600 Polizisten sichern das Heimspiel gegen HSV / Zusätzliche Rettungswagen / Ärger über DFL-Ablehnung bleibt

Behörden rüsten fürs Derby mächtig auf

Auf die DFL und ihr „Nein“ zur Vorverlegung des Nordderbys waren Bremens Innensenator Ulrich Mä urer (rechts) und Einsatzleiter Rainer Zottmann nicht gut zu sprechen. ·

Bremen - Das Nordderby mobilisiert die Massen – zum Leidwesen von Ulrich Mäurer allerdings auch Massen an Sicherheitskräften. Denn Bremens Innensenator muss für dieses Aufeinandertreffen zwischen Werder und dem Hamburger SV am Samstag im Weserstadion Verstärkung bis aus Rheinland-Pfalz anfordern.

Hinzu kommen neben allen verfügbaren Bremer Beamten aus Bereitschafts- und Schutzpolizei noch Einheiten aus Bremerhaven, Niedersachsen und Hamburg. Im Vergleich zum Heimspiel gegen Freiburg stocken die Behörden das Kontingent ihrer Ordnungshüter ums Fünffache auf.

„Insgesamt haben wir 600 Kollegen im Einsatz“, rechnete Rainer Zottmann als Chef der zentralen Einsatzsteuerung während der gestrigen Präsentation des Sicherheitskonzepts vor. Der Leitende Polizeidirektor hätte dieses logistische und finanzielle Ausmaß gern verringert. Umso mehr ärgerte er sich über den von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) abgelehnten Wunsch seiner Behörde, die Partie von 18.30 auf 15.30 Uhr vorzuverlegen. Auch Mäurer verdeutlichte, dass Spiele, die bei Tageslicht enden, das Risiko von Ausschreitungen verringerten. „Deshalb haben wir uns mit der DFL gestritten“, schilderte der Senator. Doch der Ligaverband habe sich laut Zottmann in seiner „sehr oberflächlichen Begründung davon überzeugt gezeigt, dass kein Anlass zur Sorge bestehe. „Eine Verlegung wäre besser gewesen – auch für die HSV-Fans“, urteilte Zottmann: „Insofern sind wir enttäuscht.“ Daher die personelle und materielle Aufstockung – auch durch die Bereitstellung von zusätzlichen Rettungswagen, eines Löschfahrzeugs und eines Extra-Containers für Verbandsmaterial am östlichen Rand des Stadions.

Ein weiterer Grund für dieses Großaufgebot liegt aber in der Lehre aus dem bisher letzten Nordderby im Weserstadion vor fast einem Jahr. Damals hatte die Polizei den HSV-Fanblock abgesperrt, um ein Aufeinandertreffen der Fans nach Spielschluss zu verhindern. Dies verursachte jedoch ein Gedränge, Panik, Stürze und 24 Verletzte.

„Deshalb gibt es jetzt keine Block- und keine Bereichssperre mehr“, stellte Zottmann klar. Stattdessen muss er viel mehr Beamte einplanen, um die beiden Lager zu trennen und die Hamburger nach dem Abpfiff zu den Shuttle-Bussen in Richtung Bahnhof zu führen. „Denn Fan-Märsche sind in Bremen verboten“, erinnerte der Einsatzleiter.

Das gilt ebenso für den Weg zum Stadion. Die HSV-Fans dürfen den Hauptbahnhof nur in Richtung Bürgerweide verlassen. Die dort bereit stehenden Busse chauffieren sie zum Osterdeich, wo ebenfalls verstärkte Polizeieinheiten warten. „Ab 15 Uhr ist das Stadion für die Gäste-Fans geöffnet, so dass sie dort schon die Berichterstattung über die anderen Bundesliga-Spiele verfolgen können“, schilderte Senator Mäurer. Niemand müsse aber deshalb bis abends auf der Tribüne bleiben: „Jeder darf zwischenzeitlich hinaus und hinein.“ · ck

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