Gespräche über Vertragsverlängerung wieder gescheitert – und Real baggert

Bleiben oder gehen? Özil allein hat es in der Hand

Bremen - Von Arne Flügge · Klaus Allofs hatte noch einmal alles versucht, doch am Ende handelte sich der Sportdirektor von Werder Bremen wieder einen Korb ein. Mesut Özil, vom spanischen Rekordmeister Real Madrid heftig umworben, will seinen Vertrag in Bremen definitiv nicht vorzeitig verlängern.

Das ist das Ergebnis der letzten Verhandlungen, die Allofs mit Özils Berater Reza Fazeli bei der WM in Südafrika geführt hatte (wir berichteten). Die Zeichen stehen auf Trennung. Und Werder wartet jetzt auf Angebote. Dass Özil (Vertrag bis 2011) nach den geplatzten Gesprächen noch ein Jahr in Bremen bleibt und dann ablösefrei geht, ist mehr als unwahrscheinlich.

Mesut Özil in Bremen

Mesut Özil in Bremen

Özil hatte zwar nach der WM erklärt, dass er seinen Vertrag in Bremen erfüllen wird, „wenn Werder das wünscht“. Aber nach der erneuten Abfuhr stellt sich jetzt die Frage, wie groß dieser Wunsch bei den Hanseaten überhaupt noch ist. Für unverkäuflich kann und will Allofs seinen Mittelfeldstar nicht erklären. Eine Ablösesumme im höheren zweistelligen Millionenbereich – Özils Marktwert wird derzeit auf 27 Millionen Euro taxiert – wird er sich allein wegen des wirtschaftlichen Interesses des Clubs nicht durch die Lappen gehen lassen. Der sportliche Verlust ist dann zähneknirschend in Kauf zu nehmen, würde aber immerhin mit einem Batzen Geld versüßt.

Allerdings: Werder ist Özil quasi ausgeliefert – denn die Entscheidung, ob der 21-Jährige noch ein Jahr in Bremen spielt oder ein Angebot annimmt und geht, liegt allein beim Spieler und seinem Berater Reza Fazeli. Allofs sind die Hände gebunden. Klar: Kommt kein Angebot rein, spielt Özil noch ein Jahr für Werder. Und eine konkrete Anfrage für den Nationalspieler liegt weiterhin nicht vor, erklärte Allofs. Doch das dürfte sogar nach seiner eigenen Einschätzung nur noch eine Frage der Zeit sein. Und daher wird der Werder-Boss nun wohl oder übel schon jetzt nach einem möglichen Ersatz für sein Mittelfeldjuwel Ausschau halten müssen.

Die Werder-Profis machen sich da keine Sorgen. „Sollte uns Mesut jetzt verlassen, wäre das natürlich ein herber Verlust. Ich bin mir aber sicher, dass dann noch jemand kommen wird“, sagt Mittelfeldspieler Aaron Hunt – und blickt nicht ängstlich in eine mögliche Bremer Zukunft ohne Özil: „Wir haben den Weggang von Spielmachern in der Vergangenheit immer gut auffangen können. Wie bei Micoud und dann auch bei Diego. Wir würden das auch jetzt wieder schaffen.“

Eine Sache, mit der sich Allofs am liebsten gar nicht auseinander gesetzt hätte. Doch der Versuch, Özil mittelfristig an Werder zu binden, ist trotz aller Bemühungen gescheitert. „Wir haben keine Lösung gefunden“, räumte Allofs am Samstag ein: „Wir waren zwischendurch auf einem guten Weg, die noch fehlende Lücke mit Leben, sprich mit Zahlen, zu füllen. Wir hatten unsere Vorstellungen, aber der Weg war nicht zuende zu bringen.“

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