Aber alle schauen auf Allofs: Wen holt er noch? / Borowski lobt Schmitz

Baustelle Werder – die Profis gehen an die Arbeit

Es gibt viel zu tun: Werder-Boss Klaus Allofs und Coach Thomas Schaaf stehen unter Druck, sie müssen Werder nach der Katastrophensaison wieder fir bekommen.

Bremen - Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt: Heute startet Werder Bremen in die Vorbereitung auf die Saison 2011/12. Los geht‘s um 10 Uhr mit einem Laktattest, damit Trainer Thomas Schaaf weiß, ob seine Spieler im Urlaub nicht nur auf der faulen Haut gelegen haben.

Das kann sich der Bundesligist diesmal noch weniger erlauben als in den Jahren zuvor. Der (Spar-)Club steht ohne Geld aus dem internationalen Geschäft am Scheideweg: Zurück in die Spitze oder gibt‘s gleich die nächste Katastrophensaison mit Abstiegskampf? Noch ist die Mannschaft eine Baustelle mit einem großen Loch in der Abwehr – ein optimaler Trainingsstart sieht anders aus.

„Natürlich hätte man am liebsten ganz früh alle Transfers erledigt und die komplette Mannschaft beisammen“, sagt Werder-Boss Klaus Allofs: „Aber diese Zeiten sind lange vorbei. Das Transferfenster ist nun einmal bis Ende August offen. Und man kann nicht immer alles sofort realisieren. Vor allem nicht bei unseren finanziellen Voraussetzungen.“

Bestes Beispiel ist gerade Sokratis Papastathopoulos. Werder will den Innenverteidiger unbedingt verpflichten. Allofs hat sogar schon verraten, dass der Einfachheit halber auf dem Werder-Trikot nur der Vorname Sokratis stehen würde. Doch der Transfer stockt. „Italienische Verhältnisse eben“, seufzt Allofs. Nach ersten Verhandlungen mit dem AC Mailand, bei dem der 23-Jährige zuletzt spielte, heißt der Ansprechpartner nun FC Genua.

Ohne Sokratis geht erst einmal gar nichts, alle weiteren Verpflichtungen sind auf Eis gelegt. Denn Werder braucht dringend einen Innenverteidiger, weil Naldo, Sebastian Prödl und Per Mertesacker nicht fit sind. Und lediglich bei Mertesacker ist mit einer Rückkehr noch in der Vorbereitung zu rechnen.

Mit zwei Alternativen aus den eigenen Reihen hat Werder einen ungewöhnlichen Umgang gewählt. Petri Pasanen wurde erst aussortiert, dann plötzlich umgarnt. Doch Pasanen wollte kein Notnagel mehr sein und heuerte bei RedBull Salzburg an. Dominik Schmidt lässt der Club seit Wochen zappeln, morgen läuft der Vertrag aus.

Bleibt nur noch Mikael Silvestre fürs Abwehrzentrum. Der Linksverteidiger kann auch innen spielen. Für ihn bietet sich außen Neuzugang Lukas Schmitz (FC Schalke) als Ersatz an. „Ein guter Mann“, lobt Tim Borowski den neuen Kollegen: „Der ist mir schon aufgefallen, lange bevor ich wusste, dass er zu uns kommt. Lukas gibt ordentlich Gas.“ Die 900 000 Euro für Schmitz scheinen also gut angelegt zu sein.

Und die fünf Millionen Euro für Mehmet Ekici? Der 21-Jährige ist der große Hoffnungsträger, er soll die Bremer wieder kreativer machen. Dafür befreite sich Werder sogar aus den stets propagierten Sparzwängen und ging ins Risiko. Wer‘s böse mit Werder meint, sagt: Ekici hat zwar als Leihgabe in Nürnberg ganz ordentlich funktioniert, ist aber bei den Bayern durchgefallen und gut nach Bremen verkauft worden. Die Pro-Werder-Fraktion feiert Ekici dagegen als neuen Mesut Özil und träumt von fußballerisch endlich wieder ansehnlicheren Zeiten.

Das war‘s aber auch schon mit den erwähnenswerten Neuzugängen. Immerhin befindet sich noch Aleksandar Ignjovski in der Warteschleife. Den Medizincheck hat der 20-jährige Serbe (zuletzt von OFK Belgrad an 1860 München ausgeliehen) bereits absolviert, aber Werder will erst einen Innenverteidiger holen und dann schauen, für wen das Geld noch reicht.

Diesem rigorosen Sparkurs nach sieben fetten Jahren in Champions und Europa League war schon Torsten Frings zum Opfer gefallen. Der mit über vier Millionen Euro jährlich dotierte Vertrag des Kapitäns wurde nicht verlängert. Der 34-Jährige hinterlässt eine große Lücke, nicht nur auf dem Platz. Also noch eine Baustelle.

Die nächste gibt‘s im Sturm – wenn auch nur vorübergehend. Claudio Pizarro fällt für die ersten beiden Bundesliga-Spiele aus. Immerhin hat der Torjäger in Peru nicht sein Muskelfaserriss-Abo verlängert, sondern sich „nur“ am Knie verletzt. Das macht Hoffnung, dass mit dem Leistungsträger weiter zu rechnen ist. Werder braucht ihn – genauso wie plötzlich auch Rückkehrer Markus Rosenberg (zuletzt ausgeliehen an Santander). Der Schwede war nur auf der Durchreise in Bremen, sollte eigentlich verkauft werden. Jetzt darf er bleiben und daran mitarbeiten, dass es bei Werder wieder aufwärts geht.

Weltweit protestieren Millionen gegen Trump

Weltweit protestieren Millionen gegen Trump

Bilder der Anti-Trump-Demos: Proteste von Millionen und zahlreichen Promis

Bilder der Anti-Trump-Demos: Proteste von Millionen und zahlreichen Promis

Bilder: So feierten die Promis auf dem Filmball

Bilder: So feierten die Promis auf dem Filmball

Endstation USA: Drogenbaron "El Chapo" droht lebenslang

Endstation USA: Drogenbaron "El Chapo" droht lebenslang

Meistgelesene Artikel

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Rot für Drobny und andere Dummheiten

Rot für Drobny und andere Dummheiten

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Bundesliga Rückrunde: Das vierte Gif-Quiz zu Werder gegen Dortmund

Kommentare