Bayern mit großen Sorgen nach Bremen / Premiere für Torwart Reina

Guardiola fürchtet Freistöße und verzichtet auf Neuer

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Bislang saß Pepe Reina bei den Bayern nur auf der Bank, heute soll der Keeper erstmals spielen.

München - Von Björn Knips. Den einen oder anderen Profi des FC Bayern soll es schon etwas nerven, doch Pep Guardiola kennt keine Gnade: Jeder, wirklich jeder Gegner wird vom Trainer genau unter die Lupe genommen, seziert und dann in allen Einzelteilen der Mannschaft vorgestellt. Nur so fühlt sich Guardiola sicher, aber auch nur fast sicher. Denn vor einer Geschichte hat der Starcoach des Rekordmeisters immer etwas Sorge: Standards. Vor allem wenn der Gegner Werder Bremen heißt und einen Zlatko Junuzovic hat.

„Darauf kann man sich nicht vorbereiten“, urteilt Guardiola – und adelt den Bremer Freistoß-Spezialisten Junuzovic. Der Österreicher hat in dieser Saison schon vier ruhende Bälle unhaltbar ins Tor gezirkelt. Junuzovic und Hakan Calhanoglu von Bayer Leverkusen seien bei Freistößen die besten in der Bundesliga und unberechenbar, schwärmt Guardiola und warnt vor dem heutigen Gastspiel in Bremen: „Wenn es eine Sache gibt, bei der Bremen klar besser ist als Bayern München, dann sind das Standardsituationen. Wenn wir viele Ecken und Freistöße gegen uns bekommen, haben wir ein Problem. Wenn wir dominieren, passiert das nicht. Deswegen liegt es an uns.“

Der Respekt vor Werder ist groß – ungewohnt groß. Wer hätte das nach dem 6:0-Sieg im Hinspiel gedacht. Die Bremer hatten damals nicht einen Torschuss. Und nun? „Sie haben in der Rückrunde genauso viele Punkte wie wir. Das zeigt, wie gut sie sind“, hebt Guardiola hervor.

Dass Werder nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz wieder viel mutiger auftritt, interessiert den Spanier nicht wirklich. Den Zoff zwischen Werder-Sportchef Thomas Eichin und Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer will er am liebsten gar nicht kommentieren, tut es dann aber doch: „Matthias Sammer hat von Anfang an diesen Verein, diese Spieler verteidigt. Das hat er immer gemacht und wird es auch in Zukunft machen.“

Nur mit der Wortwahl hatte sich Sammer diesmal vergriffen und Eichin persönlich beleidigt („Wahrscheinlich hat er zwischendurch mal 'nen Puck an den Kopf bekommen und Spätfolgen jetzt – ist ja durchaus möglich“). Es war die harsche Reaktion auf Eichins Behauptung, die Bayern besäßen einen Schiedsrichter-Bonus.

Die Anmerkungen des Bremer Geschäftsführers sorgen dafür, dass ein Mann heute besonders im Blickpunkt stehen wird: Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer. Ein absoluter Routinier. 209 Bundesligaspiele und 21 Europapokalpartien hat der 46-Jährige gepfiffen. Altersbedingt scheidet er am Saisonende aus – da dürfte diese Partie noch einmal ein echtes Highlight sein.

Allerdings ohne Zutun einiger Stars. Die Bayern gehen personell am Stock. Franck Ribery, Arjen Robben, Claudio Pizarro und Gianluca Gaudino sind verletzt, Javi Martinez und Thiago noch nicht fit genug, außerdem ist Xabi Alonso gelbgesperrt. Freiwillig verzichtet Guardiola auf Manuel Neuer. Der Keeper bekommt eine Verschnaufpause – und für ihn Pepe Reina seine Bayern-Pflichtspielpremiere. Der 32-jährige Spanier war in der Hinrunde wegen eines Muskelbündelrisses ausgefallen. Zuletzt saß er wieder auf der Bank. Diesen Platz wird Tom Starke einnehmen, denn Neuer ist gar nicht erst mit nach Bremen gereist.

Eine überraschende Maßnahme – vor allem in Verbindung mit Guardiolas Warnung vor den Bremer Standards. Da dürfte Reina in den Stunden vor dem Spiel noch jede Menge Informationen von seinem akribischen Trainer bekommen, um optimal vorbereitet zu sein.

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