DFB-Pokalspiel gegen SC Freiburg

Blitzstart, Zittern, Feiern: Werder im Viertelfinale

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Florian Kainz bejubelt seinen Treffer zum 2:0.

Bremen J Werder Bremen steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Gegen den SC Freiburg gelang dem Team von Trainer Florian Kohfeldt nach starken Start und einem Zitter-Finish ein 3:2 (2:1)-Erfolg.

Die Tore für die Gastgeber erzielten Ishak Belfodil (3.), Florian Kainz (20.) und Philipp Bargfrede (69.), dessen Treffer allerdings klar irregulär gewesen war. Für Freiburg sorgten Nils Petersen (28./Foulelfmeter) und Yoric Ravet (86.) zweimal für Spannung. Die Bremer befinden sich also im Lostopf, wenn am 7. Januar das Viertelfinale (Spieltermin 6./7. Februar) ausgelost wird.

Das Spiel kam zunächst als Kopie der Partie gegen Mainz 05 daher. Am Samstag hatte Werder 17 Minuten gebraucht, um ein 2:0 vorzulegen, gestern Abend waren es drei Minuten mehr. Blitzstarts können die Bremer momentan scheinbar besonders gut. Diese Blitzstarts aber auch zu nutzen, um ruhig, überlegt und ungefährdet weiterzuspielen, gehört (noch) nicht zum Repertoire.

Dabei schien das Spiel schon gelaufen zu sein, nachdem Belfodil den Ball 30 Meter vor dem Tor erobert und nach schnellem Zusammenspiel mit dem im zentralen Mittelfeld aufgebotenen Jerome Gondorf aus 16 Metern flach ins Eck getroffen hatte. Kainz legte nach, indem er einen schönen Gondorf-Pass mit einem Dribbling im Sechzehner und einem trockenen Linksschuss ins kurze Eck veredelte. Doch anschließend ließen die Gastgeber den Sport-Club aus Freiburg aus der Umklammerung der Anfangsphase frei und kassierten prompt den Anschlusstreffer. Ex-Werder-Stürmer Nils Petersen verwandelte vom Elfmeterpunkt, nachdem Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) in einer Doppelgrätsche von Philipp Bargfrede und Milos Veljkovoc gegen Yoric Ravet das gesehen hatte, was es war: ein Foul. Mit seinem achten Treffer aus den vergangenen sechs Spielen brachte Petersen die Freiburger zurück in die Partie.

38.000 Zuschauer im Weserstadion

Das Tor hatte auf das bis dahin muntere Match die Wirkung einer Beruhigungstablette. Denn bis zur Pause passierte vor 38.000 Zuschauern im Weserstadion nichts mehr, was Erwähnung verdient hätte.

Freiburgs Trainer Christian Streich, der seine Elf im Vergleich zum 3:3 beim FC Augsburg am Wochenende auf vier Postionen verändert hatte, brachte zu Wiederbeginn die Stammkräfte Caglar Söyüncü für die Abwehr und Marco Terrazino für das offensive Mittelfeld. Bei Werder tat sich personell zunächst nichts, Max Kruse blieb auf der Bank. Wieso auch nicht? Werder lag ja vorn.

Philipp Bargfrede beim Schuss zum 3:1 für Werder Bremen.

Aber Werder war nicht mehr Herr der Lage und drauf und dran, den gleichen Weg zu gehen wie gegen Mainz, als das Team immer passiver geworden war und schließlich noch den Ausgleich kassiert hatte. Bis zur 60. Minute kam Aufregung nur wegen eines unabsichtlichen Petersen-Handspiels im Freiburger Strafraum auf, dann endlich zeigten die Bremer wieder eigene Aktionen. Bargfrede scheiterte nach einer Ecke zunächst noch am glänzend reagierenden Alexander Schwolow im Freiburger Tor (62.), sieben Minuten später traf er aber zum 3:1.

Glück für Werder, Treffer hätte nicht zählen dürfen

Das Tor hätte allerdings nie und nimmer zählen dürfen. Denn nachdem Bargfrede einen Pass von Robin Koch abgefangen hatte, stand Gondorf klar im Abseits. Der Bremer ging zwar nicht zum Ball, blockte aber den nachsetzenden Koch, wurde damit klar aktiv. Der Linienrichter hatte zwar zunächst die Fahne gehoben, dennoch blieb es nach kurzer Besprechung mit Winkmann dabei: Tor für Werder. Der Chef-Schiri soll seinen Assistenten überstimmt haben.

Werder Bremen gegen SC Freiburg

Bei Christian Streich löste das maximalen Protest aus. Er schimpfte und tobte an der Seitenlinie, als die Szene nochmal über die Videowand flimmerte. Es darf auch als sicher angesehen werden, dass dieses 3:1 einem Videobeweis nicht standgehalten hätte. Doch im DFB-Pokal wird dieses Hilfsmittel – zum Bremer Glück – erst ab dem Viertelfinale eingesetzt.

Nils Petersen im Duell mit Maximilian Eggestein.

Dank der Fehlentscheidung sah Werder dem sicheren Einzug ins Viertelfinale entgegen. Für die letzten 15 Minuten kam noch Kruse ins Spiel. Und die Freiburger machten den Eindruck, als ob ihnen die mentale Kraft für eine Aufholjagd fehlen würde. Falsch gedacht. Ravet traf zum 3:2, weshalb plötzlich die Fortsetzung der unheimlichen Bremer Serie von 36 gewonnenen Heimspielen im DFB-Pokal doch nochmal gefährdet war. Werder wankte wieder, zitterte, machte Fehler – doch diesmal gab es keinen Last-Minute-Schock wie gegen Mainz, als in der Schlussminute noch das 2:2 gefallen war.

Werder geht deshalb mit dem erhofften Erfolgserlebnis in die kurze Winterpause. Bereits am 1. Januar findet das Team im Trainingslager im spanischen Algorfa wieder zusammen.

Einzelkritik: Bargfrede mutiert zum Torjäger

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Quelle: DeichStube

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