0:6 bei Bayern, aber Eichin schützt Dutt

Mega-Watsch’n für Werder

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Nach dem 0:6 gegen den FC Bayern blickte Sebastian Prödl (rechts) auf eine schlimme Bremer Leistung zurück und hielt das Ergebnis betreffend fest: „Die Höhe ist schon so in Ordnung.“

München- Von Malte Rehnert. Sportchef Thomas Eichin war hinterher entsetzt vom Auftritt seines Teams und polterte: „Das war heute keine bundesligataugliche Leistung. Wir waren wie das Kaninchen vor der Schlange, hatten unglaublich großen Respekt und Angst. Und wenn du so gegen Bayern spielst, hast du eben keine Chance. Dann verlierst du so hoch.“

Die Klatsche befeuert natürlich auch die Diskussion um Trainer Robin Dutt, doch Eichin wiegelte ab: „Das hatte heute nichts mit dem Trainer zu tun.“ Die Frage, ob Dutt am Freitag (20.30 Uhr) im Heimspiel gegen Köln definitiv noch auf der Werder-Bank sitzt, beantwortete Eichin mit einem klaren „Ja“. Gibt es da aber wieder keinen Sieg, wird es richtig eng für Dutt. 

Die Spieler schlichen nach der Demütigung mit gesenkten Köpfen durch die Mixed-Zone und rangen um Worte. „Scheiße“, stöhnte Keeper Raphael Wolf und ergänzte: „Wir waren heute einfach ganz, ganz schlecht. Das ist ein bitterer Schlag.“ Und Kapitän Clemens Fritz, der in die Startelf zurückgekehrt war, kritisierte: „Wir haben heute alles falsch gemacht.“

Die Partie begann genauso, wie es beim Aufeinandertreffen zwischen Spitzenreiter und Schlusslicht zu erwarten gewesen war. Die Bayern rissen sofort die Kontrolle an sich, ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Werder stand tief, war oft mit allen elf Spielern in der eigenen Hälfte. Dutt hatte sein Spielsystem vom 4-4-2 auf ein defensiv ausgelegtes 4-2-3-1 umgestellt. Hinter der einzigen Spitze Di Santo bildeten Fin Bartels, Zlatko Junuzovic und Eljero Elia eine Dreierreihe, die hauptsächlich Abwehrarbeit leisten musste. Hin und

wieder versuchten die Bremer aber auch, die Münchner früh im Aufbau zu stören, um den Spielfluss zu unterbinden. Das klappte ganz ordentlich – aber nur ein paar Minuten lang. Der FC Bayern hatte trotz klarer Überlegenheit zunächst keine zwingende Torchance. Das erste Highlight und den ersten großen Jubel von den 71000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena gab es in der 18. Minute, als Schiedsrichter Bastian Dankert (Rostock) zum ersten Mal das Freistoß-Spray benutzte. Arjen Robbens Flanke war jedoch harmlos – ganz anders als der nächste Bayern-Angriff. Nach Linksflanke von David Alaba bugsierte Thomas Müller den Ball (bedrängt von Sebastian Prödl) unfreiwillig direkt vor die Füße von Philipp Lahm. Den wuchtigen Schuss des Münchner Kapitäns fälschte Santiago Garcia noch leicht ab – 1:0 (20.).

Ein recht frühes Gegentor – das wollte Werder unbedingt verhindern. Doch es kam schnell noch schlimmer. Zweiter Einsatz des Freistoß-Sprays, zweites Tor für die Hausherren. Alaba und Thomas Müller liefen über den Ball, Xabi Alonso schob ihn von halblinks flach unter der hochspringenden Bremer Mauer ins kurze Eck – ein listiges Ding zum 2:0 (26.). Der erste Treffer des im Mittelfeld enorm präsenten Spaniers im Bayern-Trikot war schon so etwas wie die Vorentscheidung. Aber die Hausherren hatten nun Spaß und legten nach. Nach Foul von Prödl an Müller verwandelte der deutsche Nationalspieler den Strafstoß souverän zum 3:0 (43.). Kurz darauf wackelte Mario Götze mühelos Assani Lukimya aus und schlenzte den Ball zum 4:0 in die lange Ecke (45.). Direkt danach war Halbzeit – zum Glück für die nun völlig hilf- und wehrlosen Bremer, die schon in den letzten beiden Spielen gegen die Bayern untergegangen waren (0:7 und 2:5).

Zur zweiten Hälfte brachte Dutt Marnon Busch für Totalausfall Elia. Es wurde aus Bremer Sicht aber nur etwas erträglicher, weil die Bayern nicht mehr mit letzter Konsequenz nachsetzten und sich offenbar schon ein wenig für das Champions-League-Spiel am Dienstag gegen den AS Rom schonten. Doch auch ohne volle Kraft reichte es noch zu zwei Treffern. Lahm schob aus kurzer Distanz ein und kam erstmals in seiner Bundesliga-Karriere in den Genuss eines Doppelpacks (79.). Götze machte mit einem Distanzschuss das halbe Dutzend voll (86.). Völlig verdient, wie Werder-Innenverteidiger Prödl zerknirscht feststellte: „Die Höhe ist schon so in Ordnung.“

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