Werder Bremen verliert 0:1

Chancenlos in Leverkusen

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Lamine Sane landet auf dem Hosenboden, Lucas Alario trifft für Bayer Leverkusen zum 1:0.

Bremen - Man kann es so sehen: Ein Blackout in der Abwehr hat Werder Bremen am Mittwochabend ein Remis bei Bayer Leverkusen gekostet. Man kann es aber auch so sehen: Der SV Werder hat völlig zurecht mit 0:1 (0:1) bei der Werkself verloren.

Durch das frühe Tor des Argentiniers Lucas Alario (11.) verharren die Bremer einen Spieltag vor Ende der Hinrunde auf dem vorletzten Platz der Fußball-Bundesliga. Mit einem Sieg im Heimspiel gegen Mainz 05 kann das Team am Samstag aber noch vor Weihnachten den direkten Abstiegsplatz verlassen.

Dass es in Leverkusen kein Spiel wie vier Tage zuvor beim 2:1 gegen Borussia Dortmund werden würde, war schon bei Veröffentlichung der Aufstellungen zu erahnen gewesen. Nicht nur, dass Werder-Trainer Florian Kohfeldt den schwer verletzten Fin Bartels (Achillessehnenriss) ersetzen musste, es fehlten auch Kapitän Zlatko Junuzovic und der gegen den BVB so starke Philipp Bargfrede. Beide saßen mit muskulären Problemen nur auf der Bank. Möglicherweise wurden sie auch mit Blick auf das Kellerduell gegen Mainz geschont.

Ole Käuper feiert überraschendes Bundesliga-Debüt

Neu in der Startelf waren Lamine Sane, Florian Kainz und überraschend der 20 Jahre alte Ole Käuper aus der U23, der sein Bundesliga-Debüt feierte. Käuper profitierte auch davon, dass in Jerome Gondorf ein weiterer Kandidat für die erste Elf wegen einer Erkältung nicht spielfähig war.

Kohfeldt hatte für sein derart ersatzgeschwächtes Team ein 5-4-1-System erdacht – mit Max Kruse als Solo-Künstler im Sturm und einem Mittelfeld, das sich zumeist als Raute formierte. Allerdings gebar diese Raute wenig Kreatives. Werder hatte riesige Probleme im Spielaufbau – kam zunächst allenfalls in die Nähe des Leverkusener Strafraums. Und in der Abwehr waren die Bremer lange nicht so wach wie in Dortmund.

Ole Käuper (r.) feierte gegen Bayer Leverkusen sein Bundesliga-Debüt für Werder Bremen.

Bestes Beispiel: Das Leverkusener 1:0 durch Lucas Alario (11.). Theo Gebre Selassie ließ sich auf seiner rechten Abwehrseite mit einem einfachen langen Ball überspielen, Milos Veljkovic sah auch nur zu, wie Leon Bailey den Ball in die Mitte brachte. Und dort säbelte Lamine Sane so kunstvoll am Ball vorbei, dass der genau bei Alario landete. Es war ein Vollversagen der Abwehrkette, die zum Rückstand führte.

Bis zur Pause bot sich den Bremern nur einmal die Chance zum Ausgleich. Doch nach einer Kainz-Flanke platzierte Maximilian Eggestein den Kopfball nicht gut. Bernd Leno im Bayer-Tor machte sich lang und parierte (32.). Auf der Gegenseite wirbelte der Jamaikaner Bailey die Werder-Defensive ein ums andere Mal durcheinander– und zwar gehörig.

Beinahe jeder Bremer eine bis zwei Klassen schlechter

Kevin Volland (36.) und Bailey (38.) verpassten das mögliche 2:0 für die überlegenen Gastgeber. Die hatten vor dem Duell mit Werder zehn Spiele in Folge nicht verloren – und zur Pause deutete quasi nichts darauf hin, dass diese Serie gegen den SV Werder enden könnte. Zu schwach waren die Bremer bis dahin aufgetreten, mit Ausnahme von Keeper Jiri Pavlenka präsentierte sich jeder Einzelne im Team eine bis zwei Klassen schlechter als am Wochenende.

Kohfeldt reagierte auf die schwächste Halbzeit unter seiner Leitung zwar nicht mit personellen Änderungen – die Möglichkeiten waren ohnehin begrenzt –, aber mit Positionsverschiebungen. Kainz rückte statt Eggestein auf die Zehn, Käuper statt Delaney auf die Sechs. Eggestein und Delaney übernahmen wiederum die Außenpositionen. Was es brachte? Nichts. Weder mehr Souveränität in der Defensive noch neue Offensivpower. Max Kruse hing ohne seinen Sturmpartner Bartels völlig in der Luft, bekam einfach keine Bälle.

Werder offensiv völlig harmlos

Nach einer Stunde war das Beste aus Bremer Sicht, dass es nur 1:0 für Leverkusen stand und der Ausgleich theoretisch möglich war. Um aus der Theorie eine Praxis zu machen, tauschte Kohfeldt den akut gelb-rot-gefährdeten Sane gegen Junuzovic und machte aus der Fünfer- eine Viererkette. Wenig später kamen auch noch Ishak Belfodil für Kainz und Izet Hajrovic für Käuper.

Doch auch der Erfolg dieser Maßnahmen blieb überschaubar. Torchancen für Werder? Abgesehen von einem missglückten Belfodil-Kopfball (75.) kam nichts. Leverkusen brannte allerdings auch kein Offensivfeuerwerk ab, war dem zweiten Treffer insgesamt aber stets näher als Werder dem Ausgleich. Einmal rettete Gebre Selassie vor dem einschussbereiten Bailey (71.), einmal bekam Pavlenka gerade noch die Fingerspitzen an einen Distanzschuss von Karim Bellarabi (82.).

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Quelle: DeichStube

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