„Besser, man zieht die Handbremse“

Bierhoff schreibt Dutt ab

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Robin Dutt

London/Bremen - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach betreibt um die Personalie Robin Dutt noch ein kleines Versteckspiel. Anders Oliver Bierhoff.

Während Niersbach Dutts Freigabe für den Trainerposten bei Werder Bremen noch infrage stellt („Das ist eine wichtige Personalentscheidung, da muss man abwarten“), zeigt Nationalmannschafts-Manager Bierhoff klare Kante. Er bilanziert bereits Dutts zehn Monate als Sportdirektor des DFB als ein großes Missverständnis.

Man habe „seit Tagen und Wochen gemerkt“, sagte Bierhoff gestern in Miami, „dass er unabhängig von einem Angebot den Wunsch verspürte, wieder regelmäßig auf dem Platz zu stehen und mit einer Mannschaft zu arbeiten.“ Alles in allem habe Dutt „erkannt, dass der Posten des Sportdirektors ihn nicht ausfüllen kann. Und dann ist es besser, man zieht gleich die Handbremse, als wenn man unmotiviert weiterarbeitet“, erklärte Bierhoff. Für ihn ist die Frage der Freigabe schon beantwortet, obwohl das DFB-Präsidium darüber erst am Montag entscheiden wird. „Natürlich bin ich enttäuscht, dass er nicht mehr da ist“, sagte der Ex-Nationalspieler.

Dass der Verband Dutt falsche Versprechungen gemacht hat, bestreitet Bierhoff. Vielmehr sieht er die Fehlauffassung beim Sportdirektor. „Ich glaube, der DFB hat ihm offen und klar gesagt, was der Posten beinhaltet“, erklärte der Europameister von 1996: „Und ich habe in den Gesprächen damals gespürt, dass Robin das als langjähriges Projekt ansieht. Aber das eine ist das gesprochene Wort. Das andere ist das gelebte.“

Dass Robin Dutt nach nicht mal einem Jahr wieder das Weite sucht, ärgert vor allem DFB-Chef Niersbach. „Das ist kein schöner Vorgang“, sagte der 62-Jährige, der im Gegensatz zu Bierhoff keine Abwanderungstendenzen bei Dutt wahrgenommen haben will. Die Bitte um Freigabe habe ihn „relativ überraschend getroffen“.

Einig sind sich Niersbach und Bierhoff, dass in der Suche nach einem Nachfolger „keine übermäßige Eile besteht“, so der DFB-Teammanager. Nach dem Flop mit Dutt müsse man „erst einmal genau eruieren, was der Posten beinhaltet und die Stelle nochmal detaillierter beschreiben“, sagte Bierhoff. · csa/sid

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