Launiger Talk in Riede: Werder-Trainer weiter auf Stürmer-Suche

Bode gibt Dutt einen Korb

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Robin Dutt erklärte viel.

Riede - Schon drei Mal Szenenapplaus nach den ersten drei Minuten – das tat Robin Dutt gestern Abend so richtig gut. Nach der 0:3-Niederlage beim VfL Wolfsburg hatte der Werder-Trainer im Rieder Gasthaus Scholvin-Ortmann ein echtes Heimspiel.

Natürlich kam während der Premiere der Talkrunde „Werder direkt“, zu der die Mediengruppe Kreiszeitung eingeladen hatte, auch die jüngste Schlappe in der Bundesliga zur Sprache. Doch Dutt und Ex-Profi Marco Bode, Aufsichtsratsmitglied der Grün-Weißen, bezogen entspannt und sachlich Stellung zur aktuellen sportlichen Situation.

Eingangs hatte Kreiszeitungs-Sportredakteur Knips den Zuhörern die Idee erläutert, in Zusammenarbeit mit dem Sportmagazin „kicker“ „Werder aufs Land zu holen, ganz nah ran an die Fans“. Dutt und Bode machten dies möglich – daher dankte Knips beiden umso mehr, dass sie die Einladung nach Riede angenommen hatten.

Die mehr als 200 Besucher merkten schnell, dass weder Dutt noch Bode diesen Termin als lästige Pflichtaufgabe ansahen: „In Leverkusen hatte ich nie eine solche Veranstaltung“, freute sich der einstige Bayer-Coach über die Nähe zu den Fans. Gleichzeitig hatte er den Zuhörern jedoch einen Dämpfer mitgebracht: „Wir werden an Weihnachten noch nicht das alte Werder Bremen sein“, warnte er alle, die sich an das Double oder die großen Champions-League-Abende erinnern: „Es ist eine andere Mannschaft mit anderen Strukturen. Die Werder-Fans werden leiden müssen“, die Pleite in Wolfsburg „kein einmaliger Ausrutscher“. Doch „ich werde jetzt keine neuen Spieler fordern“, stellte Dutt klar: „Natürlich wird Thomas in jedem Transferfenster sehen, ob und wie er die Mannschaft verstärken kann“, sagt Dutt über seinen Sportchef Thomas Eichin. „Bis dahin arbeite ich mit der Mannschaft, die ich vorfinde.“

Da hakte Knips, der den Abend zusammen mit „kicker“-Reporter Hans-Günter Klemm moderierte, ein. Er wollte wissen, wo Werder „teammäßig“ stehte. „Ich hatte vom ersten Tag an meinen Spaß mit dieser Mannschaft, was sehr ungewöhnlich ist“, antwortete der Fußball-Lehrer, der seit Sommer an der Weser arbeitet: „Wir haben jetzt fast November, und ich musste noch kein einziges Mal etwas Disziplinarisches aussprechen, das hatte ich vorher noch nie“, plauderte der 48-Jährige über seine vorherigen Stationen. Der ständige Austausch miteinander sei die Grundlage des Vertrauens: „Wir haben uns gleich zu Beginn darauf geeinigt, dass ich keinen Einzelnen öffentlich an den Pranger stelle, im Gegenzug ihn aber intern härter anpacken darf. Dann ist er auch bereit, zu sagen: Ich nehme die Kritik an.“

Talkrunde "Werder direkt" in Riede

Talkrunde "Werder direkt" in Riede mit Dutt und Bode

Das erinnerte Klemm fast an die Zeiten von Trainer Otto Rehhagel, bei dem „auch viel in der Kabine blieb“, wie der Journalist aus seinen 30 Jahren als Reporter über die Bremer wusste. Dazu meinte Bode: „Otto war ein guter Trainer, und das Miteinander ist eine Basis für gute Führung, um ein erfolgreiches Team werden zu können.“

Auf diese Geschlossenheit will Dutt weiter hinarbeiten – am besten schon am Sonntag im nächsten Liga-Heimspiel gegen Hannover 96: „Nach den Niederlagen im September sind wir auch gut zurückgekommen.“

Allerdings wohl ohne Stürmer Franco Di Santo, der wahrscheinlich bis dahin nicht fit sei, wie Dutt aus dem Nachmittagstraining (siehe gesonderten Text) berichtete: „Stand jetzt, wird er wohl nicht eingesetzt werden können.“

Dies wiederum ließ den einstigen Torjäger Bode, der in 379 Spielen für Werder 101 Mal traf, kalte Füße bekommen: „Ich kann am Sonntag auch nicht. Nach dem Abschiedsspiel für Torsten Frings muss ich mich jetzt erst wieder ein paar Jahre auskurieren…“

Allerdings ging es an diesem Abend auch „ans Eingemachte“ – etwa bei der Frage, wo Werder wirtschaftlich stehe. Auch die Zuhörer im Saal und die Internet-Nutzer, die den Talk live mitverfolgten, stellten kritische Fragen – etwa zu Dutts Festhalten an einzelnen Profis, deren Leistung doch ziemlich schwankten. Antworten blieben weder Bode noch Dutt schuldig. Mehr darüber lesen Sie in der morgigen Ausgabe. ck

Sprüche bei der Talkrunde

„Ich bin auch zweifacher Tennis-Vereinsmeister im Bremer Hockey-Club. Da spielen eben alle Hockey und keiner Tennis!“

Werders Aufsichtsrats-Mitglied Marco Bode nach der Begrüßung durch Björn Knips, der dessen Erfolge mit Werder und der Nationalelf aufzählte.

„Wir schätzen uns sehr, sind befreundet, werden uns aber am Sonntag nicht schonen.“

Werder-Trainer Robin Dutt über das Verhältnis zu Dirk Dufner, einst Sportchef zu Freiburger Zeiten und nun in Diensten des nächsten Gegners Hannover 96.

„17 Millionen Euro hat Borussia Dortmund für Marco Reus ausgegeben – bei unseren Transfers müssen wir das Komma an einer anderen Stelle setzen…“

Bode über unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten.

„Es ist angenehm, wenn du im Aufsichtsrat Leute hast, die was von Fußball verstehen – das gibt es nicht in jedem Verein!“

Robin Dutt lobt das gute Verhältnis zu Marco Bode.

„Was da in den Medien los war – da mag ich euch hier jetzt schon richtig.“

Dutt über die öffentliche Schelte nach dem 1:7 mit Leverkusen in der Champions League gegen den FC Barcelona. n ck

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