Stöger ist geschmeichelt, Schmidt eher genervt

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Was für das Paderborn-Gerücht galt, gilt auch für die Bremen-Spekulation. „Ich habe mich klar positioniert“, meint Roger Schmidt.

Bremen - Sattessen war nicht drin. Das Barbecue, das die Werder-Profis gestern Mittag für die Mitarbeiter des Vereins spendiert hatten, musste Thomas Eichin schnell wieder verlassen. Schuld war: das Handy. Was sonst?

Es klingelt in diesen Tagen quasi ohne Unterlass. Doch nicht mehr die Schwemme an Bewerbern für den vakanten Bremer Trainerposten hält den Sportchef besonders auf Trab, sondern die Masse an Medienvertretern, die Eichin löchert. Wer wird‘s denn nun? Eichin kann keine Antwort geben. Denn: „Ich komme ja zu nichts, weil ich immer telefonieren muss.“

Er lacht, es war ein Scherz. Und alle Medienvertreter dürfen sich erleichtert fühlen, dass sie nach der Verantwortung für das Aus von Thomas Schaaf nicht auch noch die Verantwortung für die bislang ergebnislose Nachfolger-Suche aufgebürdet bekommen.

Peter Stöger ein Kandidat für Werder? „Es ist zum jetzigen Zeitpunkt fix nichts dran“, sagt der Coach von Austria Wien.

Aber Spaß beiseite: Allen Nachfragen zum Trotz hat Eichin seinen Pfad der strikten Geheimhaltung bisher nicht verlassen. Vielleicht kann er nach dem für diese Woche anberaumtem Treffen der Geschäftsführung mit dem Aufsichtsrat an die Öffentlichkeit gehen und eine Lösung präsentieren. Bis dahin bleiben die Jalousien aber auf jeden Fall unten. Weshalb nicht zweifelsfrei zu ergründen ist, ob das, was gestern an Aussagen aus Österreich herüberschwappte, echte Dementis waren. Oder vielleicht doch nur Verwirrtaktik. Jedenfalls ließen die in vielen Medien als Kandidaten auf die Schaaf-Nachfolge gehandelten Trainer Peter Stöger (Austria Wien) und Roger Schmidt (Red Bull Salzburg) keine Aufgeregtheit über das angebliche Bremer Interesse erkennen.

Der Zufall wollte es so, dass für beide gestern Pressetermine vor der vermutlichen Titel-Entscheidung anstanden. Stöger reicht heute mit der Austria ein Unentschieden gegen den SV Mattersburg zur Meisterschaft, Schmidt wäre dann geschlagen. Österreich ist gespannt. Doch in das Thema Titelkampf schlich sich auch das Thema Werder.

Peter Stöger war mit deutlichen Worten bemüht, die Gerüchte zu entkräften – obwohl sie ihm schmeicheln. „Wir als Trainer-Team fühlen uns geehrt, so im Rampenlicht stehen zu dürfen. Es hat aber keinen Kontakt gegeben. Keine SMS, keine Email, kein Fax und auch keinen Anruf. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt fix nichts dran“, erklärte der 47-Jährige. Und Thomas Parits, Sport-Vorstand der Austria, machte schon mal klar, dass Werder sich erst gar nicht um den Coach bemühen müsste: „Sollte Kontakt mit uns hergestellt werden, werden wir Peter Stöger sicher nicht hergeben. Egal, was gezahlt würde. Ich sehe keine Veranlassung, darüber nachzudenken. Wir sind mit Stöger sehr zufrieden.“

Etwas anders ist der Fall Roger Schmidt gelagert. Erst verpasste der ehemalige Schaaf-Lehrling (Schmidt hospitierte einst bei Werder) mit den „Roten Bullen“ die Champions League (Qualifikationspleite gegen F91 Düdelingen aus Luxemburg), dann scheiterte er im nationalen Pokal im Halbfinale am Drittligisten SV Pasching – und morgen ist wahrscheinlich auch die letzte Titelchance dahin. Kurz gesagt: Salzburg hat unter Schmidt die Erwartungen nicht erfüllt. An einen freiwilligen Abschied denkt der deutsche Trainer dennoch nicht. Also auch nicht an Werder Bremen. „Ich habe mich zuletzt klar positioniert und werde nicht jeden Tag zu Gerüchten Stellung nehmen“, sagte er und verwies zwecks Entkräftung der Werder-Meldungen auf nur wenige Tage alte Aussagen. Mit denen war der 46-Jährige Spekulationen entgegengetreten, er würde im Sommer zum SC Paderborn zurückkehren. „Ich versuche meine Arbeit bei Red Bull Salzburg so gut wie möglich zu machen und freue mich auf die neue Saison“, hatte er gesagt.

Thomas Eichin machte gestern nicht den Eindruck, als ob ihm die Neuigkeiten aus Österreich auf die Stimmung schlagen würden. Dann schon eher der halbleere Magen. csa/mr

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