Leverkusens „Chicharito“: Fast so gute Torquote wie Müller

Die „kleine Erbse“ jagt den großen Gerd

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Javier Hernandez, "Chicharito" genannt, ist der Star-Angreifer bei Bayer Leverkusen.

Leverkusen - An Werder hat er keine guten Erinnerungen. In der Vorsaison, seiner ersten in Deutschland, verlor der Mexikaner Javier Hernandez (28) mit Bayer Leverkusen gleich zwei Mal gegen die Bremer. Und er traf nur beim 1:3 im Viertelfinale des DFB-Pokals. Am Samstag (18.30 Uhr) will „Chicharito“ nun auch sein erstes Bundesliga-Tor gegen Werder machen – bei seiner aktuellen Topform (fünf Saisontreffer) stehen die Chancen nicht schlecht.

1 Den ersten Bundesliga-Spieltag dieser Saison hat er verpasst, weil er sich kurz zuvor in seiner Wohnung bei einem Treppensturz die rechte Hand gebrochen hatte und operiert werden musste. Seither spielt er zum Schutz mit einem Tapeverband – meistens passend zur Trikotfarbe.

2 bekannte Fußballer hat er in seiner Familie. Sein Vater Javier gehörte als offensiver Mittelfeldmann unter anderem zum Kader der Mexikaner bei der Heim-WM 1986. Wegen seiner geringen Körpergröße (1,69 Meter) und der markanten grünen Augen wurde er „Chicaro“ (Erbse) genannt – daher auch der Spitzname seines 1,75 Meter großen Sohnes: „Chicharito“ (kleine Erbse“). Und der Großvater Tomas Blacazar (ein Stürmer) spielte für Mexiko die WM 1954.

3 Zwei Dreierpacks hat er in der Bundesliga geschnürt: Am fünften Spieltag der laufenden Serie in Mainz (3:2) und in der Vorsaison beim 5:0 gegen Gladbach (12. Dezember 2015), als er hinterher den Ball mitnahm und ihn sich von den Teamkollegen signieren ließ.

12 Torschüsse hat er in dieser Bundesliga-Saison abgegeben. Daraus resultierten fünf Tore. Und drei Pfostentreffer – Ligahöchstwert. Am Tor vorbeischießen kann er fast gar nicht...

14 Seine liebste Rückennummer – die hatte er schon in der Heimat bei Guadalajara, später auch bei Manchester United und Real Madrid. Und er trägt sie in der Nationalmannschaft. In Leverkusen war die „14“ bereits an Admir Mehmedi vergeben, deshalb nahm er die „7“ von Heung-Min Son (nach Tottenham) – und erklärte mit Blick auf seinen Ex-Teamkollegen Cristiano Ronaldo: „Ich will damit CR7 ehren – den Besten der Welt.“

17 Liga-Tore schoss er in der Vorsaison und war damit Bayers erfolgreichster Schütze. Auch die Ausbeute bei zwei europäischen Schwergewichten ist ordentlich: 103 Spiele und zwei Meistertitel in der englischen Premier League mit Manchester United (37 Tore in fünf Jahren), 23 Partien in der Primera Division für Real Madrid (7 in einem Jahr) – bei Real war er meistens „Joker“, bei ManUnited in den letzten zwei Jahren ebenfalls.

22 Treffer in der Bundesliga (in 33 Partien/0,66 pro Spiel) sind mit Abstand der beste Wert für einen Mexikaner. Die anderen Sechs, die im deutschen Oberhaus spielten oder spielen, kommen gemeinsam auf neun: Ricardo Osorio (1), Pavel Pardo (4), Maza (2/alle einst beim VfB Stuttgart), Marco Fabian (2/aktuell in Frankfurt) sowie Aaron Galindo (Frankfurt) und Andres Guardado (Leverkusen/beide kein Tor).

23 Mal soll er in einem 44-minütigen Radio-Interview das Wort „Gott“ untergebracht haben. Er bezeichnete sich als „sehr gläubig. Ich glaube an die christlichen Werte.“ Er sei aber „weder katholisch noch evangelisch. Ich bin ein gesegneter Mensch, ein Nachfolger Gottes.“ Vor jedem Spiel sinkt er auf die Knie und betet. „Es ist mein Ritual, um Gott zu danken, dass ich spielen darf“, erklärte er mal in „Bild“.

31. August 2015: An diesem letzten Tag der Transferperiode holte Leverkusen den Mittelstürmer aus Manchester – und hatte keine Zweifel. Bayer-Trainer Roger Schmidt damals: „Bei einem Chicharito braucht man keinen Scout.“ Erkundigt über den Werksclub hatte sich Hernandez bei seinem Teamkollegen Bastian Schweinsteiger: „Er hat mir viel Gutes über Bayer, den Spielstil und den Trainer berichtet.“

32,14 km/h schaffte er bei der WM 2010 in Südafrika. Damit war „Speedy Hernandez“ nicht nur die schnellste „Erbse“ von Mexiko, sondern laut der englischen „Daily Mail“ auch flotter als kein anderer bei der Weltmeisterschaft.

86 Mal ist er für sein Heimatland aufgelaufen und schoss dabei 45 Tore – 0,52 pro Spiel.

118 Minuten braucht Hernandez durchschnittlich für ein Bundesliga-Tor. Mit dieser Quote ist er besser als Bayerns Robert Lewandowski (123) – und recht nah dran am legendären Gerd Müller (104).

7 208 149 Follower hat Hernandez auf der Social-Media-Plattform Twitter. Längst nicht so viele wie etwa Mesut Özil (über 13 Millionen), aber auch eine sehr stolze Zahl. Vor allem im amerikanischen Raum ist Hernandez extrem beliebt. In Mexiko ist er sogar eine Zeichentrickfigur, spielt (wie einige andere Fußballstars) in der Serie „Mucha Lucha“ mit. Der glühende Comic-Fan, der besonders Helden wie Superman mag, folgt bei Twitter 431 Personen – darunter Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, die Schauspieler Leonardo Di Caprio, Tom Hanks und Hugh Jackman, Sängerin Adele oder die beiden Tennisstars Roger Federer und Novak Djokovic.
mr

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