Bisher filmt Enis Bytyqi die Werder-Profis nur – irgendwann will der U23-Stürmer mittendrin sein / „Der Weg war noch nie so frei“

Am Zaun und auf dem „Radar“

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Job I: Enis Bytyqi als Stürmer der Bremer U23.

Bremen - Ein paar Sprüche wie „Hey, du stehst auf der falschen Seite“ muss er sich schon gefallen lassen. Doch das steckt Enis Bytyqi locker weg. Er hat kein Problem damit, die Werder-Profis fast nur durch den Zaun und die Kameralinse zu sehen. Der 18-Jährige aus der Bremer U23 macht – wie zuvor unter anderem Levent Aycicek – bei Werder eine dreijährige Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann. „Es ist mir wichtig, einen Plan B zu haben“, sagt er.

Seit August 2014 schnuppert der Mittelstürmer in alle Bereiche rein, war schon in der Abteilung CSR-Management (Corporate Social Responsibility) und im Leistungszentrum. Bis Jahresende ist er nun, wenn er nicht gerade selbst trainiert oder spielt, mit den vereinseigenen Medien unterwegs und filmt dabei auch fleißig die Einheiten des Bundesliga-Teams. „Je näher dran, umso besser“, findet Bytyqi. Er gesteht aber auch: „Das Gefühl ist schon ein bisschen komisch. Und man bekommt natürlich Lust, selbst mitzuspielen.“

Irgendwann will er das regelmäßig tun. Und weil Trainer Viktor Skripnik auch auf Talente setzt, glaubt Bytyqi an eine reelle Chance: „Der Weg war wohl noch nie so frei wie jetzt. Ich weiß, dass ich auf dem Radar bin. Aber um es zu schaffen, müssen viele Faktoren zusammenkommen. Man muss seine Leistung bringen und fit bleiben.“

Genau das war der in Dushanove (früheres Jugoslawien) geborene Angreifer in dieser Saison lange nicht. Er zog zwar mit der Drittliga-Truppe die Vorbereitung durch, doch zwei Tage vor dem Saisonstart bei Hansa Rostock (2:1) erwischte es ihn: Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel. „Ich dachte, das kann doch jetzt nicht wahr sein. Eine Katastrophe, die ganze Vorbereitung war futsch“, ärgert sich Bytyqi noch immer. Es war jedoch nicht der einzige Rückschlag: Er lag auch noch eine Woche mit einer Virusinfektion flach und verlor sogar kurz seinen Geschmackssinn: „Das war ein Schock, aber zum Glück am nächsten Tag wieder vorbei.“ Dass er insgesamt rund einen Monat fast nichts machen konnte, hat Bytyqi lange gemerkt: „Das steckte ganz schön in den Knochen drin. Ich denke aber, dass ich schnell meine Form erreiche.“ Immerhin hat er sich in den vergangenen Wochen mit Teileinsätzen wieder herangearbeitet. Aktuell ist er aber krank und fällt wieder ein kleines Stück zurück.

Dass er ein großes Talent ist, hat er in der vergangenen Saison bewiesen. Bytyqi war aus der Jugend des 1. FC Magdeburg zu Werders U19 gekommen und ins clubeigene Internat eingezogen. In seinem Einzelzimmer bleibt er noch mindestens ein Jahr. „Ich wohne und arbeite im Weserstadion, das ist sehr praktisch und angenehm“, findet Bytyqi, der beim Bremer Nachwuchs gleich für Furore sorgte (14 Tore) und seit der Rückrunde mehrfach zum Kader der U23 gehörte. Im Saisonendspurt schoss er dann sechs Tore in drei Spielen, feierte die Meisterschaft in der Regionalliga Nord und schließlich den Aufstieg. „Es ging alles so schnell, das habe ich nicht erwartet“, gesteht er.

Dass er nun etwas ausgebremst wurde, empfindet Bytyqi nicht als dramatisch. Der 18-Jährige, der sich selbst als kampf- und lauffreudigen Stürmer bezeichnet und Radamel Falcao, Zlatan Ibrahimovic sowie Luis Suarez als seine Vorbilder nennt, denkt in kleinen Schritten: „Ich versuche erst mal, mich in der U23 wieder heranzukämpfen. Was dann kommt, das kommt.“

Sportchef Thomas Eichin kann sich gut vorstellen, dass da noch einiges kommen wird: „Enis ist ein sehr guter Spieler. Ich denke, er wird seinen Weg machen.“ Trotz des personell nicht gerade üppig bestückten Sturms ist Bytyqi aber noch keine Alternative für die Bundesliga-Profis. Thomas Eichin: „Wir gehen sorgfältig mit ihm und allen jungen Spielern um.“

mr

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