1:3 nach Verlängerung bei Drittligist Saarbrücken

Der Blamage-Hattrick

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Nicht nur Sebastian Mielitz schämte sich bei Werder für das Pokalaus.

Saarbrücken - Peinlich, peinlicher – Werder! Die Bremer haben nichts aus der Vergenheit gelernt und sich gestern schon wieder sang- und klanglos in der ersten Runde des DFB-Pokals verabschiedet.

Beim 1. FC Saabrücken gab es ein 1:3 (1:1/0:1) nach Verlängerung und damit die dritte Pokalpleite hintereinander gegen einen Drittligisten. So etwas hatte bislang nur Hannover 96 vollbracht.

Für den neuen Werder-Coach Robin Dutt war es die reinste Horror-Pflichtspielpremiere, für sein Team eine Woche vor dem Bundesliga-Start ein kräftiger Niederschlag. Das Schlimmste daran: Die Niederlage war vollauf verdient.

„Wenn man es nicht mal schafft, die erste Runde zu überstehen, ist das traurig und eine Blamage. Und wenn das zum dritten Mal in Folge passiert, eine noch größere“, sagte Sportchef Thomas Eichin, dem der Schock direkt nach der Partie noch deutlich ins Gesicht geschrieben stand, mit Blick auf die ebenso schlimmen Patzer in Heidenheim (1:2/2011) und bei Preußen Münster (2:4 nach Verlängerung/2012). Dutt wirkte noch relativ gefasst, als er resümierte: „In meinem ersten Spiel gleich eine Niederlage zu kassieren, ist sicher nicht schön, sondern sehr enttäuschend. Dadurch wird die Arbeit natürlich erschwert – und die ganze Aufbruchstimmung ist gedämpft. Wir müssen uns zu Recht viele Vorwürfe gefallen lassen.“

Die Bremer Profis fanden selbst kaum Worte für das, was sie vor 15 424 Zuschauern im Saabrücker Ludwigspark abgeliefert hatten. „Das ist schlimm“, meinte Clemens Fritz mit versteinerter Miene und ließ noch ein verbales Armutszeugnis folgen: „Wir haben uns nicht genug gewehrt.“ Auch Zlatko Junuzovic war fassungslos. „Es tut einfach nur brutal weh“, stammelte der Mittelfeldmann und betonte, dass so eine Leistung „unerklärlich“ sei. Und für Sebastian Mielitz war’s „fast schon eine Tragödie“.

Dass sich Werder erneut von einem Drittligisten vorführen ließ, hatte mehrere Gründe. In der Offensive waren es zunächst eine erschreckende Harmlosigkeit und später eine wieder mal mangelnde Chancenverwertung. Und in der Defensive abermals haarsträubende Fehler, die noch nicht mal alle bestraft wurden. „Es hat von vorne bis hinten nicht gepasst“, klagte Junuzovic.

Zu Beginn der Partie bei knapp 30 Grad und strahlendem Sonnenschein hatte Werder zwar viel Ballbesitz, machte aber nichts daraus. Viele lange und zu ungenaue Bälle, keine Tempowechsel. Und vom zuletzt viel trainierten Pressing und schnellen Umschaltspiel war schon mal gar nichts zu sehen. Die einzige halbwegs gefährliche Szene hatte Mehmet Ekici mit einem etwas zu hohen Distanzschuss (40.). Saarbrücken hatte leichtes Spiel, die laschen Bremer Angriffe abzuwehren.

In die Offensive trauten sich die Gastgeber, die mit zwei Niederlagen übel in die Drittliga-Saison gestartet waren, zunächst kaum. Aber dann wurde ihnen fast das 1:0 geschenkt. Mielitz wollte außerhalb des Sechzehners per Kopf vor FCS-Torjäger Marcel Ziemer klären, erwischte den Ball aber nur mit dem Scheitel. Eigentlich nicht schlimm, denn Ekici war noch da. Der Türke vertändelte jedoch, so dass Ziemer plötzlich die Riesenchance hatte. Mielitz machte seinen Fehler wieder wett und parierte (18.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff sah der Bremer Keeper aber zum zweiten Mal nicht gut aus. Nach einer Freistoß-Flanke traf er nicht den Ball, sondern nur Mitspieler Cedric Makiadi. Stürmer Nils Petersen wollte im eigenen Strafraum klären, schaffte es jedoch nicht. Nils Fischer bedankte sich mit einem strammen Linksschuss unter die Latte – die Saarbrücker Führung (45.).

DFB-Pokal: Werder scheidet erneut in Runde 1 aus

In der Pause reagierte Dutt, nahm Niclas Füllkrug raus und brachte Marko Arnautovic. Der Österreicher hatte wenigstens einige gefährliche Aktionen, traf aber nicht. Das erledigte sein Landsmann Sebastian Prödl in der besten Bremer Phase des gesamten Spiels. Nach Ekici-Ecke und Kopfballverlängerung von Theodor Gebre Selassie besorgte Prödl aus kurzer Distanz mit links das 1:1 (59.). Arnautovic hatte danach noch zwei Chancen, doch das war es mit dem Bremer Offensivdrang. „Uns hat die letzte Konsequenz gefehlt, das Ding drehen zu wollen“, kritisierte Eichin. Deutlich entschlossener war der freche und aggressive Drittligist. Mielitz hielt richtig stark gegen Raffael Korte (72.), Ziemer (78.) und besonders gegen Serkan Göcer (90. + 1) und verhinderte damit den Knockout in der regulären Spielzeit.

Anschließend schworen sich die Bremer in einem Spielerkreis noch extra auf die Verlängerung ein. Es wurde aber nicht besser, sondern sogar noch schlimmer: Junuzovic und Makiadi griffen den eingewechselten Tim Stegerer überhaupt nicht an, dessen Schuss fälschte Fritz unglücklich und unhaltbar ab – 1:2 (105.). Nach einem tollen Konter über Philipp Kreuels machte Ziemer dann die Saarbrücker Sensation und die Bremer Pokal-Blamage perfekt. Und Eichin rang sich hinterher ein Lob für den Überraschungssieger ab: „Kompliment an Saarbrücken, so musst du im Pokal spielen.“ mr

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