Belastungsprobe für die „Festung“

Der fünfte Sieg im fünften Heimspiel muss her – dabei interessiert es Clemens Fritz auch nur am Rande, dass der Gegner Borussia Dortmund heißt. ·

Bremen - Hoffentlich kommen alle gesund zurück! Heute trudeln die Werder-Nationalspieler wieder in Bremen ein, als Letzter wird Claudio Pizarro aus Chile zurückerwartet. Und dann gibt es nur noch ein Thema an der Weser: Der Meister kommt. Am Freitag gastiert Borussia Dortmund im Weserstadion. Es wird kein Spiel wie jedes andere, es wird eine Reifeprüfung für Werder.

In bislang vier Heimspielen im fertig gestellten neuen Stadion gab es vier Siege – diese Bilanz ist der Hauptgrund, weshalb Werder aktuell als Tabellenzweiter Bayern-Jäger Nummer eins ist. Doch noch ist der Einwand gestattet, dass die bezwungenen Teams – Kaiserslautern, Freiburg, Hamburg und Hertha – allesamt in der unteren Hälfte des Tableaus beheimatet sind. Gegen sie wurde das Weserstadion zur „Festung“ (Zitat Sportdirektor Klaus Allofs). Aber jetzt kommt der erste richtige Knaller. Bringt die Borussia die Mauern der Festung ins Wanken? Werder-Kapitän Clemens Fritz: „Wir erwarten eine Top-Mannschaft. Aber wir wollen unsere Heimserie weiter ausbauen. Mit dem Schwung, den wir zuletzt zu Hause hatten, werden wir auch gegen den BVB ins Spiel gehen.“

Training am Dienstag

Werder-Training am Dienstag

Ein Problem könnte die extrem kurze Vorbereitungszeit sein. Im Grunde bleibt nach den EM-Qualifikationsspielen nur der Donnerstag, um sich im Training gemeinsam auf die Partie einzustimmen. Doch Fritz sieht‘s entspannt. „Klar, die Regenerationszeit für die Nationalspieler ist kurz. Aber erstens geht es Dortmund nicht anders, auch bei denen waren einige unterwegs. Zweitens kennen wir solche Situationen doch aus der Vergangenheit, wir sind darin erfahren.“

Aus den Jahren vor der Krisensaison 2010/11 kennen die Bremer auch die Situation, einerseits Jäger des Spitzenreiters, andererseits aber auch Gejagter zu sein. Für Freitag gilt sogar: Sollte Werder die Partie verlieren, droht in der Tabelle ein tiefer Sturz. Von Rang zwei könnte es bei einer Niederlage theoretisch bis auf Platz sieben runter gehen. Das würde die Euphorie in Bremen sicherlich gehörig dämpfen. Fritz beschäftigt diese Was-wäre-wenn-Konstellation jedoch herzlich wenig: „Wir gehen nicht in ein Spiel und denken daran, was passieren könnte. Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen. Auch gegen den Meister. Denn wir brauchen uns vor keiner Mannschaft zu verstecken.“

Eine zusätzliche Motivation ist die 2:3-Pleite vor zehn Tagen bei Hannover 96. „Das Spiel hätten wir nicht verlieren müssen, die Punkte haben wir verschenkt“, ärgert sich Käpt‘n Fritz noch immer und fordert Wiedergutmachung gegen Dortmund. „Wir wollen unsere Position da oben festigen. Ich bin lieber Zweiter als Fünfter.“ · csa

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