Neue Berechnung der TV-Tabelle

Die DFL beseitigt die Lizenzfalle

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Klaus Filbry ·

Bremen - Werder und die Lizenzfalle – die DFL hat gestern Abhilfe geschaffen. Künftig werden die Erlöse aus der TV-Vermarktung der Bundesligen nur auf der Grundlage bereits abgeschlossener und nicht mehr auf der Basis laufender Spielzeiten ausgeschüttet. Dies teilte die DFL gestern mit. Der Ligaverband verspricht sich von dieser Änderung eine höhere Planungssicherheit für die deutschen Profi-Clubs.

Die Modifikation der Vergaberegeln tut not, denn die aktuelle Praxis sorgt derzeit für Unmut bei vielen Clubs, weil sie die Gefahr einer Liquiditätslücke in den Lizenzanträgen schürt. Auch Werder Bremen ist ein Leidtragender. Noch läuft es so: In den Lizenzanträgen müssen die Clubs lange vor Saisonende ihr Finanzkonzept für die kommende Spielzeit offenlegen. In dieser Kalkulation spielen die Millionen aus der TV-Vermarktung der Bundesliga eine tragende Rolle. Doch wie viel jeder Club bekommt, entscheidet sich erst nach der Saison, weil die Abschlussplatzierung in der sportlichen Tabelle wesentlichen Einfluss auf den Rang in der per Fünfjahreswertung erstellten TV-Tabelle hat. Das aktuelle Jahr wird mit dem Faktor 5 multipliziert, das davor mit dem Faktor 4 und so weiter. Werder ist zum Beispiel gerade durch die Pleite in München vom elften auf den 14. Platz des Bundesliga-Rankings abgerutscht. In der bis Saisonende nur virtuellen TV-Tabelle war der Sturz genauso tief – von zehn auf 13. Das wären knapp drei Millionen Euro weniger für Werder – doch nach dem 33. Spieltag kann alles schon wieder anders sein. So entstehen Planungsunsicherheiten.

Schluss damit, sagte gestern die DFL und entwarf folgendes Modell: Nicht mehr die Endplatzierung der gerade abgelaufenen Saison geht künftig in die maßgebliche Berechnung der TV-Tabelle ein, sondern die der vorangegangen Runde. Beispiel: Wenn die Lizenzen für die Spielzeit 2015/2016 beantragt werden, kann der zum Abschluss der Spielzeit 2013/2014 ermittelte Rang im TV-Tableau als feste Größe angenommen und somit auch eine fixe Summe im Lizenzierungsantrag eingetragen werden. Nachteil: Erfolge und Misserfolge wirken sich erst deutlich zeitverzögert aus.

Dennoch: Klaus Filbry, für die Finanzen zuständiger Geschäftsführer bei Werder Bremen, begrüßt jedes Modell, „das für mehr Planungssicherheit bei den Lizenzanträgen sorgt“. Augenblicklich muss er sich noch mit den Auswirkungen der aktuellen Bestimmungen herumschlagen. Weil die Möglichkeit besteht, dass Werder am Saisonende weniger TV-Gelder bekommt, als in den eingereichten Lizenzierungsunterlagen veranschlagt wurde, droht eine Liquiditätslücke. Vorsorglich muss Werder nun Bank-Bürgschaften besorgen, damit die DFL zufrieden ist. „Die zusätzliche Bereitstellung dürfte kein Problem sein“, sagt Filbry. Es geht um einen „recht überschaubaren Betrag, im schlimmsten Fall knapp unterhalb der Zwei-Millionen-Marke“, erklärt der Werder-Boss: „Ich gehe aber davon aus, dass es am Saisonende keine Differenz geben wird.“ Dann, wenn das Bremer Team am Saisonende wie angenommen Platz elf in der TV-Tabelle einnimmt. Dafür ist noch ein Sieg in der Liga nötig. · csa

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