„Nicht in den Sumpf ziehen lassen“

Der Blick nach unten

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Nils Petersen

Bremen - Der Abstand ist enorm: Satte zehn Punkte liegt Werder als Tabellen-zwölfter vor dem Relegationsplatz. Von Abstiegsgefahr wäre keine Rede, wenn der nächste Gegner nicht ausgerechnet FC Augsburg heißen würde.

Die Schwaben haben ihr Punktekonto seit der Winterpause verdoppelt und sich damit auf den 16. Rang gehievt. Werder hat dagegen in diesem Jahr erst sechs Zähler gesammelt. „Oberste Prämisse muss für uns jetzt sein, nach unten zu schauen“, fordert Nils Petersen: „In der Bundesliga kann alles ganz schnell gehen. Wir dürfen uns von Augsburg nicht in den Sumpf ziehen lassen.“

Das beste Mittel sei dabei ein Heimsieg gegen den FCA. Sollte das gelingen, könnten sich schon wieder ganz andere Perspektiven auftun. Der Weg nach Europa – man mag es kaum glauben – ist nämlich punktemäßig viel kürzer als zum Relegationsplatz. Werder hat nur sechs Zähler weniger als der Tabellensechste Hamburg. · kni

Die Noten

Werder gegen Bayern: Die Einzelkritik

Sebastian Mielitz: Acht Schüsse bekam er auf sein Tor, sechs Mal musste der Werder-Keeper den Ball aus dem Netz holen – und dennoch: Schuld an einem Gegentreffer war Mielitz nicht. Note 4 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie: Beim 0:1 ließen ihn die Kollegen im Stich, danach war der rechte Verteidiger selbst nicht mehr im Bilde. Amateurhaft, wie er vor dem 0:2 Torschütze Martinez von der falschen Seite bearbeitete. Es folgten das Eigentor zum 0:3 und viele, viele weitere Fehler. Note 6 © nordphoto
Sebastian Prödl: Der Österreicher gewann nur einen seiner fünf Zweikämpfe und sah dann für seine Notbremse an Gomez auch noch Rot (44.). Note 5 © nordphoto
Assani Lukimya: Viel zu passiv und nach Prödls Platzverweis als Abwehrchef überfordert. Note 5 © nordphoto
Lukas Schmitz: Vor dem 0:1 rutschte er desaströs weg, vor dem 0:3 ließ er Gomez gewähren – dem Linksverteidiger fehlten Klasse und Mumm, um die Bayern zu stoppen. Note 6 © nordphoto
Zlatko Junuzovic: Wenn der Abräumer vor der Abwehr nur 25 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnt, dann bekommt die Abwehr ein richtig großes Problem. Der Österreicher wurde von den Münchnern einfach überrannt. Note 5 © nordphoto
Aleksandar Ignjovski: Visier runter und Attacke – der junge Serbe war griffig und bissig. Aber im rechten Mittelfeld auch extrem fehlerhaft. Was er sich mit den Händen aufbaute, riss er mit dem Hintern wieder um – oder anders gesagt: Auf Ballgewinn folgte stets Ballverlust. Sein Assist beim Ehrentor war mit einem verkorksten Torschuss eher zufällig. Note 4,5 © nordphoto
Aaron Hunt (bis 45.): Einer der wenigen Bremer, der keine Angst vor den Bayern hatte. Der Kapitän versuchte, die Offensive zu beleben, doch nach seiner Grippe fehlte ihm schon bald die Kraft dafür. Note 4 © nordphoto
Kevin De Bruyne: Der sonst so selbstbewusste Belgier trat wie ein ängstlicher Azubi auf. Nur selten blitzte sein großes Können auf. Immerhin beendete er Neuers Null-Gegentor-Serie in diesem Jahr. Note 4,5 © nordphoto
Marko Arnautovic: Bot den Bayern sofort die Stirn und brachte Keeper Neuer mit einem frechen Fernschuss in Verlegenheit (23.). Doch nach der Pause hatte der Österreicher offenbar keine große Lust mehr, sich zu wehren. Note 4,5 © nordphoto
Nils Petersen: Er wollte den Bayern zeigen, wie wertvoll er ist, doch ihm gelang fast nichts. Allerdings litt der Mittelstürmer auch darunter, dass Werder den Offensivgeist in Bremen gelassen hatte. Note 5 © nordphoto
Mateo Pavlovic (ab 46.): Ein Bundesliga-Debüt zum Vergessen! Sein verlorener Zweikampf mit Gomez leitete nur vier Minuten nach seiner Einwechslung das 0:3 ein. Auch beim 0:6 sah der Kroate nicht gut aus. Note 5 © nordphoto

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