Bibbern, Beten, Bitten: Werders Sorgen-Start

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Bitte, bitte, lass das bloß gutgehen: Marko Arnautovic’ flehende Geste im gestrigen Abschlusstraining beschreibt bestens den Gemütszustand in Bremen und bei Werder.

Bremen - Heute schon auf Werder gewettet? Wahrscheinlich nicht, denn wer wagt vor dieser Bundesliga-Saison schon eine Prognose? Schon ein Tipp fürs heutige Auftaktspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (15.30 Uhr/Weserstadion/Sky live) gestaltet sich schwieriger als eine Steuererklärung. Dafür gibt’s schneller ein Ergebnis als vom Finanzamt. Um 17.15 Uhr – oder vielleicht auch ein, zwei, drei Minütchen später – weiß Bremen, ob das Bibbern, Beten und Bitten einen positiven Saisonstart beschert hat. So spannend war‘s selten vor einer Spielzeit.

„Alle müssen jetzt hinter Werder stehen“, appellierte Tim Wiese gestern nach dem Abschlusstraining an die Fans. Der Keeper hat die Nase voll vom Abstiegskampf, will mit Werder wieder oben angreifen und fordert deshalb: „Wir müssen gegen Kaiserslautern gewinnen.“ Dass ihm das selbst in der Bundesliga gegen seinen Ex-Club in drei Versuchen noch nicht gelungen ist, lässt ihn kalt: „Ein viertes Mal wird es nicht geben.“ Winnetou hat gesprochen. Der Keeper, der dem Häuptling der Apachen mit seiner Haarpracht immer ähnlicher sieht, strotzt nur so vor Selbstvertrauen.

Die komplette Mannschaft von Werder Bremen in der Saison 2011/2012

Das ist Werder Bremen 2011/2012

Doch damit bildet er bei Werder eher eine Ausnahme. Allenthalben ist die Angst vor dem Fehlstart spürbar. Natürlich würde das niemand offen ansprechen, das wäre ein zu großes Zeichen von Schwäche. Doch Thomas Schaaf gesteht zumindest, bei den Spielern ein „Kribbeln vor dem Ungewissen“ ausgemacht zu haben. Der Chefcoach hat zuletzt keine Gelegenheit ausgelassen, um Werbung in eigener Sache zu betrieben. Er bittet um Geduld, die Mannschaft könne noch nicht sofort konstant gut funktionieren. In der Hochsaison für Freizeitparks steht Werder vor einer Achterbahnfahrt. Die heute allerdings auf dem Gipfel enden soll. Schaaf: „Die Jungs wollen gut starten, die Begeisterung ist da.“

Auch bei den Fans. Der Andrang beim Abschlusstraining gestern war, weil fast vierstellig, rekordverdächtig. „Das ist schön“, freute sich Schaaf: „Die Leute kommen immer noch gerne zu Werder.“ Daran hat offenbar auch das peinliche Pokalaus in Heidenheim vor einer Woche nichts geändert. Wenngleich: Für die heutige Partie sind noch Restkarten an der Tageskasse erhältlich. Es gibt eben doch noch viele Skeptiker, die erst einmal abwarten wollen, wie Werder startet.

Apropos startet: Spannend ist schon die Frage, mit welcher Formation die Gastgeber beginnen. Schaaf holte gestern mal wieder den Mixer raus und ließ die Zuschauer rätseln, wie stark er beim Abschlussspiel tatsächlich durchgerührt hatte. Dass Per Mertesacker nur in der B-Elf neben Naldo verteidigte und Marko Arnautovic und Lennart Thy das Sturmduo der A-Formation bildeten, roch doch sehr nach einem Ablenkungsmanöver. Mertesacker wird spielen, der Innenverteidiger hat bei seinem Comeback am Dienstag eindrucksvoll bewiesen, wie wertvoll er für Werder ist. Für ihn muss Neuzugang Andreas Wolf auf die Bank. Und im Sturm? Die Paarung Arnautovic/Wagner besitzt aktuell die beste Quote – doch darauf lässt sich genauso schwer wetten wie auf das Ergebnis. · kni

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