nicht – und wird auch in den nächsten Monaten nicht gehen, sein Saison-Aus ist nach einer weiteren OP am rechten Knie bereits besiegelt. „Wann genau ich wieder spielen kann, weiß ich nicht. Es kann vier Monate dauern, aber auch fünf. Die Ärzte sind da sehr vorsichtig und sagen mir, dass ich mich gedulden muss. Das tue ich – ich mache mir keinen Stress“, betont Boenisch.

Nächste Woche wird er herkommen, um sich das wichtige Werder-Heimspiel gegen Stuttgart anzuschauen. „Ich vermisse die Mannschaft wahnsinnig und freue mich schon, die Jungs endlich mal wiederzusehen“, sagt Boenisch, der Werders schwierige Phase mit Sorge und Ungeduld verfolgt: „Ich würde am liebsten meine Krücken zur Seite schmeißen und sofort wieder dabei sein. Dass wir zwischendurch so schlecht dagestanden haben, hat mich sehr mitgenommen. Nach den letzten Spielen sieht es zum Glück wieder etwas besser aus.“

Nach der Erfolgsserie in den vergangenen Wochen ist Boenisch felsenfest davon überzeugt, dass Werder am Ende der Saison nicht absteigt: „In der Zweiten Liga haben wir nichts zu suchen.“

Bei seinem Besuch in Bremen wird dann vermutlich auch über Boenischs Zukunft gesprochen. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus und er kann keine Eigenwerbung mehr betreiben. Doch Werders Sportchef Klaus Allofs hat schon mehrfach gemutmaßt, dass der Linksverteidiger „wahrscheinlich bleiben“ wird. „Ich bin Klaus Allofs und auch Trainer Thomas Schaaf sehr, sehr dankbar, dass sie mich nicht fallen lassen. Ich freue mich sehr über die Unterstützung und die Rückendeckung. Und ich bin auch ein bisschen stolz, denn das zeigt die Wertschätzung, die mir entgegengebracht wird“, meint Boenisch, der gerne in Bremen verlängern würde: „Ich habe immer gesagt, dass Werder mein erster Ansprechpartner ist. Ich kann mir gut vorstellen, hier noch fünf, sechs, sieben Jahre zu bleiben. Wir werden uns demnächst zusammensetzen und das alles besprechen.“

Die Zukunft soll dann für Werder und auch ihn selbst wieder besser sein als die aktuelle Saison, die für Boenisch einem Seuchenjahr gleicht. Wegen eines Knorpelschadens im rechten Knie war er am 20. September 2010 operiert worden. Er quälte sich durch die Reha, kämpfte sich heran. „Ich war mit dem Kopf schon wieder bei der Mannschaft, war voller Tatendrang, konnte alles machen, hatte keine Probleme“, blickt der polnische Nationalspieler zurück. Doch ganz kurz vor seinem Comeback Anfang März dann der Schock: Werder-Doc Götz Dimanski sprach von „einer seltenen und unerwarteten Komplikation, die eine Arthroskopie erforderlich macht“. Boenisch musste erneut unters Messer. „Das war ein Schock“, erinnert er sich.

Momentan schuftet er in der Reha in Düsseldorf jeden Tag zwei Stunden mit Physiotherapeut Bernd Restle. „Krankengymnastik, Lymphdrainagen, ein bisschen Krafttraining – aber nur für den Oberkörper. Das Bein darf ich noch nicht belasten“, erklärt Boenisch, der den erneuten, schweren Rückschlag inzwischen verdaut hat: „Es war eine schwere Zeit, aber ich habe mich damit abgefunden und bin wieder optimistisch.“

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