Zlatko Junuzovic gestern vorgestellt / „Ich will Werder meinen Stempel aufdrücken“

Der Bessermacher

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Echter Özil gegen „Ösi-Özil“ – in der Europa-League-Saison 2009/2010 traf Zlatko Junuzovic mit Austria Wien auf Werder. Jetzt soll er die Lücke schließen, die Mesut Özils Abgang vor eineinhalb Jahren hinterlassen hat.

Bremen - Die verwunderte Frage eines Journalisten hatte ihre Berechtigung. „Haben die jetzt noch Messi verpflichtet?“ Tatsächlich konnte das angesichts der Menge an Kamerateams, Fotografen und sonstiger Medienvertreter vermutet werden.

Doch der, auf den sich gestern im Medienraum des Weserstadions schließlich 14 Objektive und circa 50 Augenpaare richteten, war natürlich nicht Weltfußballer Lionel Messi, sondern Zlatko Junuzovic. Der 24 Jahre alte Österreicher wurde gestern von Werder Bremen als Neuzugang vorgestellt. Und das enorme Interesse an der Veranstaltung verrät, wie groß die Erwartungen an ihn sind.

Zlatko Junuzovic, von Trainer Thomas Schaaf nur kurz „Zladdy“ genannt, soll ein Problem beheben, das Werder nun schon seit eieinhalb Jahren plagt. Es mangelt an einem, der Kreativität und Spielwitz versprüht. Mehmet Ekici ist das bisher nicht gelungen. Zlatko Junuzovic ist der Nächste, der sich an der komplizierten Aufgabe versuchen darf. Es schreckt ihn nicht. Im Gegenteil: Der nur 1,72 Meter große und 68 Kilo leichte Mittelfeldspieler gibt sich selbstbewusst. „Ich habe Großes vor und will Werder meinen Stempel aufdrücken“, diktiert er den Journalisten eine Absicht, die sich ganz mit der Vorstellung der Werder-Führung deckt. Junuzovic, erklärt Geschäftsführer Klaus Allofs, wurde von Austria Wien geholt, „damit wir besser werden. Er soll unsere Entwicklung vorantreiben.“

Nun liegt es in der Natur der Sache, dass Spieler aus eben diesen Gründen verpflichtet werden. Bei Junuzovic hat die Angelegenheit aber eine unverkennbare Dringlichkeit. Die Bremer litten bei den jüngsten Unentschieden gegen Kaiserslautern (0:0) und Leverkusen (1:1) unter spielerischer Armut und Führungslosigkeit im Mittelfeld – womit sich fortsetzte, was seit Mesut Özils Weggang zu Real Madrid im August 2010 zu beobachten ist. Dass Junuzovic nun schon den Beinamen „Ösi-Özil“ verpasst bekommt, sei „schmeichelhaft“, aber nicht neu. Schon 2009, als er mit der Wiener Austria in der Europa League gegen Werder und Özil spielte (2:2 und 2:0 aus Bremer Sicht), kam das naheliegende Wortspiel auf. Dass er jetzt wieder zum „Ösi-Özil“ gemacht wird, nimmt er emotionslos hin: „Ich habe jetzt erstmal größere Aufgaben, als daran zu denken, welchen Namen mir die Medien verpassen.“

Erstes Training für Junuzovic 

Erstes Werder-Training für Junuzovic

Erstmal, sagt Junuzovic, geht es darum, „dass ich mich schnell bei Werder integriere“. Der Anfang wurde am Nachmittag mit dem ersten Training im Kreis der rekonvaleszenten Spieler gemacht. Bei minus fünf Grad suchte der 16-fache österreichische Nationalspieler nach der Betriebstemperatur. Er möge sie bitte schnell finden, meint selbst Schaaf. Denn schon am Sonntag im Auswärtsspiel beim SC Freiburg steht die Bundesliga-Premiere für Junuzovic an. „Viel Zeit hat er nicht“, so der Coach: „Wir wollen ihn gleich im Team haben.“

Die menschliche Integration wird vermutlich nicht das Problem. Hochdeutsch spricht Werders Neuer zwar nicht („dafür müsste ich mich schon ziemlich anstrengen“), aber an österreichische Dialekte sind die Bremer dank Sebastian Prödl („Ein enger Freund“, so Junuzovic) und Marko Arnautovic ja bestens gewöhnt. „Ich glaube“, meint „Zladdy“, „man versteht mich hier“. Und als Spielertyp, da ist er sich sogar sicher, „passe ich gut in die Mannschaft“.

Welcher Typ Spieler „Zladdy“ ist, beschreibt Thomas Schaaf wie folgt: „Er verfügt über ein gutes Kombinationsspiel, ist technisch stark, unheimlich aktiv auf dem Platz und will mit dem Ball etwas anfangen. Er hat ein gutes Auge für den Nebenmann, aber auch selbst Lust, Tore zu schießen.“ Typ Spielmacher eben.

Doch ob Zlatko Junuzovic am Ende seines bis 2015 laufenden Vertrages tatsächlich in einer Reihe mit Mesut Özil, Diego, Johan Micoud und Landsmann Andreas Herzog stehen wird? Er hält sich mit Prognosen zurück, sagt: „Die Zeit wird es zeigen.“ Sein Berater Jürgen Werner prophezeit dagegen forsch: „Ich traue ihm zu, für Werder so wertvoll wie früher Andi Herzog zu werden. Ein Mitläufer wird er nicht sein.“ · csa

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