Bewerbung zur rechten Zeit und eine Absage von Leverkusen

So lief das mit Herrn Wu

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„Glücksfall“, „Mädchen für alles“ und ein unverzichtbarer Dolmetscher auch für Werder-Trainer Robin Dutt (links): Praktikant Yichen Wu ist derzeit in China ein gefragter Mann.

Changchun - Bei Werder geht gerade fast nichts ohne Herrn Wu (wir berichteten). Aber wer ist eigentlich dieser Mann, der beim Bundesligisten wahlweise „Glücksfall“ oder „Mädchen für alles“ oder einfach nur „Yichen“ genannt wird?

Im Februar hatte Yichen Wu eine richtig gute Idee. Der Student an der Sporthochschule Köln, der aus Shanghai stammt, bewarb sich für ein Praktikum im Marketing von Werder. Ein perfekter Zeitpunkt. Denn die Bremer planten gerade ihre China-Reise. Da war ein Praktikant genau aus diesem Land natürlich ein „Glücksfall“, erinnert sich Oliver Rau. Der Marketingdirektor betont aber auch: „Yichen bringt alle Qualifikationen mit.“

Wu hat in Shanghai Werbe- und Medienwissenschaften studiert. In Köln belegt er das Fach Sport. Am Ende möchte er beide Gebiete vereinen und für eine Sportagentur oder einen Sponsor arbeiten.

Ankunft und Training in China

Deutsch hat der Chelsea-Fan schon während seines Studiums in Shanghai gelernt. Es folgte 2011 ein Intensivkurs in Köln, dann das Studium. Das Interesse an Deutschland ist schon viel älter. Wu war mal als Austauschschüler in Hamburg – und ihm gefiel sofort das gut organisierte Leben. Und weil es in Deutschland anders als in vielen andern Ländern keine Studiengebühren gibt, war die Entscheidung schnell getroffen. Dass er nun bis September bei Werder im Einsatz ist, haben die Bremer auch Bayer Leverkusen zu verdanken. Dort hatte er sich ebenfalls beworben, die Nähe zu Köln wäre optimal gewesen. Doch Bayer nahm ihn nicht. So ist der 25-Jährige bei den Grün-Weißen gelandet – und als Dolmetscher im Moment einer der wichtigsten Werderaner.

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„Ich freue mich, diese Chance zu haben. Es macht Spaß“, sagt Wu, der schon der Partie am Samstag in Tianjin entgegenfiebert. Dann kommen seine Eltern zu Besuch – extra angereist aus dem drei Flugstunden entfernten Shanghai.

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