2:0 beim VfB Stuttgart: Die nächste reife Leistung

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Fünf Jahre nach dem letzten Erfolg in Stuttgart durften die Bremer gestern mal wieder mit ihren Fans feiern.

Stuttgart - Von Carsten Sander. Nach dem Schlusspfiff herzte Per Mertesacker Torwart Tim Wiese. Naldo drückte Mertesacker, Frings wiederum Naldo. Und ganz bestimmt hat auch einer den Kapitän geknuddelt.

Wer es war, konnte im allgemeinen Bremer Jubeltrubel nach dem 2:0 (1:0)-Sieg beim VfB Stuttgart nicht mehr ausgemacht werden. Auffällig war jedoch, dass sich die Spieler von Werder Bremen über den Erfolg gestern Abend mehr freuten als über andere Siege.

Wieso das so war, wurde Per Mertesacker später gefragt. Die Antwort war erstmal ein verständnisloser Blick, dann eine Erklärung, auf die sich – zugegeben – jeder selbst hätte kommen können. „Wir freuen uns über unsere Leistung. Und ich denke, wir dürfen das auch“, sagte der Nationalverteidiger, der mit seinen Kollegen gleich zwei Serien verteidigt hatte: Werder baute die gegentorlose Zeit auf nunmehr exakt vier Spiele und damit 360 Minuten aus, blieb zudem im zwölften Pflichtspiel in Folge ungeschlagen.

Alle Spieler, alle Noten

Hunt wieder bärenstark

Eine andere Serie wurde dagegen mit Bravour beendet: Nach drei deftigen Niederlagen in Stuttgart (1:4, 3:6, 1:4) haben die Bremer n Pizarro und n Hunt treffen den VfB dank der Tore von Claudio Pizarro (3.) und Aaron Hunt (51.) endlich wieder in dessen Stadion bezwungen. Der Schwaben-Fluch ist beendet – und das war vermutlich ein Hauptgrund für die große Bremer Heiterkeit – wie Torsten Frings durchblicken ließ: „Wir haben in Stuttgart schließlich auch schon etwas Anderes erlebt…“

Die Gefahr eines erneuten Debakels war gestern aber nicht gegeben. Werder bot eine reife Leistung und war den indisponierten Platzherren dermaßen überlegen, dass es nach einem sehr leichten und bequemen Sieg aussah. Doch dem widersprach Frings: „Stuttgart hatte große Probleme, aber wir haben auch unseren Teil dazu beigetragen, dass das Spiel so gelaufen ist.“

Das Wichtigste geschah dabei gleich zu Beginn der Partie. Erst entschärfte Wiese einen Schuss von Cacau (1.), dann hatte Marko Marin seinen großen Auftritt. Im Duell der 20-Jährigen dribbelte er seinem überforderten (und nach 41 Minuten ausgewechselten) Gegenspieler Stefano Celozzi den ersten Knoten in die Beine und zog dann eine perfekte Flanke auf den langen Pfosten. Dort lauerte Pizarro und nickte zur Führung ein.

Das war der Auftakt, den Werder gewollt und der VfB gefürchtet hatte. Die durch schwache Champions-League-Auftritte und Platz 13 in der Liga verunsicherten Schwaben bekamen in der Folge kaum ein Bein fehlerfrei vor das andere. „Wir wollten ja“, seufzte Stürmer Cacau, „aber nach dem frühen Gegentor ging nichts. Und Werder hat das einfach souverän gemacht.“

Kann man so sagen. Die Elf von Trainer Thomas Schaaf („Wir sind wieder einen Schritt nach vorne gekommen“) ließ Stuttgart kommen, aber kaum Chancen zu. Clemens Walch verstolperte die eine (18.), die andere vereitelte Wiese, als er gegen Julian Schieber parierte (34.). Das war alles, was der VfB zustande brachte. Werder hingegen hätte die Führung durch Mesut Özil (frei vor Jens Lehmann/20.) ausbauen müssen. Und durch Frings ausbauen können. Aber auch dessen Distanzschuss meisterte Lehmann (23.).

Nach der Pause teilten die Stuttgart-Fans in der mit 42 000 Zuschauern ausverkauften Mercedes-Benz-Arena ihrem Team mit, dass sie endlich mehr sehen wollten. Die „Aufwachen“-Sprechchöre drangen offenbar aber nicht bis an die Ohren der Profis. Denn sechs Minuten nach Wiederbeginn schlief der VfB immer noch. Und zwar tief und fest. Wie die Geschichte des Bremer 2:0 beweist: Ein schnell ausgeführter Freistoß von Özil, ein Sprint von Hunt, ein Schuss, ein Tor. Es war so einfach.

in Tor. Es war so einfach. Der Rest des Spiels ist schnell zusammengefasst: Schwerer wurde es nicht mehr. Werder machte hinten dicht, war bei zahlreichen Kontermöglichkeiten aber „zu verspielt“, wie Mertesacker monierte. Darüber blickte jedoch nicht nur Sportdirektor Klaus Allofs („Wir haben gewonnen – also haben wir vieles richtig gemacht“), sondern auch Torsten Frings generös hinweg: „Wir hätten mehr Tore machen können, aber wir wollen auch auf dem Teppich bleiben. Mit einem 2:0 sind wir sehr zufrieden.“

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