2:3-Pleite in Hannover – Werder ist noch zu grün für die Bayern-Jagd

Die bittere Erfahrung mit der Erfahrung

Nicht nur Sebastian Prödl war nach dem Derby fassungslos: Diese Werder-Pleite in Hannover schmerzte richtig.

Hannover - Nach Fußballspielen wird viel gesprochen – und jeder Verein hat da so seine Hauptredner, die Sieg und Niederlage erklären. Bei Werder Bremen sind das zum Beispiel Sportchef Klaus Allofs oder Kapitän Clemens Fritz, ein Aleksandar Ignjovski gehört sicher nicht dazu.

Doch der junge Serbe kreierte am Sonntag nach der 2:3 (1:2)-Pleite in Hannover einen Satz, der zwar nur auf ihn abzielen sollte, der aber die Niederlage so treffend erklärte und zugleich Hoffnung auf Besserung machte: „Ich denke, das kommt mit der Erfahrung.“

Werder ist einfach noch zu grün für die Bayern-Jagd. Mit einem Sieg hätten die Bremer punktemäßig zum Spitzenreiter aufschließen können, doch von diesem durchaus möglichen Weg brachten sich die Gäste immer wieder selbst ab. Und dafür waren vornehmlich die jungen Spieler verantwortlich: Der 22-Jährige Philipp Bargfrede, der alle drei Treffer von Mohammed Abdellaoue (2., 39., 60.) mitverschuldete, der erst 20-Jährige Ignjovski, der vor dem dritten Gegentor patzte, und der 22-jährige Marko Arnautovic, der in der 78. Minute Rot sah.

Werder in der Einzelkritik

Werder in der Einzelkritik

„Wir haben immer gesagt, dass wir eine junge Mannschaft haben, die noch nicht mit allen Situationen klarkommt und die Fehler macht“, merkte Allofs an und forderte: „Wenn wir eine gute Rolle spielen wollen, müssen wir weniger Fehler machen.“

So spielte das frühe 0:1 durch Bargfredes Elfmeter-Geschenk den Gastgebern bestens in die Karten. Hannover konnte sich nun nach der strapaziösen Europa-League-Reise unter der Woche in die Ukraine zurücklehnen und auf Konter lauern. „Das hätten wir mit aller Macht verhindern müssen“, klagte Allofs.

Immerhin stimmte bei Werder die Moral. Weder nach dem 0:2 noch nach dem 1:3 knickte Werder ein. Erst verkürzte Arnautovic (45.), dann Claudio Pizarro (83.) – und das sogar in Unterzahl. Doch zu mehr reichte es nicht mehr, weil die Bremer Brechstange diesmal keine Lücke fand – oder wie es Arnautovic ausdrückte: „Man kann nicht immer Glück im Leben haben.“ So wie noch eine Woche zuvor, als Pizarro Sekunden vor Schluss gegen Hertha BSC den Siegtreffer geköpft hatte.

Niederlage in Hannover

Werder Bremen verliert in Hannover

Apropos Pizarro: Wer weiß, wie die Partie gelaufen wäre, wenn dem Peruaner direkt nach der Pause das 2:2 gelungen wäre. Doch nach einem Traumpass von Aaron Hunt und durchaus geschicktem Umkurven von 96-Keeper Ron-Robert Zieler traf der Torjäger aus – allerdings spitzem Winkel – nur den Pfosten. „Da wäre die Partie gekippt“, ärgerte sich Allofs.

So aber blieb Hannover vorne. Nicht unverdient. Vor 49 000 Zuschauern in der rappelvollen AWD-Arena erwies sich die Überraschungsmannschaft der Vorsaison als spielstarke Einheit, die von ihrer Einfachheit lebt. Werder agierte dagegen oftmals zu verspielt und zu kompliziert. „Wir waren vom Kopf her nicht bereit, die richtigen Dinge zu tun. Wir hatten keine Philosophie und keine Struktur und sind in viele Aktionen zu blind angelaufen“, lautete das harte Urteil des Trainers – und fast flehentlich fügte Thomas Schaaf an: „Ich hoffe, dass wir daraus lernen werden.“ Jung genug, um sich zu entwickeln, ist sein Team in jedem Fall. Zeit genug, um sich zu verbessern, bietet die Länderspielpause.

Derweil wünscht sich Allofs, dass nun das Gerede vom Bayern-Jäger verstummt. Denn das sei Quatsch, „wir sind nur Punktesammler. Mir wäre es lieber wir hätten nicht 16 sondern 19 Punkte und wären nicht Zweiter, sondern Fünfter“, überraschte der Ex-Profi mit einer ganz speziellen Rechnung. So schwer machte es sich Sebastian Prödl nicht: „Jetzt müssen wir uns die verlorenen Punkte gegen Dortmund zurückholen.“ · kni

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