Nur Petersen trifft

1:4 – Bayer bestraft Bremen brutal

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Sebastian Prödl hatte gestern einen schweren Stand.

Bremen - Das Ergebnis ist heftig, ein Debakel, ein Desaster. Mit 1:4 (0:1) ging der SV Werder gestern Abend im eigenen Stadion gegen Bayer Leverkusen unter. Dabei hatten die Gastgeber lange Zeit gar nicht so schlecht gespielt. 

Doch der neue Tabellenzweite aus Leverkusen bestrafte die Nachlässigkleiten der Bremer gnadenlos. Werder verballerte vorne zu viel und patzte hinten. So wird es schwierig, ins internationale Geschäft zurückzukehren.

Still wie selten zuvor war es losgegangen im mit 37 231 Zuschauern längst nicht ausverkauften Weserstadion: Die Fans beider Teams schwiegen, um gegen die Sicherheitspläne der Deutschen Fußball-Liga (DFL) zu protestieren. Und die Profis auf dem Rasen streikten irgendwie mit. Ein Schuss von Leverkusens Andre Schürrle, der knapp das Tor verfehlte (8.) – mehr gab es vorerst nicht. Nach zwölf Minuten und zwölf Sekunden – in Anspielung auf die richtungsweisende Vollversammlung der Profi-Clubs am 12. Dezember – war der Spuk (endlich) vorbei. Sofort wurde es auch auf dem Feld munterer. Eljero Elia bereitete ähnlich gut vor wie beim Führungstreffer am Samstag in Wolfsburg, doch der Abnehmer hieß diesmal nicht Marco Arnautovic. Der Österreicher lag krank im Bett, und dessen Vertreter Niclas Füllkrug reagierte zu zögerlich und wurde geblockt (14.).

Leverkusen hatte zwar wesentlich mehr Ballbesitz, doch Werder hielt zweikampfstark dagegen und konterte. Wenn auch glücklos, Kevin De Bruyne zielte zu hoch (20.). Die Gäste machten es besser und gingen nach einem feinen Spielzug in Führung: Werder-Keeper Sebastian Mielitz hatte gegen Daniel Carvajal noch mit dem Fuß retten können, doch Gonzalo Castro staubte freistehend ab (31.). Ein Treffer mit Ansage, denn in den letzten 22 Auftritten an der Weser hatte die Werkself immer getroffen.

Die Einzelkritik

Bremen gegen Leverkusen: Die Noten

Werder steckte den Rückstand ganz gut weg, wurde offensiver, aber dafür nicht belohnt. Hunts Direktabnahme flog nur knapp am Tor vorbei (37.), und bei den Versuchen von Nils Petersen (40.) und Zlatko Junuzovic (41.) war Bayer-Keeper Bernd Leno zur Stelle.

Genauso ging es nach der Pause weiter: Theodor Gebre Selassie spielt herrlich auf Hunt, doch dessen „Elfmeter“ wird als Kullerball eine leichte Beute für Leno (51.). Das sollte sich rächen, und zwar nur eine Minute später: Bender darf freistehend Castro bedienen, der mühelos seinen zweiten Treffer markiert (52.). 0:2 – die Partie schien schon früh entschieden. Denkste! Werder schlug prompt zurück: Flanke Hunt, Kopfball Petersen – 1:2 (54.). Es kann so einfach sein.

Fotos vom Spiel

1:4 im Weserstadion: Werder verliert gegen Leverkusen

Aber Werder machte sich das Leben lieber schwer. Vielversprechende Angriffe wurden durch Missverständnisse leichtfertig hergeschenkt. Ein Hunt-Schuss in die zweite Etage (68.) – mehr Nennenswertes gab es lange Zeit nicht. Da war es schon interessanter, was Trainer Thomas Schaaf machte: Zunächst nahm er den schwachen Niclas Füllkrug runter und brachte Clemens Fritz als rechten Außenstürmer (66.). Dort spielte der Kapitän aber nur sechs Minuten, weil Schaaf erneut tauschte. Angreifer Joseph Akpala kam für Zlatko Junuzovic, dessen Job als „Sechser“ Fritz übernahm. Werder wirkte kurz unsortiert, und das nutzte Bayer eiskalt aus: Der Ex-Bremer Simon Rolfes jagte die Kugel aus 18 Metern ins Netz (74.) – 3:1.

Es kam noch schlimmer für die Gastgeber. Jens Hegeler – prächtig bedient von Schürrle – erhöhte quasi ohne Gegenwehr auf 4:1 (79.). Ein Debakel für Werder. Das zum Glück nicht noch schlimmer wurde, weil die Gäste sich mit dem klaren Sieg zufrieden gaben.

Durch die Heimpleite stürzte Werder auf Rang zwölf ab, ist aber trotzdem nur zwei Punkte vom internationalen Geschäft entfernt. Doch am Sonntag in Hoffenheim muss das Schaaf-Team wieder punkten, um den Blick nicht nach unten richten zu müssen. · kni/mr

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