Rechtsverteidiger hat seine Stärke wiedergefunden / Lob von Allofs und Schaaf

Bissig, dynamisch, flink: Fritz meldet sich zurück

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Dynamik pur: Bremens Rechtsverteidiger Clemens Fritz hat wieder in die Spur gefunden.

Bremen - Von Arne Flügge · Er ist derzeit Werder Bremens Dauerbrenner: Clemens Fritz absolvierte alle 22 Pflichtspiele, 21 davon über die volle Distanz. Nur beim 3:0 gegen Mainz musste er nach 27 Minuten einmal verletzt raus. Doch von Müdigkeit ist beim Rechtsverteidiger nichts zu spüren.

Im Gegenteil: „Ich fühle mich körperlich topfit“, sagt der 28-Jährige. Und Woche für Woche stellt Fritz unter Beweis, dass er seine Krise aus dem vergangenen Jahr abgeschüttelt hat. „Clemens spielt eine überragende Saison“, adelt Trainer Thomas Schaaf seinen Spieler.

„Das Lob tut gut“, sagt Fritz, „es ist ein Zeichen dafür, dass meine Leistungen honoriert werden.“ Nach der zum Teil verkorksten letzten Spielzeit habe er diesmal die Vorbereitung komplett mitmachen können. „Und durch die vielen Spiele in diesem Jahr habe ich zu meiner Sicherheit und meinem Rhythmus gefunden.“

Das kann Klaus Allofs nur bestätigen. „Clemens verhält sich wieder viel cleverer in den Zweikämpfen und hat seine Dynamik wiederbekommen“, hat der Werder-Sportchef erkannt. Fritz besticht zudem durch Aggressivität und Spritzigkeit. Dinge, die ihm im vergangenen Jahr häufig abgegangen waren. „Das letzte Jahr war nix. Das muss man so klar sagen. Da ist Clemens häufig weit hinter seinen Möglichkeiten geblieben“, meint Allofs. „Und wenn du dann erstmal in so einem Strudel drin bist, ist es schwer, da wieder rauszukommen“, ergänzt der Bremer Profi.

Doch Fritz hat es geschafft, „weil ich an mich geglaubt habe. Ich weiß doch, dass ich Fußball spielen kann.“ Mit seiner Situation sei er immer sehr selbstkritisch umgegangen. „Ich bin nicht der Typ, der nach dem Training oder dem Spiel zu Hause die Tür hinter sich zuschlägt und alles abhakt. Natürlich habe ich nach Gründen gesucht und mir Gedanken gemacht“, erklärt der Defensivspieler.

Allerdings hat sich Clemens Fritz auch nicht im Keller eingeschlossen und in die Kissen geweint. „Ich habe nicht schlaflos rumgelegen und mich auch nicht fertig gemacht“, erinnert sich Fritz, „ich wusste, dass ich wieder auf dem richtigen Weg war.“ Für Allofs ist wichtig, dass sich sein Spieler in der schwierigen Situation auch „ein Stück seiner Lockerheit bewahrt hat. Jetzt ist er wieder der alte Fritz.“

Der hatte 22 Länderspiele für Deutschland absolviert und an der Europameisterschaft 2008 teilgenommen. Spielt sich Fritz derzeit zurück ins Notizbuch von Bundestrainer Joachim Löw? Immerhin hat Werder-Coach Thomas Schaaf schon ein Gespräch mit Löw über die Entwicklung seines Rechtsverteidigers geführt. Fritz ist somit noch im Fokus der Nationalelf, die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Südafrika nicht ausgeschlossen. Zumal die Konkurrenz auf der rechten Seite mit Andreas Beck (Hoffenheim) und Jerome Boateng (HSV) nicht übermächtig ist. „Clemens hat noch alle Möglichkeiten, sich bei uns weiter in den Vordergrund zu spielen und dann bei der WM dabei zu sein“, sagt Allofs.

Und diesen Weg will Fritz auch einschlagen. „Ich setze mich da überhaupt nicht unter Druck. Ich muss jetzt bei Werder weiter konstant meine Leistung bringen. Dann werden wir sehen“, meint der 28-Jährige. Er macht aber keinen Hehl daraus, dass die WM-Teilnahme ein Traum für ihn wäre: „Das ist doch ganz klar. Eine Weltmeisterschaft ist für jeden Fußballer das Highlight in seiner Karriere.“

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