Vor dem Saisonstart:

Beckenbauer macht Werder nieder: „Ein Absteiger“

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Jetzt geht‘s los! Der neue Werder-Coach Robin Dutt ist „richtig heiß“ auf sein Bundesliga-Comeback.

Bremen - Der „Kaiser“ hat gesprochen. Das macht er häufig. So häufig sogar, dass nicht immer alles so ernst zu nehmen ist, was er sagt. Aber er ist eben der „Kaiser“, und deshalb hört man ihm dann eben doch immer wieder zu.

Gestern also hat der „Kaiser“, mit bürgerlichem Namen Franz Beckenbauer, darüber sinniert, wer am Ende der neuen Bundesliga-Saison absteigen wird. Er nannte Aufsteiger Eintracht Braunschweig als ersten, als sicheren Kandidaten. Und dann kam‘s: „Als zweiten Absteiger nenne ich mal Werder Bremen, aber mit Fragezeichen“, meinte Beckenbauer. 

Er sortierte beim Vier Jahreszeiten Sportgespräch des Pay-TV-Senders Sky auch noch 1899 Hoffenheim („weil sie sich an die Relegation gewöhnen werden“) und den Hamburger SV in den Kreis der gefährdeten Teams ein. Aber Werder und Braunschweig – das sind die Abstiegsfavoriten.

Kann dem Mann, dem der Ruf des Fußball-Allwissenden anhängt, widersprochen werden? Eigentlich nicht. Beckenbauers Wort ist Gesetz. Aber doch, Werder wehrt sich. Oder besser: Hat sich vorsorglich gewehrt. „Wir sind kein Abstiegskandidat“, hatte Mittelfeldmann Aaron Hunt bereits vor des „Kaisers“ düsterer Prognose gesagt. Zu stark sei das Bremer Team, argumentierte Vize-Kapitän Hunt trotzig.

Beweise für diese These müssen ab heute geliefert werden. Bei der Braunschweiger Eintracht, die von Beckenbauers Prognosen wohl genauso wenig hält wie Werder, starten die Bremer heute um 18.30 Uhr in die Saison. Und einer kann es überhaupt nicht erwarten, dass die Saison endlich angepfiffen wird: Coach Robin Dutt. „Ich war jetzt länger als ein Jahr nicht in der Bundesliga dabei. Ich bin jetzt richtig heiß“, sagte der 48-Jährige gestern Nachmittag vor der Abreise nach Braunschweig.

Aufgeregt, fast schon zappelig wirkte Dutt dabei. Am 31. März 2012 hatte er zum bis dato letzten Mal auf einer Bundesliga-Trainerbank gesessen. Nach dem 0:2 gegen seinen Ex-Club SC Freiburg wurde er bei Bayer Leverkusen entlassen, verirrte sich danach als Sportdirektor zum DFB. Ein Fehler, den er mit dem Engagement bei Werder korrigierte. Und damit den nächsten Fehler machte? Beckenbauer denkt so, erklärt Werder zum Abstiegskandidaten und prophezeit Dutt damit ein erfolgloses erstes Jahr in Bremen. Womit er auch des Trainers Bemühungen, eisern Optimismus auszustrahlen, erheblich behindert. Doch „alles Gerede und alle Schlagzeilen“ interessieren Dutt sowieso nicht: „Nach dem Spiel in Braunschweig gibt es die harten Fakten. Dann gibt es neue lächelnde Gesichter und neue traurige Gesichter.“ Unschwer zu erraten, welche Mimik er heute Abend zur Schau stellen möchte. · csa

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