Werder ärgert sich über Augsburg, das späte 1:1 und den Schiri / Schaaf lobt

Ein bitterer Gefühlscocktail

+
Gleich fällt der gelbe Riese – und bekommt einen für Werder folgenschweren Freistoß: Augsburgs Keeper Simon Jentzsch (links) im Duell mit Aleksandar Ignjovski.

Bremen - Nach dem 1:1 gegen den FC Augsburg waren mehrere, überwiegend bittere Zutaten in Werders Gefühlscocktail. Da mischte sich Frust (über das Gegentor in der Nachspielzeit und fehlende Cleverness) mit Wut (über mehrere Schiedsrichter-Entscheidungen), Angst (das Ziel Europa League zu verfehlen) mit Zuversicht (es am Ende zu erreichen).

Und schließlich goss Coach Thomas Schaaf auch noch einen Schuss Stolz hinzu – darauf, dass sein Team die zwölf Ausfälle einigermaßen kompensiert und sich nach zähem Beginn in der zweiten Halbzeit erheblich gesteigert hatte: „Da war die Mannschaft viel selbstbewusster und hat alle mitgerissen – dafür ein großes Lob.“

Die Einzelkritik

Unentschieden gegen Augsburg: Werder in der Einzelkritik

Trotzdem reichte es nur zu einem Punkt. Der Kampf um die internationalen Plätze wird dadurch nicht entspannter, sondern noch härter. Hannover (1:2 in München) und Leverkusen (0:2 auf Schalke) verloren zwar, dafür näherten sich Wolfsburg (2:1 gegen den HSV) und Stuttgart (1:0 gegen Nürnberg) von hinten und vergrößerten den Kandidaten-Kreis. „Das Polster wird leider immer dünner“, seufzte Werder-Kapitän Clemens Fritz. Für den extrem ehrgeizigen Innenverteidiger Sokratis ist die Europa League inzwischen „in großer Gefahr. Wir haben zwei Punkte verschenkt.“

Und auch Sportchef Klaus Allofs ärgerte sich „gewaltig. Mir ist es scheißegal, was die anderen machen. Wir hätten heute die drei Punkte gut gebrauchen können“, hatte der 55-Jährige kurz nach dem Abpfiff gepoltert. Gestern ging sein Blick dann aber doch in Richtung der Konkurrenz. „Mit 40 Punkten haben wir noch immer eine gute Ausgangsposition“, findet Allofs, „aber wenn man sich das Restprogramm anschaut, wird das eine heiße Geschichte. Da spielen alle noch gegeneinander.“ Florian Hartherz ist dennoch schon jetzt überzeugt, dass Werder am Ende mindestens Siebter wird und nach Europa zurückkehrt. „Wir sind alle guter Hoffnung, alle positiv gestimmt, unser Ziel zu erreichen – und das werden wir auch“, meinte der Linksverteidiger, fügte aber noch an: „Dafür muss der Kopf hoch.“

Die Bilder zum Spiel

Enttäuschung in der Nachspielzeit: Werder nur 1:1

Doch genau das dürfte nicht so einfach werden. Denn der späte Nackenschlag durch Paul Verhaegh (90.+3) und vor allem das Zustandekommen des Augsburger Ausgleichs in letzter Sekunde hatten den Bremern mächtig zugesetzt. Zielscheibe der Kritik waren die Augsburger und Schiedsrichter Markus Wingenbach (Diez).

Die turbulente Schlussphase begann mit einem Einwurf, nachdem Werder den Ball absichtlich ins Aus geschoben hatte. Die Gäste spielten zwar zurück, attackierten dann aber sofort. „Augsburg hat den Fairplay-Gedanken nicht beachtet“, moserte Allofs. Noch mehr wurmte den Sportchef aber „die Verkettung von Fehlentscheidungen in den letzten drei, vier Minuten“. Erst das nicht geahndete Handspiel von Augsburgs Daniel Baier, dann das Foul an Sebastian Boenisch, das Referee Wingenbach nicht als solches einstufte. Der Bremer war klar geblockt worden, bekam aber keinen Freistoß. „Ich weiß nicht, was sich der Schiedsrichter dabei gedacht hat“, rätselte Boenisch, „das war ein klares Foul. Der sperrt mich mit Händen und Füßen – mit allem, was er hat.“

Heiß diskutiert wurde auch die darauffolgende Szene. Der aufgerückte FCA-Keeper Simon Jentzsch legte sich den Ball vor, Werders Aleksandar Ignjovski berührte ihn leicht, der ganz in Gelb gekleidete Gigant Jentzsch (1,96 m/97 kg) fiel ziemlich theatralisch. Foul oder nicht? Ja, sagte Jentzsch: „Wir gehen beide zum Ball, ich bin etwas eher dran.“ Nein, sagten Allofs („Aus meiner Sicht war das nichts“) und Ignjovski („Ich habe den Ball berührt“). Wingenbach pfiff aber – und Augsburg schaffte nach diesem Freistoß das 1:1.

Sokratis suchte die Schuld jedoch nicht beim Unparteiischen, sondern in den eigenen Reihen: „Wir hätten am Schluss cleverer und konzentrierter sein müssen. Da haben wir vieles falsch gemacht.“ Zudem hatte Werder vor all der Hektik auch Glück, dass der Schiedsrichter ein elfmeterreifes Foul von Francois Affolter an Stephan Hain (56.) nicht geahndet hatte – da stand es noch 0:0. · mr

Beraterin: Trump veröffentlicht seine Steuerunterlagen nicht

Beraterin: Trump veröffentlicht seine Steuerunterlagen nicht

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wie werde ich Fitnesskaufmann/-frau?

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Prinzessin Caroline von Monaco feiert 60. Geburtstag

Prinzessin Caroline von Monaco feiert 60. Geburtstag

Meistgelesene Artikel

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Unbequem in Unterzahl

Unbequem in Unterzahl

Nouri wusste angeblich nichts von Gnabrys Unwohlsein

Nouri wusste angeblich nichts von Gnabrys Unwohlsein

Kommentare