Beim großen FC Chelsea ist kein Platz für den kleinen Marko Marin / „Es gibt genug Anfragen“ – aber 96 winkt ab

Ausgemustert und auf der Suche

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Marko Marin spielte zuletzt für den FC Sevilla.

Bremen - Auf der Liste der Abwesenden stehen Weltmeister Andre Schürrle sowie die brasilianischen Nationalspieler Oscar, Ramires und Willian. Sie alle sind am Sonntag nicht dabei, wenn der FC Chelsea zu einem Testspiel im Weserstadion antritt. Marko Marin steht auch auf der Liste – allerdings aus ganz anderen Gründen.

Während Schürrle und die Brasilianer noch ihren WM-Urlaub genießen, gehört der ehemalige Werder-Profi bei den Blues nicht mehr wirklich dazu. Trainer Jose Mourinho hat seit geraumer Zeit keine Verwendung mehr für den kleinen Außenstürmer. Marin, der 2012 für angeblich acht Millionen Euro von der Weser an die Stamford Bridge gewechselt war, soll sich trotz des noch bis 2017 laufenden Vertrags einen neuen Verein suchen. Und ist längst fleißig dabei. „Es gibt genug Anfragen, aber im Moment habe ich mich noch nicht entschieden“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung.

Zuletzt war Marin an den FC Sevilla ausgeliehen. Das Jahr in Spanien brachte ihm zwar den zweiten Triumph in der Europa League in Folge (2013 mit Chelsea), aber nicht den gewünschten Aufschwung. Marin war nur in etwa der Hälfte aller Spiele dabei, meistens als Einwechselspieler. Logisch, dass er bei seiner Rückkehr zum FC Chelsea nicht mit Fanfaren empfangen wird.

Obwohl die Vorbereitung – die sogenannte Pre-Season – längst auf Hochtouren läuft, hatte Marko Marin nach eigenen Angaben noch keinen Kontakt zum Club und zu Trainer Mourinho. „Aktuell bin ich noch in Frankfurt, ab Montag dann aber bei der Mannschaft“, berichtet der 25-Jährige, der zwischen 2009 und 2012 87 Bundesliga-Spiele für Werder bestritten hatte. Ob er in Frankfurt weilt, weil er mit der Eintracht, wo jetzt sein Ex-Trainer Thomas Schaaf das sportliche Sagen hat, Vertragsgespräche führt? Sportdirektor Bruno Hübner hatte bereits Interesse bekundet, ein kolportiertes Fünf-Millionen-Angebot aber dementiert. Auch Marin beteuerte, der Frankfurt-Aufenthalt habe „andere Gründe, private“. Marin ist in der Hessen-Metropole aufgewachsen.

Eine Rückkehr in die Bundesliga hält er grundsätzlich nicht für ausgeschlossen, derzeit fehlt aber die heiße Spur. Hannover 96 wurde zwar lange Interesse an dem 16-fachen Nationalspieler nachgesagt, aber gestern stellte Manager Dirk Dufner im kicker“ klar: „Da war und ist nichts dran.“ Zuvor soll für Marin bereits ein Ausleihgeschäft mit Besiktas Istanbul geplatzt sein.

Während er also auf der Suche nach der Zukunft ist, stört es ihn wenig, dass er den Trip in seine Bremer Vergangenheit verpasst. Zwar wäre es „schön gewesen, mal wieder im Weserstadion vor den alten Fans zu spielen“, meint Marin, „aber es klappt halt nicht. Ich habe kein Problem damit. Die meisten Kollegen von damals sind eh’ weg.“ Trainerstab und Management sowieso. Es wäre für ihn also ein Wiedersehen mit Unbekannten – und darauf lässt es sich leicht verzichten

csa

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